Gartenarbeit:

Heckenschnitt ist jetzt noch möglich

Erst wenn die Temperaturen unter sechs Grad Minus absinken, sollte man die Schere im Keller und die Hecken in Ruhe lassen.

In den meisten Kleingärten sind motorisierte oder elektrische Heckenscheren eine unnötige und gefährliche Spielerei. Für Profis oder überlange Hecken sind sie aber unverzichtbar. Foto: Lanin/ARchiv
In den meisten Kleingärten sind motorisierte oder elektrische Heckenscheren eine unnötige und gefährliche Spielerei. Für Profis oder überlange Hecken sind sie aber unverzichtbar. Foto: Lanin/ARchiv

Wer die Ruhe der kalten Jahreszeit für eine konzentrierte Gartenarbeit nutzen will, kann sich derzeit um den Schnitt seiner Hecken bemühen. „Denn generell kann man das ganze Jahr über seine Hecken schneiden. Nur wenn die Temperaturen unter Minus sechs Grad fallen, sollte man die Finger davon lassen“, sagt Karsten Anschütz, Vorstandsmitglied des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Mecklenburg-Vorpommern. Sonst komme es schnell zu Schäden an der Pflanze. Die Schnittflächen trocknen bei zu großer Kälte aus und das Holz wird durch längeren Frost so brüchig, dass man leicht Kollateralschäden beim Schneiden verursacht.

Die zweite Grundregel beim Heckenschnitt lautet, dass Vögel oder Tiere nicht zu gefährden sind. Selbst jetzt sollte man seine Hecken deshalb gut in Augenschein nehmen, bevor man mit der Schere loslegt. Sonst könnte man vielleicht den Winterschlafplatz eines Kleintieres zerstören.

Der Neustrelitzer Fachmann betont, dass sich der Schnitt ganz nach den individuellen Wünschen richten sollte. „Die Geschmäcker gehen weit auseinander. Persönlich bin ich kein Fan einer Lebensbaum- oder Scheinzypressenhecke“, sagt Anschütz. Gerade bei der Scheinzypresse sei der Schnitt auf Dauer kaum zu halten. Wenn der Schnitttermin einmal verpasst wird, lässt sie sich sehr schlecht weit ins alte Holz zurückschneiden.

„Es gibt ein paar Gehölze, die reagieren sehr empfindlich und es gibt robuste, die es nicht ganz so krumm nehmen.“ Eine sehr schnittresistente Sorte ist eine Eibe, aber auch ein Lebensbaum. Karsten Anschütz sieht in Lebensbäumen jedoch eher einen Friedhofs-Charakter und setzt sie deshalb ungern in Gärten ein. „Ich verwende bei den Koniferen gern die robuste Eibe, eine sehr langlebige Sorte“, erklärt er weiter. Eiben eignen sich auch gut für einen Formschnitt.

Eine vernünftige Heckenschere sollte vor dem Schnitt ordentlich scharf und sauber sein. Er rät beim Kauf einer Schere von günstigen China-Importen ab. „Gardena ist da zum Beispiel schon einen Tick besser. Fiskars finde ich noch besser, kostet natürlich auch etwas mehr“, erklärt Anschütz. Zwischen 80 und 100 Euro sollte man, nach seinen Angaben, schon für eine vernünftige Gartenschere ausgeben, „damit man länger etwas von ihr hat“. Ob eine elektrische Schere Sinn macht, sollte man von der Länge seiner Hecken abhängig machen. „Nicht selten werden die Kabel dabei gekappt“, meint Anschütz.

Für die meisten Hecken empfiehlt der Fachmann einen konischen Schnitt, das heißt, dass die Hecken unten breiter sind als oben. „Aus dem einfachen Grund, damit die Hecke unten besser Licht bekommt“, erklärt er. Als Richtzahl gelten fünf bis zehn Zentimeter, die es unten „mehr“ sein sollten als oben.

Karsten Anschütz leitet die Anschütz Grünanlagen-, Hoch- und Tiefbau GmbH in Neustrelitz und ist Vorstandsmitglied des Landes-Fachverbandes des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Mecklenburg-Vorpommern. Er ist 48 Jahre alt, gelernter Meister im Garten- und Landschaftsbau und hat ein Diplom als Gartenbau-Ingenieur der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Hecken – von seinen 16 Mitarbeitern jährlich geschnitten – sind zusammen knapp einen Kilometer lang.

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