Pflegetipps für Rittersterne:

Ein Blühwunder im Winter

In der kalten Jahreszeit sind Pflanzen mit großen, wunderschönen Blüten rar. Die Lücke füllen Ritterstern und Co. So gelingt es.

Die großen Blüten sind ein Hingucker. Foto: A. Warnecke
Andrea Warnecke Die großen Blüten sind ein Hingucker. Foto: A. Warnecke

Selten kommt eine beliebte Zimmerpflanze so hässlich in den Handel wie der Ritterstern: Häufig werden nur die dicken Zwiebeln angeboten. Aber daraus wachsen besonders prachtvolle Blüten. Die aus Südamerika stammende Pflanze ist dabei noch extrem anspruchslos: „Alles, was die Pflanze benötigt, ist Wärme von etwa 20 Grad und ein wenig Wasser“ erläutert Carlos van der Veek, Blumenzwiebelgärtner aus den Niederlanden. Wer also eine Zwiebel kauft, muss sie einfach in Erde topfen. „Der Topf muss nicht viel größer sein als die Zwiebel“, sagt Martin Nickol, Kustos des Botanischen Gartens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ist es der Pflanze eng, wirke sich das positiv auf die Entwicklung aus.

Häufig spricht man nicht vom Ritterstern, sondern von der Amaryllis. Es sind aber eigentlich zwei Pflanzen. Die echte botanische Amaryllis ist eine sehr ähnliche Pflanze. Die häufigste Art ist Amaryllis belladonna. „Doch sie stammt nicht aus Südamerika wie der Ritterstern aus der Gattung Hippeastrum, sondern aus Südafrika“, erklärt Nickol. „Wie der Artname belladonna sagt, ist sie besonders schön.“ Die Blüten sind rosa, die Blütenblätter gleichmäßig, und die Blüte ist vollkommen symmetrisch.

Das sei ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu den Rittersternen. Weiterhin ist der Blütenstiel mit Mark gefüllt. „Das hat den Vorteil, dass die Stängel fester sind als die hohlen Stängel von Hippeastrum“, sagt der Botaniker. Letztere haben häufig so schwere Blüten, dass sie schon mal umkippen.

Den Ritterstern gibt es hierzulande in vielen Varianten. Sie unterscheiden sich vor allem in Blütengröße, Höhe, Färbung und Füllung. Das Farbspektrum reicht von Dunkelrot über Himbeerrosa bis Hellrosa und Weiß.

„Hippeastrum ist eine Zwiebelblume, die sich in ihrer Heimat an die trockene Vegetationsruhe angepasst hat“, erklärt Nickol. Sie braucht auch bei uns eine Ruhephase. Die Pflanze erblüht folglich im Winter, im Frühling und Sommer treiben die Blätter, und im Herbst ruht sie. Die Blätter trocknen ein und werden entfernt. In dieser Ruhezeit kann die Pflanze kühler stehen. Schiebt sich dann der neue Schaft aus der Mitte der Blumenzwiebel heraus, kommt die Pflanze wieder an einen hellen, warmen Ort. „Mit dem Gießen beginnt man behutsam“, rät Nickol. Er empfiehlt den Schaft etwa handbreit herauskommen zu lassen, bevor man das erste Mal gießt. Wenn die Knospe sich öffnet, beginnt man mit der Düngung.

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