Stauden-Gärten richtig anlegen und pflegen:

Ein Thema finden und Kontraste ins Beet bringen

Ein Staudenbeet umzugestalten ist keine leichte Sache. Dabei muss viel bedacht werden: der Standort, die Größe, Licht- und Bodenverhältnisse sowie die Auswahl der Pflanzen. Damit alles gut gelingt, braucht man einen Plan, Geduld und etwas Zeit.

Ulrike Gürtler macht einen Plan.
Ute Ziemann Ulrike Gürtler macht einen Plan.

Ein Beet voller Blumen ist immer ein schöner Blickfang. Besonders dann, wenn die Arten so ausgewählt wurden, dass es vom Frühjahr bis in den Herbst hinein blüht. Doch auch bei der besten Pflege fangen manche Stauden an sich auszubreiten, andere werden unansehnlich. Drohen die Pflanzungen zu verwildern, wird es Zeit für eine Erneuerung.

„Zunächst sollte man sich dabei die Frage stellen: Ist der Standort noch richtig? Will ich mein Staudenbeet dort wieder haben, wo es war oder wähle ich mir einen neuen Platz?“, sagt Staudengärtnerin Ulrike Gürtler aus Peckatel. Danach beginnt die Suche nach einem Thema: „Das ist für mich bei der Planung das wichtigste überhaupt“, betont sie. „Möchte ich das Beet nach Farben gestalten, soll es ein mediterranes Beet werden oder soll es von März bis November blühen? Dafür gibt es keine Vorschriften. Erlaubt ist was gefällt.“ Nur sollte man sich auf ausgewählte Pflanzen beschränken. Ein Zuviel wirkt unordentlich.

„Habe ich das Thema gefunden – und möchte ich meinen alten Standort behalten – stelle ich mich vor das Beet und schaue, welche Pflanzen sollen bleiben, welche ersetzt werden“, rät Ulrike Gürtler. Dazu ist im September die beste Zeit, weil der Platzbedarf der Pflanzen richtig eingeschätzt werden kann.

Günstig sei es, eine Skizze zu machen, sagt die Gärtnerin und holt sich rasch ein Stück Papier. Sie teilt die vorhandene Fläche gekonnt in gleichgroße Stücke zu je einem Quadratmeter. Das ist für die Ermittlung der Pflanzenmenge wichtig, sagt sie. „Nutze ich meine alten Pflanzen, brauche ich zwei Pflanzen pro Quadratmeter. Kaufe ich mir Neue im Topf, rechnet man mit fünf Pflanzen.“

Bei einer Umgestaltung auf gleicher Fläche rät Ulrike Gürtler, das gesamte Beet zu räumen. Aufpassen muss man aber bei Tiefwurzlern wie Mohn, Phlox und Pfingstrose. Die können immer wieder austreiben. Entweder man lässt sie am Platz stehen oder man muss hinterher konsequent beim Beseitigen der Triebe sein. Ist das Beet geräumt und vom Unkraut befreit, sollte der Boden mit Kompost- oder Blumenerde bearbeitet werden. Dann beginnt das Gestalten. Zu viel verschiedene Pflanzen sind nicht gut, mahnt sie. Besser ist es, die Stauden rhythmisch zu wiederholen. Das wirke auch auf kleinen Flächen schöner, als ein wildes Durcheinander.

Im hinteren Bereich des Beetes werden die hohen Pflanzen verteilt – und nicht zu viel davon. Dazwischen mittelhohe Blumen, wie Margarite, Ziersalbei, Fingerkraut und Storchschnabel pflanzen. Beachtet werden muss, dass immer gleich starke Partner gewählt werden. Phlox, Astern, Storchschnabel und Gelenkblume passen beispielsweise zusammen.

Stauden teilen und nicht kurz schneiden

Damit es nicht langweilig wird, sollten Kontraste durch unterschiedliche Blüten- und Blattformen geschaffen werden. So könne man Pflanzen mit kerzenförmigen und runden Blüten nebeneinandersetzen, rät die Gärtnerin. Um sich die Arbeit beim Unkrautjäten zu erleichtern, pflanzt Ulrike Gürtler Bodendecker zwischen die Stauden. Sie lässt auch zu, dass sich einjährige Blumen dort aussäen. In den Vordergrund des Beetes werden die niedrigen Stauden platziert.

Damit auch schon im Frühjahr etwas blüht, empfiehlt Ulrike Gürtler Zwiebeln von Krokussen, Narzissen und Tulpen einzuarbeiten. Dafür ist jetzt die beste Zeit. Und wie teilt man Stauden am besten? „Einfach mit dem Spaten in der Mitte teilen. Wenn die Pflanze dann noch zu groß ist, kann man das noch einmal wiederholen. Man verjüngt die Pflanze so und vermehrt sie gleichzeitig. Beim Einpflanzen unbedingt darauf achten, dass kein Unkraut im Wurzelballen ist. Das kriegt man sonst nie wieder raus.“

Wer sein Staudenbeet noch in diesem Jahr umgestalten will, sollte es bald tun. Bis Mitte Oktober wachsen die Pflanzen noch gut an. Und Ulrike Gürtler gibt noch einen Tipp: „Die umgepflanzten Stauden nicht zurückschneiden. Das sollte erst im Frühjahr erledigt werden.“ Natürlich kann man so ein Staudenbeet auch im Frühjahr umgestalten, aber vielen fehlt dann die Vorstellungen von Größe und Farbe – und man muss mehr gießen.

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