Stilvoll in Szene gesetzt:

Dekorationen aus Beton ganz leicht selbst gemacht

Mit Gemisch aus Zement und Wasser werden Wände hochgezogen, die dann mit hübschen Tapeten verkleidet werden. Aber nicht nur! Denn gerade dort, wo es jeder gemütlich mag, findet das kalte und raue Material nun einen Platz: Im Zimmer als Deko-Artikel.

Den Beton gleichmäßig über das Blatt verteilen und festdrücken. Fünf Tage aushärten lassen, dann die Schale abnehmen und die Ränder mit einer Feile glätten.
LV-Buch Den Beton gleichmäßig über das Blatt verteilen und festdrücken. Fünf Tage aushärten lassen, dann die Schale abnehmen und die Ränder mit einer Feile glätten.

Gegensätze ziehen sich an. Das kann auch eine Regel für die Einrichtung sein. Denn häufig passen Materialien gut zusammen, die eine komplett gegensätzliche Wirkung haben. Wenn es um Pflanzen geht, wirken diese häufig sehr schön in Gefäßen aus kaltem, harten, steril wirkendem Beton. Das Material ist derzeit sehr gefragt. Die Kreativen übertrumpfen sich damit, was man alles damit zu Hause schaffen kann. Und dafür braucht man kaum Vorkenntnisse.

So kommt es, dass selbst Möbeldesigner wie die Schwedin Malin Nilsson, die bereits mehrere Bücher mit Ideen für Betonobjekte herausgebracht hat, eher zufällig wie jeder Heimwerker damit angefangen hat. Und das bei sich zu Hause.

Vorteil: billiges Material

„Beton ist einfach zu verarbeiten, und das Ergebnis ist so schön und beständig“, schwärmt Nilssons Co-Autorin Camille Arvidsson. Der Vorteil für Bastler sei, dass das Material billig ist und man so viele Dinge schaffen kann. „Und man kann dafür Formen nutzen, die man bereits zu Hause hat – etwa Plastikbecher und Schalen, um Gefäße zu formen.“

Zwar gibt es im Bastelladen auch viele Formen, mit denen sich etwa Figuren erschaffen lassen. Aber die Autorinnen zweckentfremden in ihrem Buch „Neue Garten-Deko aus Beton selbstgemacht“ vor allem Gegenstände aus ihrem Haushalt, um ihre Beton-Objekte zu formen: Mit einem Plastikball für Kinder wird etwa eine Mulde in eine feuchte Betonfläche gedrückt. „Die Formen einfach nach dem Benutzen mit Wasser saubermachen“, sagt Arvidsson.

Oder einer PET-Flasche wird ein Kerzenständer geformt: Das Gegenstück des Schraubverschlusses wird abgeschnitten, danach wird etwas Öl in der Flasche verteilt und diese mit Beton gefüllt. Der Bastler sollte die Flasche etwas rütteln, damit sich das feuchte Material gut verteilt und Luft entweicht. Dann wird ein Kerzenhalter aus dem Bastelladen hineingedrückt. Zwei Tage später wird das Plastik aufgeschnitten und entfernt – und fertig.

Objekt mit einer Plastiktüte oder Frischhaltefolie abdecken

Für die Objekte rät Holger Kotzan vom Informationszentrum Beton ein Produkt mit einer feinen Gesteinskörnung zu nehmen. Das bezeichnet die Größe der gröbsten Bestandteile im Betongemisch wie Kies, Sand und Splitt. Hier eigne sich Material mit Körnern von maximal zwei Millimetern Durchmesser, was weitläufig als Feinbeton bekannt ist. Den Begriff kennen die Profis zwar, aber er sei nicht gebräuchlich, sagt Kotzan. Der Experte rät daher, immer auf der Verpackung nachzulesen, für welche Arbeiten das Material gut ist.

Zum Aushärten steht die Dekoration am besten trocken und kühl, schreiben Susanne Zacke und Sania Hedegren in ihrem Buch „Dekoratives aus Beton & Mosiak“. Sie raten, das Objekt mit einer Plastiktüte, einer Frischhaltefolie oder einem Deckel abzudecken. Während des Trocknens sollte es immer wieder mit der Sprühflasche befeuchtet werden.

Camilla Arvidsson, Malin Nilsson: Garten-Deko aus Beton selbstgemacht, LV-Verlag, 2012, 127 S., 19,95 Euro, ISBN: 978-3-7843-5186-5.

Susanne Zacke, Sania Hedegren: Dekoratives aus Beton & Mosaik – Ideen für Haus und Garten. blv-Verlag, 2012, 93 S., 14,95 Euro, ISBN: 978-3-8354-1052-7.

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