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Hamburg will Kieler Triple-Jäger stoppen

VonOliver MuchaDer THW träumt vom dritten Titel, der HSV Hamburg will zum ersten Mal die Champions League gewinnen. Beim Final Four der Königsklasse in ...

VonOliver Mucha

Der THW träumt vom dritten Titel, der HSV Hamburg will zum ersten Mal die Champions League gewinnen. Beim Final Four der Königsklasse in Köln treffen beide im Halbfinale aufeinander.

Köln.Die schier unersättlichen Rekordjäger des THW Kiel haben das erneute Titel-Triple fest im Visier, doch der Nordrivale HSV Hamburg will die Handball-Könige vom europäischen Thron stürzen. „Wir haben eine große Chance zu gewinnen. Wir werden das schaffen“, sagte der Hamburger Kreisläufer Igor Vori vor dem Champions-League-Halbfinale beim Final Four in Köln heute gegen die Übermannschaft der vergangenen Jahre. Beim Rekordmeister aus Kiel endet dabei eine Ära. In Thierry Omeyer, Daniel Narcisse, Marcus Ahlm und Momir Ilic verlassen im Sommer gleich vier Leistungsträger den Klub.
Doch zuvor will das Quartett Geschichte schreiben. Noch nie hat ein deutscher Champions-League-Sieger seinen Titel erfolgreich verteidigt. Zudem ist es nur dem FC Barcelona gelungen, das begehrte Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League zwei Jahre in Serie (1997 und 1998) zu gewinnen. „Titel sind immer noch das Größte für mich. Wenn du einmal etwas gewonnen hast, entwickelt sich eine Sucht, und du willst immer mehr“, sagte der 36 Jahre alte französische Weltklassetorhüter Omeyer. Die Kieler Gier nach Erfolgen ist noch lange nicht befriedigt. In der seit Wochen mit rund 20.000 Zuschauern ausverkauften Arena in Köln will sich der HSV aber nicht kampflos geschlagen geben und mit dem ganz großen Wurf die eigene Saison retten. „Dieses Jahr ist bislang nicht von Erfolg gesegnet gewesen, deswegen ist es wichtig, die Saison erfolgreich abzuschließen und die Champions League zu gewinnen“, sagte HSV-Präsident Matthias Rudolph. Auch der nach seiner Verletzungspause in der Rückrunde überragenden Schlussmann Johannes Bitter glaubt fest an die Chance des Außenseiters: „Wenn wir die Fehlerquote gering halten und in die Gegenstöße kommen, dann können wir bestehen.“ Der ehemalige Nationalspieler Frank von Behren glaubt ebenfalls an eine Überraschung: „Die Hamburger müssen sich vor den Kielern nicht verstecken. Sie sind individuell nicht schlechter besetzt. Mit Spielmacher Domagoj Duvnjak haben sie den derzeit vielleicht besten Handballer der Welt in ihren Reihen.“
Der THW ist sich seiner Favoritenrolle zwar bewusst, möchte von einem Finale gegen den spanischen Champion Barcelona oder den von Bogdan Wenta trainierten polnischen Meister KS Vive Targi Kielce noch nichts wissen. „Der HSV spielt eine gute Rückrunde, mit ihm ist jederzeit zu rechnen. Der HSV kennt uns gut – aber wir kennen ihn auch“, meinte THW-Trainer Alfred Gislason, der ein „hartes, spannendes Spiel“ erwartet.
Nationalspieler Dominik Klein sieht die Kieler aufgrund ihrer internationalen Erfahrung im Vorteil: „Wir müssen zweimal innerhalb von 24 Stunden eine Topleistung abliefern. Das kennen wir aus den vergangenen Jahren, und das können wir. Die Champions League ist das Größte, was man im Vereinssport erreichen kann.“ Für Kiel wäre es nach 2007, 2010 und 2012 der vierte Triumph in der Königsklasse.
Das große Handball-Fest in der Domstadt ist aber auch finanziell attraktiv. Die vier Teilnehmer erhalten eine Antrittsprämie von 100000 Euro. Die Siegprämie beläuft sich auf 250000 Euro, der Finalteilnehmer bekommt 150000 Euro. Der Dritte kann sich mit 100000 Euro trösten, die viertplatzierte Mannschaft erhält noch 50000 Euro. Alle Prämien aus der gesamten Saison in der europäischen Königsklasse zusammengerechnet, kann der Sieger maximal 495000 Euro verdienen.