Alleskönner für die Küche:

Ein Backofen ist nicht mehr nur ein Backofen

So ziemlich jeder Hersteller von Haushaltsgeräten setzt derzeit darauf: Kombi-Geräte, die einen klassischen Ofen mit einem Dampfgarer vereinen. Was hat der Hobbykoch von diesen Neuheiten? Antworten auf wichtige Fragen beantwortet Simone Andrea Mayer.

Wer‘s lieber eine Nummer kleiner hätte und trotzdem gesund kochen möchte, muss den Damfgarer nicht kombinieren.
Braun Wer‘s lieber eine Nummer kleiner hätte und trotzdem gesund kochen möchte, muss den Damfgarer nicht kombinieren.

Was können die Kombi-Geräte?

Moderne Backöfen sind viele Geräte in einem. Der Vorteil: „Ich kann die Funktionen einzeln abrufen oder sie kombinieren“, erklärt Kirk Mangels, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche. Gerade die Kombination von Backofen und Dampfgarer hat viele Vorteile: „Feuchtigkeit wird auf sehr präzise und bestimmte Weise dazugegeben“, sagt Martina Meuth, Fernsehköchin und Ratgeberautorin. Ein Braten zum Beispiel wird dank der Feuchtigkeit innen besonders saftig, die normale trockene Hitze des Backofens sorgt außen für eine tolle Kruste. Das gilt auch für Brot.

„Diese Zusatzfunktion kennt man typischerweise in der Profiküche“, erklärt Claudia Oberascher von der HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung. „Sie ist ideal für alle Speisen, für die es im klassischen Ofen zu trocken ist.“ Das gilt gerade für Rezepte, bei denen geraten wird, eine Tasse voller Wasser mit in den Ofen zu stellen oder darin ein wenig Wasser zu verschütten. Die meisten Modelle eignen sich dazu für schonendes Auftauen, das Erwärmen von Speisen vom Vortag oder Fertigprodukten und das Einkochen von Lebensmitteln.

Welche Geräteart eignet sich für mich?

Wer eine kleine Küche hat, für den empfiehlt sich das Kombigerät. Der Grund liegt auf der Hand: Es ist platzsparend, da auf ein oder teils zwei weitere Geräte verzichtet werden kann. „Die Kombigeräte sind aber besonders dann gut, wenn man den Dampfgarer nicht sehr oft nutzt“, findet Oberascher. In Haushalten, in denen viel, häufig und groß gekocht wird, sind hingegen Backofen und Dampfgarer als Einzelgeräte sinnvoll, die parallel laufen können.

Kleine Haushalte können auch auf ein Kleingerät setzen: Der in etwa wie eine Filterkaffeemaschine große Dampfgarer wandert bei Nichtgebrauch in den Schrank. Probleme haben aber viele dieser Kleingeräte laut Oberascher mit dem Auftauen von Tiefkühlprodukten wie Erbsen. Sie brauchen dafür eine große Menge Dampf, und das sorgt für hohe Energiekosten.

Wird mit den Kombigeräten anders gekocht?

Die Gar- und Backzeiten der gewohnten Rezepte lassen sich nicht von einem Ofen ohne auf einen Ofen mit Dampfgarer übertragen. Denn der Dampf wird oft nur zeitweise zugeleitet, dann aber folgt wieder trockenes Garen oder Backen, erklärt Oberascher. Außerdem ändern sich die Zeitspannen im Ofen. Sogar die Fernsehköchin Martina Meuth, die gemeinsam mit ihrem Mann im WDR die Sendung „Kochen mit Martina und Moritz“ moderiert, sagt: „Ich musste mir alles selbst und neu erarbeiten.“ In der ersten Zeit tastete sie sich an Zeiten und Einstellungen heran. „Das ist schon mühsam.“ Allerdings ist sie nach zwei Jahren Arbeit mit Kombi-Öfen absolut überzeugt davon: „Sie sind einem normalen Backofen überlegen.“ Viele Hersteller liefern auch Angaben zur Zubereitung für eine Vielzahl von Gerichten sowie ganze Rezepte mit.

Welche technischen Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Die Kombigeräte werden wie klassische Backöfen angeschlossen. Einige wenige Dampfgarer benötigen einen Festwasseranschluss und einen Wasserablauf. Die meisten haben laut Oberascher aber einen manuell befüllbaren Tank oder eine Wasserschublade. Diese fassen in der Regel 0,7 bis 2 Liter. Meuth rät aber zu einem Gerät mit Wasseranschluss, sie ist dazu gewechselt. „Ohne die Wasserschublade habe ich mehr Platz im Ofenraum zur Verfügung.“ Sonst kann es sein, dass etwa ein großer Gänsebraten nicht richtig in den Ofen passt. Darüber sollte man sich beim Kauf informieren.

Worauf sollte ich beim Kauf sonst noch beachten?

Backöfen tragen ein EU-Energieeffizienzlabel – für Küchenexperte Mangels ein wichtiges Kriterium beim Kauf. Die Geräte gibt es in den Klasse A+++ bis D. Am besten werden nicht nur die Klassen, sondern auch der Energieverbrauch verglichen. Für Dampfgarer besteht die Label-Pflicht aber nicht. Das bedeutet: Bei Kombigeräten werden nur die trockenen Heizfunktionen ausgezeichnet. Hier ist etwa ratsam, auf das Fassungsvermögen des Wassertanks zu schauen: In der Regel sind bis zu
2 Liter möglich – je mehr, desto längere Garprozesse sind möglich. „Wer nur ab und an den Dampfgarer benötigt, für den reichen auch 0,7 Liter Fassungsvolumen.“ Die Initiative Hausgeräte+ rät, bei der Planung für einen Ober- oder Hängeschrank darauf zu achten, dass das Bedienfeld im unteren Gerätebereich ist. So kommt man bequem daran. Expertin Oberascher rät, noch im Handel das Gerät auszuprobieren. Wichtig ist: Komme ich mit diesem Bedienfeld klar? Wie wird gereinigt?

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