Bundestagswahlkandidaten mit Karte:

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Der Bundestags-Wahlkreis, in dem die Vorpommern am 22. September ihren Direktkandidaten wählen, hat noch gigantischere Ausmaße als der neue Großkreis. Immerhin: Die Vorpommern sind klar in der Mehrheit.

Wer gewinnt die Bundestagswahl?
Hannibal Hanschke Wer gewinnt die Bundestagswahl?

Mit der Kreisreform kam auch die Wahlkreis-Refom: Bei der Bundestagswahl 2013 am 22. September wählen die Menschen in Vorpommern-Greifswald ihren Direktkandidaten erstmals in einem neu zugeschnittenen Wahlkreis. Gab es bislang die Wahlkreise „Greifswald – Demmin – Ostvorpommern“ und „Neubrandenburg – Mecklenburg-Strelitz – Uecker-Randow“, die identisch mit den Grenzen der alten Landkreise waren, umfasst der neu zugeschnittene Wahlkreis weite Teile des Landkreises Vorpommern-Greifswald sowie den östlichen Teil des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte.

Der Grund für den neuen Zuschnitt: Jeder der 299 Wahlkreise in Deutschland soll möglichst gleich viele Einwohner haben, nämlichrund 275 000. Weil Mecklenburg-Vorpommern aber stetig Einwohner verliert, hat es im Vergleich zur letzten Wahl von 2009 einen Wahlkreis eingebüßt. Ab sofort schicken die Menschen in M-V nur noch sechs direkt gewählte Volksvertreter in den Bundestag, bislang waren es sieben. Glücklicher Gewinner des neuen Zuschnitts ist Hessen: Das Land hat ab dieser Wahl einen Wahlkreis mehr.

Neuer Zuschnitt schwer zu verstehen

Für die Menschen im Land und auch für die Bundestagswahlkämpfer ist der neue Wahlkreis-Zuschnitt nur schwer verständlich: Der neue Wahlkreis umfasst den gesamten Landkreis Vorpommern-Greifswald bis auf die Kreisstadt Greifswald und das Amt Landhagen mit den zehn Gemeinden, die Greifswald unmittelbar umschließen. Auch wenn somit der größte Teil des neuen Großkreises zum neuen Wahlkreis gehört: Durch das Fehlen der Stadt Greifwald sind nur rund 175 000 der insgesamt knapp 250 000 Einwohner des Großkreises auch Bestandteil des neuen Wahlkreises. Doch der Wahlkreis ist ohnehin noch größer: Er umfasst auch das östliche Drittel des Landkreises Mecklenburg-Strelitz mit der Stadt Neubrandenburg und fünf umliegenden Ämtern. Insgesamt 100 000 Einwohner aus Mecklenburg-Strelitz gehören somit noch zum neuen Wahlkreis.

Dass sich der Wahlkreis somit nicht an Landkreis-Grenzen hält, ist eher unüblich in der Bundesrepublik - aber da es in Mecklenburg-Vorpommern nur sechs Wahlkreise, aber sieben Landkreise und kreisfreie Städte gibt, deren Einwohnerzahlen auch nach der Kreisreform von 2011 sehr unterschiedlich sind, gab es dazu wohl keine Alternative. Für die Kandidaten, die sich in den nächsten Wochen möglichst vielen Wählern zeigen wollen, heißt das: weite Wege.

Die meisten Kandidaten kommen aus Greifswald

Bei den Herkunftsorten der Kandidaten liegt Vorpommern-Greifswald übrigens vorn: Mit Matthias Lietz (CDU) aus Lubmin, Christian Bartelt (FDP) aus Spantekow, Volker Böning (Freie Wähler) aus Ferdinandshof und Uwe Bastian (Piratenpartei) aus Lassan kommt die Mehrheit der Kandidaten aus Vorpommern. Lediglich auf Holm-Henning Freier (SPD) aus Neubrandenburg, Torsten Koplin (Die Linke) aus Alt Rehse und Ralf-Peter Hässelbarth (Bündnis 90/Die Grünen) aus Burg Stargard trifft das nicht zu.

Es gibt übrigens noch einen weiteren zugelassenen Kandidaten im Wahlkreis: Tino Müller aus Ueckermünde tritt für die NPD an. Wir verzichten allerdings auf eine Aufführung, da Müller und seine Partei mit ihren Positionen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung entgegenstehen.

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