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Fakten und Irrtümer zum Müll

Die Biotonne ist unnötig und weißes Glas kann zu grünem geworfen werden, weil es eh alles in einem Wagen landet. Stimmt's oder nicht? Wir haben die Antworten.

Noch hätte die kleine Ente hierzulande strenggenommen nur einen Fahrschein für den Restmüll und die Müllverbrennung. Dies Schicksal bleibt ihr ab 2015 mit der Wertstofftonne erspart.
Marlis Tautz Noch hätte die kleine Ente hierzulande strenggenommen nur einen Fahrschein für den Restmüll und die Müllverbrennung. Dies Schicksal bleibt ihr ab 2015 mit der Wertstofftonne erspart.

> Pfeif aufs Glastrennen! Am Ende kommt ja doch alles in einen Müllwagen. – Wer so denkt, liegt falsch. Das Fahrzeug, das die Glascontainer abholt, hat getrennte Kammern für jede Sorte, wie die Alba-Group, Deutschlands zweitgrößtes Entsorgungsunternehmen, informiert. Vor allem bei Weißglas kommt es fürs Recycling auf Reinheit an. Darum sollte sauber getrennt werden. Grünglas ist als Mischfarbe weit weniger empfindlich. Darum können rote, blaue oder andersfarbige Flaschen getrost zu den grünen geworfen werden.

> Nase rümpfen und die „Specki-Tonne“ verschmähen? Besser nicht. Ab 2015 verordnet das Kreislaufwirtschaftsgesetz bundesweit die Erfassung von Bioabfällen. Noch wird in Deutschland nur etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) gesammelt. Bioabfälle landen zum Großteil in Kompostier- oder Biogasanlagen.

> Dass mit dem Recycling immer ein Qualitätsverlust einhergeht, ist ein längst überholter Vorwurf. Papier beispielsweise kann Branchenexperten zufolge acht- bis neun Mal hochwertig wiederverwendet werden. Erst danach taugt es nur noch zum Hygiene-Papier und wird über die Toilette (Toilettenpapier) oder den Restmüll (Papierservietten) entsorgt. Auch bei den Kunststoffen hatten die Technologien in den vergangenen Jahren solche Fortschritte zu verzeichnen, dass zu 95 Prozent sortenrein sortiert und recycelt werden kann.

> Das Wort Sekundärrohstoffe hat den inflationären Gebrauch zu DDR-Zeiten überlebt und ist zurück: Laut einer Studie vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln werden heute etwa 14 Prozent aller in Deutschland eingesetzten Rohstoffe von der Sekundärrohstoffwirtschaft geliefert. Bei Stahl sind es 45 Prozent, bei Papier 70 Prozent und bei Glas sogar 95 Prozent. Die Industrie spart dadurch rund 12 Milliarden Euro beim Import von Primärrohstoffen, bis 2015 könnten es 20 Milliarden werden.

> Die Sekundärrohstoffbranche ist in den vergangenen 15 Jahren um jährlich 14 Prozent gewachsen. Zum Vergleich: Die deutsche Volkswirtschaft erlebte im gleichen Zeitraum ein Wachstum von 2 Prozent pro Jahr. (Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft Köln)

> In der Abfallwirtschaft betätigen sich bundesweit rund 5400 Unternehmen, darunter 500 kommunale Betriebe. Sie beschäftigen rund 250 000 Menschen. Laut Statistischem Bundesamt liegt der Jahresumsatz bei 40 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 hat die Branche 387 Millionen Tonnen Abfälle verwertet, wieder aufbereitet oder entsorgt.

> Das Institut für Energie- und Umweltforschung bestätigt der Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft große Verdienste bei der Einsparung von Kohlendioxid (CO2). Es vertritt die Ansicht: „Die heute von der Entsorgungsbranche erbrachte Treibhausgasreduktion entspricht dem Abgasausstoß von 20 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Pkw.“ Recycling-Produkte können mit weit weniger Energiezufuhr weiterverarbeitet werden als Primärrohstoffe. Fachleute verweisen auf Einsparungen von bis zu 80 Prozent.

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