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Bald Roboter statt Hausfrau?

Automatische Fensterputzer und interaktive Schachbretter – neben Neuheiten der Fernseh- und Smartphonewelt hält die IFA auch einige kuriose Produkte bereit.

Wer sich beim Bodenwischen nicht bücken mag, für den ist der Scooba genau das Richtige: Er wischt den Boden ganz alleine.
Monique Wüstenhagen Wer sich beim Bodenwischen nicht bücken mag, für den ist der Scooba genau das Richtige: Er wischt den Boden ganz alleine.

Besonders für Faulenzer gibt es auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin viel zu sehen. Voraussetzung ist allerdings, dass die langen Wege zwischen den Hallen sie nicht schon vorher zum Aufgeben zwingen. Dann würden sie nämlich die neuen Robotermodelle verpassen, die beim Saubermachen helfen oder die Arbeit fast komplett übernehmen. Anfangen können Putzmuffel zum Beispiel mit dem neuen Roomba aus der 700er Serie von iRobot, einem klassischen Staubsaugerroboter. Er hat unter anderem eine Timerfunktion: Damit lässt sich der Roomba so einstellen, dass er seine Arbeit erledigt, während der Besitzer unterwegs ist.

Weiter geht es mit Scooba von iRobot. Dieser kleine Helfer wischt den Boden mit Wasser. Dafür können Nutzer ihn entweder mit wiederverwendbaren Mikrofaser- oder mit Wegwerftüchern ausstatten. Wer beim Putzen wirklich gründlich sein möchte, kann alternativ den Looj 330 losschicken. Dieser Roboter reinigt Regenrinnen. Sein Griff ist abnehmbar und verwandelt sich so in eine Fernbedienung. Die iRobot-Produkte kosten etwa zwischen 75 und 250 Euro.

Der Winbot 7 dagegen macht sich an die Fenster. Der Roboter aus dem Hause Ecovacs saugt sich am Glas fest und reinigt es mit Hilfe von Microfaser-Pads. Etwas Einsatz des Benutzers ist allerdings nötig: Er muss eines der Pads vor dem Gebrauch mit einem Fensterreiniger befeuchten. Die Version W730 kommt auch mit rahmenlosen Fenstern zurecht, der Winbot W710 nicht.

Wenn die Bewohner in ihr sauberes Haus zurückkommen und sich etwas zu essen machen möchten, können sie zum Beispiel den Philips Home Cooker Next einschalten. „Das erspart einem nicht das Kochen, aber es erspart den Aufwand, dass man rühren muss“, sagt Jessica Görß von Philips. Und noch ein bisschen mehr: Denn der Home Cooker Next hat nicht nur einen eingebauten Rührstab, sondern lässt sich auch per Wifi über eine App steuern, die eine Rezeptsammlung enthält. Entscheidet sich der Nutzer für ein Gericht, steuert die App automatisch die Temperatur und Zeit auf dem Home Cooker. Außerdem leitet sie den Koch in einzelnen Schritten an, wann er welche Zutaten hinzugeben muss.

Während im Topf so etwa ein Risotto fertig kocht, kann in einem Aufsatz darüber das Gemüse garen. Ein Schneideturm, der an der Seite angedockt wird, rundet den Cooker ab. Der Nutzer muss – nachdem er von der App dazu aufgefordert wurde – nur das gewaschene Gemüse dort hineingeben, schon erledigt die Maschine für ihn das Zerschneiden. Wann der Home Cooker Next auf den Markt kommt, ist noch nicht bekannt. Die App ist nur für Apples iPad verfügbar.

Mit der Kurbel das Handy aufladen

Die Zeit, die Verbraucher so beim Putzen und Kochen sparen, können sie für andere Dinge nutzen – zum Beispiel dazu, ihr Smartphone mit der Soulra BoostTurbine 4000 aufzuladen. Dieser Akku versorgt Smartphone und Tablet mit Strom für den Notfall. Hat auch der Akku keinen Saft mehr, lässt sich mit einer kleinen Kurbel Strom erzeugen. Eine Minute Kurbeln bringe in etwa eine Minute Redezeit am Smartphone, so Soulra auf der IFA. Zumindest der Anruf mit der Aussage: „Mein Akku ist leer!“ ist dann noch möglich.

Ungewöhnliches gibt es auf der IFA auch speziell für Männer – zum Beispiel den Philips Grooming Guide, eine App. „Bartmode ist ein boomender Trend“, sagt Sudhakar Sharma vom Philips-Stand. „Aber es ist nicht leicht, einen Style zu finden.“ Deshalb lassen sich mit der App verschiedene Formen auf einem Foto des Nutzers virtuell ausprobieren. Wer dazu noch einige Informationen über sich preisgibt – zum Beispiel zu Vorlieben bei der Kleidung und zur Persönlichkeit – bekommt einen individuellen Ratschlag, welcher Bart passen könnte. Die App soll ab nächstem März kostenlos erhältlich sein.

Nicht nur ein Mann, sondern die ganze Familie kann sich außerdem mit einem interaktiven Schachspiel die Zeit vertreiben. Das „O!arcade Chesspoly Chese“ von Ozaki soll im Oktober auf den Markt kommen. In der Mitte des Bretts ist das normale Schachmuster in einen Bildschirm eingebettet. Setzt ein Spieler seine Figur auf eines der Felder im Bildschirm, taucht eine Nachricht auf. Die kann zum Beispiel lauten: „Du verlierst einen Läufer.“ Die Nachrichten sollen das Spiel noch spannender machen.