Sturm, Frost und Schnee:

Das Haus winterfest machen

Der Winter kommt meist schneller, als man denkt. Und dann kann der Schaden groß werden: Denn Schnee fegt lose Ziegel vom Dach, durch Risse dringt Feuchtigkeit ins Mauerwerk ein. Hausbesitzer sollten vorher nach solchen Problemstellen suchen.

Silvia Marks Haben sich Ziegel durch Stürme verschoben oder sind lose, kann dort Nässe eindringen und größere Schäden hinterlassen.

Vorsorge ist nicht nur für die Gesundheit des Menschen wichtig. Auch Gebäude brauchen einen regelmäßigen Check-up, damit sie möglichst lange leben. Vor allem vor einem langen Winter ist das wichtig: "Es kann sein, dass sich während des Sommers bei Gewitter oder Sturm Ziegel verschoben oder gelöst haben", erklärt Ulrike Heuberger, Pressesprecherin des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln.

Bleiben sie lose, ist das nicht nur für das Dach gefährlich, weil schon durch kleinste Beschädigungen Nässe eindringen kann. Auch könnten Bewohner und Passanten durch herunterfallende Teile verletzt werden. "Der Hausbesitzer hat eine Verkehrssicherungspflicht", betont Heuberger. "Er hat dafür Sorge zu tragen, dass von seinem Gebäude keine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht."

Ein Wartungsvertrag schafft Sicherheit

Auf das Dach sollten Fachleute klettern, so der Zentralverband. Die Handwerker könnten besser beurteilen als der Laie, welche Schäden umgehend beseitigt werden müssen, damit sie sich nicht zu großen Problemen entwickeln. "Mit einem Wartungsvertrag ist der Kunde auf der sicheren Seite", sagt Heuberger. "Dann braucht er sich nicht um einen Termin zu kümmern, sondern der Handwerker kommt regelmäßig auf ihn zu."

Außerdem geben solche Vereinbarungen Rechtssicherheit. Denn damit kann die regelmäßige Wartung des Daches durch einen Fachbetrieb nachgewiesen werden, zu der gemäß eines Urteils des Bundesgerichtshofs (Az.: ZR 176/92) alle Hausbesitzer verpflichtet sind. Ohne entsprechenden Nachweis können sie bei Sturmschäden haftbar gemacht werden und verlieren unter Umständen ihren Versicherungsschutz.

Auch die Fassade sollte auf Schäden geprüft werden

Neben dem Dach sollte auch die Fassade des Hauses angeschaut werden. Das kann der Heimwerker selbst machen. "Schon kleinste Haarrisse müssen ausgebessert werden, weil durch sie Wasser in die Gebäudehülle eindringen kann", erläutert Kai Warnecke vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in Berlin. "Wenn das im Winter friert, können Teile der Putzschicht absprengen und größere Schäden anrichten." Risse, die mit bloßem Auge zu erkennen sind, sind schon zu groß, um sie zu ignorieren. "Genau hinschauen sollte man überall dort, wo Wasser hinläuft, besonders auf Vorsprüngen oder an Lampen."

Wichtig ist es auch, die Regenrinnen von Schmutz und Laub zu befreien. "Immer mal wieder prüfen, ob das Wasser auch gut ablaufen kann", rät Warnecke. Wenn es in den Rohren bleibt, gefriert es im Winter, und die Rohre platzen. Auch das Gartenwasser muss abgestellt und die Leitungen völlig entleert werden. "Es sind schon große Schäden entstanden, weil in den Leitungen noch Restwasser verblieben war, das Rohrbrüche verursachte", sagt Warnecke. Oft bleiben diese Rohrbrüche zunächst unbemerkt, und das Wasser durchfeuchtet das Mauerwerk. "Außenwasserhähne sollten also im Winter immer aufgedreht bleiben."

Türen und Fenster nicht vergessen

Nicht zu vergessen bei der Wintervorbereitung sind die Fenster und Außentüren. Ob sie dicht schließen, lässt sich am besten bei windigem Wetter beobachten. Hausbesitzer sollten die Scharniere prüfen und eventuell nachjustieren. Typische Verschleißprodukte sind die Dichtungslippen aus Gummi am Fenster und unter den Hauseingangstüren. Sie müssen regelmäßig ausgewechselt werden. Auch verzogene Fensterrahmen sollten repariert oder ersetzt werden. Sinnvoll ist es, Fenster- und Türdichtungen einzufetten, damit sie nicht porös werden und weiterhin wasser- und winddicht sind.

Keinesfalls sollte im Winter der Schnee direkt an die Fassade des Hauses geschippt werden. Auch Schneeverwehungen an der Terrassentür oder an den Fenstern beseitigen Bewohnern am besten umgehend. "Sonst taut das Wasser unbemerkt nach innen und richtet große Schäden an", sagt Eva Reinhold-Postina, Sprecherin des Verbandes Privater Bauherren (VBP) in Berlin. Grundsätzlich gilt: Wasser und Schnee müssen immer vom Haus ferngehalten werden.

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