Heimwerkertipp:

Das Parkett ausbessern

Tisch- und Stuhlbeine, im schlimmsten Fall sogar Pfennigabsätze von Stöckelschuhen: Ein Parkett muss so einiges aushalten. Bei Dellen im Holzboden helfen kleine Tricks.

Stöckelschuhe setzen jedem Parkett zu.
Bernd Settnik Stöckelschuhe setzen jedem Parkett zu.

Er verbreitet eine natürliche, warme Atmosphäre in der Wohnung. Dabei wirkt er auch noch edel – der Parkettboden. Damit er bis ins hohe Alter schön bleibt, benötigt er etwas Pflege und ab und zu eine Frischzellenkur. Denn: „Ein Parkettboden ist wie alle Bodenbeläge im Alltag vielen Belastungen ausgesetzt“, sagt Bastian Herzig vom Verband der Deutschen Parkettindustrie in Bad Honnef bei Bonn. Der Boden bekommt Macken oder Flecken. Aber es gibt Lösungen:

Flecken

Für die Grundreinigung genügt ein Staubsauger mit Parkettaufsatz oder ein Besen. Dann mit einem nebelfeuchten Wischmopp drübergehen – fertig. „Zur Entfernung von Flecken kann man ein feuchtes Tuch mit einem milden Reinigungsmittel benutzen“, sagt Matthias Wolf, Leiter des Umweltinstituts Leipzig. „Meist bringt aber die mechanische Fleckenentfernung mehr, etwa mit einem Radiergummi oder ganz vorsichtig mit einem Spachtel.“

Zusätzlich empfiehlt er, Parkettböden ein- bis zweimal pro Jahr mit einer Pflege auf Wachs- oder Ölbasis zu bearbeiten. Dafür sollten aber nur zugelassene und erprobte Mittel benutzt werden. Alles andere könnte die Oberfläche beschädigen.

Kratzer

Beim Verschieben von Stühlen und Tischen können Kratzer und Dellen entstehen. „Solche Verletzungen lassen sich schnell beheben“, beruhigt Antonio Ledda von der DIY-Academy in Köln. Wichtig ist, schnell zu handeln, damit sich kleine Schäden nicht zu größeren Problemen auswachsen. Im Handel gibt es dafür Reparatursets. „Darin sind Wachse, die leicht angewärmt in die Fugen eingebracht werden“ erläutert Ledda. „Die nötigen Werkzeuge sind auch gleich dabei.“

Diese Wachse gibt es in mehreren Farbtönen. Und sie lassen sich so mischen, dass der Heimwerker den passenden Farbton für sein Parkett bekommt. Am Ende wird die Stelle mit einem Klarlackstift versiegelt.

Grundsätzlich ist es bei geölten Parkettböden einfacher, einzelne Stellen zu bearbeiten. Hierbei lassen sich zum Beispiel auch stark genutzte Bereiche wie der Flur, oder die Stellen rund um den Schreibtischstuhl im Büro separat erneuern. „Bei Parkett, das mit einer Lackschicht versehen ist, geht das nicht. Da muss bei Bedarf der ganze Boden abgeschliffen und neu lackiert werden“, erklärt Ledda. Dafür ist es insgesamt robuster und feuchtigkeitsabweisender.

Schliff

Ob geölt oder lackiert, Parkett muss in regelmäßigen Abständen angeschliffen und neu versiegelt werden. Dann bleibt es schön. Dabei wird eine hauchdünne Schicht von der Oberfläche abgenommen, sodass der originale Holzton wieder erscheint. Das kann im Laufe eines Parkettlebens mehrmals geschehen, und der Bodenbelag wird jedes Mal wieder wie neu. „Allerdings ist das eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die sich nur sehr versierte und erfahrene Heimwerker zutrauen sollten“, sagt An-
tonio Ledda.

Denn die Schleifmaschinen, die sich in Baumärkten ausleihen lassen, erfordern einiges Geschick. „Da ist schnell mal eine Delle in den Boden geschliffen, die sich schwer oder gar nicht entfernen lässt“, erklärt Ledda. „So ein Boden ist relativ schnell verdorben.“ Auch der Zeitfaktor ist nicht zu unterschätzen. „Wo ein Parkettleger an einem Tag fertig wird, werkelt ein Laie leicht zwei oder drei Tage herum.“

Außerdem ist es eine staubige Angelegenheit. Profis tragen Mundschutz und sorgen für eine gute Durchlüftung, erklärt Matthias Wolf.Das sollten auch Heimwerker tun, wenn sie selbst das Parkett abschleifen. Danach gibt es zwei Möglichkeiten: Auch wenn der Boden vorher lackiert war, kann er nun geölt werden. Oder er bekommt eine neue Lackschicht. Das empfiehlt sich bei stark beanspruchten Räumen.

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