Verwüstung:

Wildschweine machen Friedhof in Greifswald unsicher

Ein Bild der Verwüstung haben jetzt Wildschweine auf dem Greifswalder Neuen Friedhof hinterlassen. Die zerstörte Urnengemeinschaftsanlage ist inzwischen wieder hergestellt.

Hier tobten sich die Wildschweine aus.
Ulrike Rosenstädt Hier tobten sich die Wildschweine aus.

Wildschweine wüten derzeit auf dem Neuen Friedhof in Greifswald. Die Leiterin der Friedhofsverwaltung, Ruth Buchheim, ist erschüttert: „So etwas habe ich in all meinen Dienstjahren noch nicht erlebt“, sagt sie. Immerhin macht sie diesen Job bereits zwölf Jahre.

Zu Beginn der Woche hatten die wilden Schweine die Rasenfläche der Urnengemeinschaftsanlage zerstört. Doch auch Flächen an Buchen und Eichen waren zerwühlt. „Die Erde dort ist sehr locker, das gefällt den Tieren ganz offensichtlich, an diesen Stellen buddeln sie“, sagt die Chefin der Friedhofsverwaltung. Bei ihr steht seit der Wildschwein-Attacke das Telefon nicht mehr still: „Viele Greifswalder wollen von mir wissen, ob auch die Grabstelle von ihren Angehörigen in Mitleidenschaft gezogen wurde“, berichtet Ruth Buchheim. Doch alle diese Fragen könne sie im Detail überhaupt nicht beantworten. „Wer verunsichert ist, sollte wirklich zum Friedhof fahren und nachschauen“, bittet sie um Verständnis.

Um Verständnis bittet auch die Stadtverwaltung: Der Zaun, durch den sich die Tiere Zugang zur Friedhofsanlage verschafft haben, „muss umgehend wieder geschlossen werden“, kündigt Oberbürgermeister Arthur König an. Der Schaden, der bisher entstanden ist, wird auf rund 50 000 Euro geschätzt. Das ist schon eine richtige Hausnummer, die auf das Konto der Rotte geht, die durch den Zaun am Wackerower Weg gekommen sein muss.

Mittlerweile ist die Urnengemeinschaftsanlage wieder hergestellt worden. „Unsere Mitarbeiter haben ganz schnell gehandelt“, sagt Ruth Buchheim. Doch den Tieren scheint es derzeit auf der Anlage am Rande der Stadt besonders gut zu gefallen. Immer wieder sind ihre Spuren deutlich zu erkennen. Auch wenn nach Aussagen von der Friedhofsverwaltung keine Urne gehoben wurde, die Wildscheine wagen sich doch bedenklich dicht an Grabstellen heran. Während in der Verwaltung ein Kostenplan erstellt wird, haben die Vierbeiner offensichtlich derzeit nur einen Plan: in aller Ruhe zu buddeln.

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