Gähnende Leere:

Wo ist der Wein vom Meeresgrund?

Vor einigen Monaten versenkte ein Händler 720 Flaschen Wein im Greifswalder Bodden - zwecks "besonderer Reife". Als er sie nun heben wollte, waren sie alle weg - geklaut?

In der Dänischen Wieck im Greifswalder Bodden wurden Boxen mit Wein versenkt - nun sind sie alle weg.
Stefan Sauer/dpa-Archiv In der Dänischen Wieck im Greifswalder Bodden wurden Boxen mit Wein versenkt - nun sind sie alle weg.

Genialer Werbetrick oder einfach nur Dummheit? Alexander Lau, Chef der 1899 gegründeten Hanseatischen Kolonialwaren Gesellschaft Rostock, winkt ab. „Nein, ein Werbetrick ist der ,Unfall‘ mit dem Eisenkäfig voller Weinflaschen beileibe nicht. Es ist einfach Dummheit.“ Was ist passiert, das den sonst so gelassenen Weinhändler aus der Spur bringt?

Wellenschaukeln sollte Rotspon edeln

Vor ein paar Monaten hatte er in der Dänischen Wieck im Greifswalder Bodden eine riesige Gitterbox mit Greifswalder Rotspon versenkt. Die 720 Flaschen sollten von den Meereswellen leise hin und her geschaukelt werden und damit den Wein zu einer besonderen Reife bringen. Lau schwört auf diese Verfahrensweise. Hat er doch seit zwei Jahren gute Erfahrungen damit gemacht. Bisher jedoch versenkte er seine Gitterboxen in der Ostsee vor Rostock. In zehn Meter Tiefe lagerten die Flaschen dann für ein halbes oder dreiviertel Jahr, um dann ans Tageslicht geholt und an die Auftraggeber weitergereicht zu werden.

Beim internationalen Hansetag in Herford sorgte der Anklamer Rotspon für Aufsehen. Davon angespornt, wollte Greifswald ebenso einen „Werbeträger“, der obendrein noch öffentlichkeitswirksam direkt vor der Haustür ins Meer versenkt wurde. Doch dies ging schief. Denn als die Taucher hinabstiegen, um den Schatz zu heben, fehlte vom Greifswalder Rotspon jede Spur. Geklaut? Die wahrscheinlichste Erklärung, denn Fische trinken bekanntlich keinen Wein.

Vielleicht auch nur an falscher Stelle gesucht

Lau glaubte nicht an diebische Taucher oder Fischer und ging der Sache auf den Grund. „Ich glaube, ich habe die Erklärung gefunden. Die Positionsdaten waren falsch.“ Demnach seien die Koordinaten jener Stelle notiert worden, an der der Anker geworfen wurde. „Aber wir hatten eine elend lange Ankerkette und obendrein rechts starken Wind. Wir sind einfach abgetrieben worden. Das haben wir nicht bedacht.“

Nun soll es in den nächsten Tagen einen erneuten Versuch geben, den Greifswalder doch noch zu finden. Die neue Suchstelle ist bereits errechnet.

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