Herbstbepflanzung:

Balkonien bleibt bunt

Heidesorten, Gräser und natürlich die Chrysanthemen: Terrassen und Balkone können im Herbst farbliche Akzente setzen. Auch Naschecken werden immer beliebter, wie Fachmann Guido Wolff berichtet.

Der Klassiker für den Balkon im Herbst ist die Crysantheme. Es gibt sie in vielen verschiedenen Farben.
Matthias Lanin Der Klassiker für den Balkon im Herbst ist die Crysantheme. Es gibt sie in vielen verschiedenen Farben.

Den Durst seiner Herbstpflanzen auf dem Balkon sollte man nicht unterschätzen, warnt der Gärtner Guido Wolff. Der Fachmann für Balkone und Terrassenpflanzen arbeitet beim Neubrandenburger Pflanzenhof am Kulturpark und kennt den Irrglauben von Hobbygärtnern. „Jetzt regnet‘s draußen ja ausreichend. Aber viele unterschätzen dabei, dass manchmal wenig dieser Feuchtigkeit in die Kästen oder Kübel kommt“, sagt der 36-Jährige.

Am besten für den Herbstbalkon seien Heidearten, die verschiedensten Gräser und natürlich Chrysanthemen geeignet. Denn ein bunter und ausgewogen bepflanzter Balkon sei ein schöner Balkon, findet Wolff, der zu Hause selbst einen Balkon „beackert“. Herbstpflanzen definiert er durch den Zeitpunkt der Blüte und durch die Wetterbeständigkeit. „Solche Schwankungen wie in den vergangenen Wochen können aber die robusteste Sorte herausfordern“, merkt er an.

Der Klassiker für die Terrasse oder den Balkon seien auch im Herbst die Chrysanthemen, die „es jetzt in sehr intensiven und auch in sehr unterschiedlichen Farben gibt“. Pflanzen, die in der Natur in halbschattigen Lagen vorkommen, seien klassische Herbstblüher, die mit den Bedingungen der Jahreszeit gut zurecht kommen. Die Heideblüten seien zum Beispiel sehr zart und nicht so schnell ausgewaschen.

„Zu Ende geht es mittlerweile mit den Sommerblumen, Petunie und so etwas“, sagt er. Auch die Tomatenernte neigt sich dem Ende. Im Naschgarten finden sich aber noch ein paar Obstgehölze und vor allem Kräuter, die herbstlich aktuell seien. „Ich selbst finde eine Naschecke auf dem Balkon sehr gut, vor allem wenn man Kinder hat“, erklärt Guido Wolff. Und auch Kunden würden zunehmend nach kleinen Nutzpflanzen für Terrassen oder Balkone fragen.

Wer in diesen Wochen Stress vermeiden will, sollte seine Pflanzen schon auf den Winter vorbereiten. „Bemühen Sie sich darum und machen Sie sich Gedanken, wie Sie ihre Pflanzen im Winter schützen“, sagt Wolff. Heutzutage gebe es vielfältige Gefäßvarianten. „Es sind ja nicht mehr nur die klassischen Balkonkästen. Legen Sie sich ihre Jutesäcke zurecht und schaffen Sie Stauraum im Keller.“ Einige Pflanzen könnten vor der kalten Jahreszeit auch eine Herbstdüngung vertragen, die meist hohen Magnesium- oder Kaliumanteil hat.

Eine durchschnittlich gute Überwinterungstemperatur für Pflanzen liege zwischen acht und zwölf Grad Celsius. Für einige Arten reiche es aus, wenn man sie an die Hauswand stellt. Die Heide könne man draußen lassen, wenn man den Kübel vorm Dauerdurchfrosten schützt. „Sonst bekommen sie keine Feuchtigkeit mehr und die Lebenserwartung sinkt natürlich“, erläutert der Neubrandenburger.

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