Unterschätzte Gefahren:

Elektroarbeiten im Haus dem Fachmann überlassen

Heimwerker übernehmen gerne möglichst viele Arbeiten im Haus - das spart ja Geld. Aber es gibt Kleinigkeiten, die sie schlichtweg nicht übernehmen können oder dürfen. Woran kann der Laie unbenklich Hand anlegen und wovon sollte er die Finger lassen?

An Mehrfachsteckdosen dürfen nicht zu viele Geräte hängen. Sonst ist das System schnell überlastet.
Franziska Koark An Mehrfachsteckdosen dürfen nicht zu viele Geräte hängen. Sonst ist das System schnell überlastet.

Heimwerker überschätzen sich schon mal. Beim Tapezieren einfach die Steckdosenabdeckung entfernen? Oder den abgenutzten Lichtschalter gegen ein neues Modell austauschen? Warum nicht? Schließlich kann man die Ersatzteile im Baumarkt kaufen. Doch so einfach ist das nicht. Und es ist obendrein gefährlich.

„Laien sollten grundsätzlich die Finger von Elektroarbeiten lassen“, sagt Burkhard Schulze vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Die Arbeit könne zwar noch so simpel erscheinen, die eigentliche Gefahr aber kann der Heimwerker nicht einschätzen.

Und was viele gar nicht wissen: In Deutschland ist es Laien gar nicht erlaubt, elektrische Anlagen, die an das öffentliche Elektrizitätsversorgungsnetz angeschlossen sind, zu ändern oder instand zu setzen. Und wer genau hinschaut, findet meist auch im Baumarkt die entsprechenden Warnhinweise.

Ob das Innenleben kaputt ist, weiß nur der Elektriker

Ob eine Steckdose kaputt ist, kann ein Laie erkennen: „Wenn die Abdeckung beschädigt ist oder gar in Teilen fehlt, muss die Steckdose entweder befestigt oder ausgetauscht werden“, erklärt Werner Neise von der DIY-Academy in Köln. Noch klarer sei der Fall, wenn die Steckdose nicht mehr bündig an der Wand befestigt ist und sogar schon Kabel zu sehen sind. Bei einem geplatzten Rahmen ist aber nicht automatisch das Innenleben kaputt – ob die Dose ausgewechselt werden muss, kann nur der Fachmann entscheiden.

Fehlerstromschutzschalter ist wichtig

Zur Sicherheit kann jeder Bewohner selbst etwas beitragen, indem er Steckdosen richtig verwendet. „Mehrfachsteckdosen sind nicht unbegrenzt belastbar“, sagt Jürgen Ripperger vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE). „Daher sollten die angeschlossenen Geräte die maximale Wattzahl der Steckdose nicht überschreiten.“ Viele Leute übertreiben es – und stecken sogar mehrere Mehrfachsteckdosen ineinander. Der Experte empfiehlt, immer einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen, um sich über Verbrauch und Belastbarkeit zu informieren. Ansonsten könne es zu Kurzschlüssen, Schwelbränden oder gar Stromschlägen kommen. Ebenfalls wichtig bei der Schadensvorbeugung ist der sogenannte Fehlerstromschutzschalter – kurz FI-Schalter. „Dieser Schalter im Stromkasten schützt vor gefährlich hohen Fehlerströmen“, erklärt Ripperger.Ebenso wie von Steckdosen sollten Laien sich auch nicht an die Installation von neuen Lichtschaltern wagen. Hier lauern die gleichen Gefahren.

Daher führt auch der Weg zwangsläufig erst einmal in den Baumarkt, wenn aus dem alten Lichtschalter ein moderner Dimmer werden soll. „Dimmer ist nicht gleich Dimmer“, erklärt Neise von der DIY-Academy. Ob Universaldimmer oder Dimmer für LED- oder Niedervolt-Halogenglühlampen – auch hier sollte der Fachmann gefragt werden. Denn entscheidend ist, für welches Leuchtmittel der Dimmer gedacht ist. Die Ersatzteile müssen vom gleichen Hersteller sein, da diese sonst nicht kompatibel sind.

Vermieter ist zuständig für die Lichtschalter

Mieter müssen Rücksprache mit dem Vermieter halten, wenn sie Arbeiten an Steckdose oder Lichtschalter durchführen lassen. Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund erklärt: „Wenn etwas nicht funktioniert oder ich beim Einzug feststelle, dass keine Steckdose im Bad ist, dann ist das Sache des Vermieters.“ Der müsse dann auch für die Kosten aufkommen. Anders hingegen ist die Lage, wenn dem Mieter die Anzahl der Steckdosen nicht ausreicht. Dann müsse er die Erweiterung selbst veranlassen und zahlen.

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