Gartenarbeiten im Frühjahr:

Auf der Fensterbank wird Gemüse ausgesät

Im Freien ist es noch zu kalt für junges Gemüse. Daher werden die Samen von Salatpflanzen und den ersten Blumen im Haus ausgesät und aufgezogen. Für Hobbygärtner gibt es dabei einiges zu beachten.

Junger Salat kann zum Frühlingsbeginn schon in ein Frühbeet, nicht aber direkt in den Gartenboden.
Andrea Warnecke Junger Salat kann zum Frühlingsbeginn schon in ein Frühbeet, nicht aber direkt in den Gartenboden.

Die Gartensaison beginnt nicht im Freien, sondern auf der Fensterbank. Hier können Hobbygärtner schon zum Frühlingsbeginn die ersten zarten Gemüsepflanzen ziehen, wenn es draußen noch tageweise frostig kalt ist. In ein paar Wochen wandern die Sämlinge dann ins Beet. So geht die Aufzucht:

Säen: Los geht es mit frostharten Einjährigen wie Ringelblume, Duftwicke und den ersten Salatpflanzen. Die Samen kommen in Aufzuchtschalen mit normaler Pflanzerde, erklärt Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin. Es gibt aber auch spezielle Pikier- und Aussaaterde im Handel. Wichtig ist, dass diese frei von Keimen und sauber ist, betont Karl Rehner, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Einzelhandelsgärtner in Berlin. Die Erde wird leicht angedrückt. Dann kommen die Samen entweder unter oder auf den Boden – denn es gibt sogenannte Licht- und Dunkelkeimer. Damit gemeint sind die Lichtverhältnisse, die die Pflanzen brauchen, um anzutreiben. Lichtkeimer werden einfach auf die Erde gelegt, höchstens eine Schicht Zeitungspapier darf sie bedecken und so vor dem Austrocknen schützen. Dunkelkeimer brauchen eine Decke aus Erde.

Saatscheiben sind gute Alternative

Van Groeningen rät, die Samen in größeren Gefäßen in Reihen zu verteilen. „Es wächst auch mal Unkraut zwischen den kleinen Pflanzen – und man kann anfangs nur schlecht unterscheiden, was raus muss.“

Eine Alternative sind Saatscheiben. Zwischen zwei dünnen Lagen Vliespapier liegen die Saatkörner bereits genau im richtigen Abstand. Besonders gut funktionieren die Saatscheiben laut der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen bei Kräutern, die im Freiland nur schwer oder unregelmäßig keimen. Beispiele dafür sind Petersilie und Basilikum. Die Scheiben kommen einfach in den Topf, werden wie gewohnt nicht oder nur dünn mit Erde bedeckt und angegossen.

Pflegen: Optimal ist ein Anzuchtgewächshaus mit Deckel. Darunter bildet sich das für die heranwachsenden Pflanzen optimale Kleinklima: „Es ist warm, und es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit“, erklärt Rehner. „Optimal sind 80 bis 90 Prozent - das herrscht in der Wohnung ja normalerweise nicht.“ Die Alternative ist eine durchsichtige Plastiktüte über dem Topf.

Auch Pflanzen können pikiert werden

In den ersten ein bis drei Tagen bleiben Deckel und Tüte zu. Danach sollte man sie einmal am Tag eine Stunde lang einen Spalt weit öffnen, um die Luft auszutauschen. Wer für ein paar Tage verreist, lässt die Abdeckung für die ganze Zeit ein wenig offen. Gegossen werden die Pflanzen im Anzuchttopf nach Gefühl, sagt Rehner: Die Erde sollte zwischen den Wassergaben antrocknen, aber nicht austrocknen. Dünger brauchen die Pflanzen in Anzuchterde nicht.

Pikieren: Sind die Pflanzen ein wenig herangewachsen, werden sie pikiert. Damit meinen Profis das Auseinandersetzen, damit die anfangs sehr dicht stehenden Pflanzen mehr Platz zum Größerwerden bekommen. Wann ist der richtige Zeitpunkt? „Die Pflanzen haben zunächst ein, zwei Keimblätter“, erklärt Van Groeningen. Diese sind schon im Samen dabei. „Wenn die Pflanzen anfangen weitere Blätter zu bilden, können sie pikiert werden.“ Das Pikieren entfällt übrigens bei der Verwendung von Saatscheiben.

Anschließend kommen die Pflanzen noch nicht direkt ins Freie – dort drohen in Deutschland noch bis Mitte Mai Spätfröste. Die Saatlinge können bis dahin aber in einem Frühbeet im Garten gedeihen, oder sie bleiben in einem kühlen Raum im Haus. Dazu eignen sich der Flur oder das Schlafzimmer. Dieser Wechsel bereitet sie auf die noch kühle Witterung im Freien vor.

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