Tag des offenen Gartens:

In private Paradiese schauen

32 Gärten und Parks in der Uckermark öffnen am 7. und 8. September ihre Pforten und gewähren Einblicke in private Refugien und ihre Geschichten. Wer vorher hineinschnuppern möchte, kann im neu erschienenen Buch „Offene Gärten in der Uckermark“ blättern.

Ines Markgraf und Bernhardt Rengert haben 20 Gärten und ihre Besitzer liebevoll porträtiert und mit vielen Fotos untermalt. Foto: Steffen Verlag
Ines Markgraf und Bernhardt Rengert haben 20 Gärten und ihre Besitzer liebevoll porträtiert und mit vielen Fotos untermalt. Foto: Steffen Verlag

Ein im Garten selbst gepflückter Strauß Blumen vermag die trübsten Gedanken zu zerstreuen. Diese Weisheit hat Runhilde Lorenz in vielen Gartenjahren gewonnen und liegt damit ganz auf der Linie der Gartenbegeisterten und Gartenliebhaber, die am kommenden Wochenende in der Uckermark ihre privaten Gärten öffnen. Am 7. und 8. September gewähren 32 Gartenbesitzer erneut Einblicke in ihre spätsommerliche Pracht. Bei Runhilde und Joachim Lorenz in Dolgen lassen sich zum Beispiel eine Grasinsel, eine kletternde Kiwi und prächtige Silberkerzen entdecken. Neben den grünen Schätzen offenbart der „Tag des offenen Gartens“ aber auch die Geschichten hinter den Paradiesen, die persönlichen Leidenschaften und Vorlieben ihrer Schöpfer. Nachzulesen sind sie seit kurzem auch in dem Buch „Offene Gärten in der Uckermark“, das Ines Markgraf und Ehemann Bernhardt Rengert gemeinsam im Steffen Verlag veröffentlicht haben.

Hier ist nachzulesen, dass der Garten für die langjährige Lehrerin Runhilde Lorenz stets ein Ausgleich zur Schule war und sie schon als Kind in der Gärtnerei ihrer Eltern mithalf. „In ihrem eigenen Garten hat sie nichts dem Zufall überlassen, alles bis ins Kleinste auf dem Papier geplant“, so ist es in dem Band zu lesen. Einiges wollte der Garten am Ende doch anders: Der Senkgarten nach Karl Foerster erwies sich als zu klein, der Schneeball ging ein, die Stechpalme erfror. Und es sind eben jene Details, die die Gärten der anderen am Ende so nahbar und „offen“ werden lassen. Einen großen Anteil daran haben außerdem die vielen Fotos, mit denen Ines Markgraf die einzelnen Gärten bebildert hat. Zu finden sind wunderschöne Nahaufnahmen von Akelei, Immergrün, Hortensie ebenso wie Porträts der Gartenbesitzer in ihren Paradiesen, oft gelassen auf einer Bank ruhend, beim Lesen, Lachen oder Teetrinken.

20 Gärten in der Uckermark haben Ines Markgraf und Bernhardt Rengert besucht und eingefangen. Sie nehmen den Leser mit zum Cottage-Garten von Antje Wortmann, zur blühenden Insel von Birgit und Christian Uhlig in Angermünde, reisen zum Werbelower Mühlengrundstück von Bettina Husemann und Hagen Hartig und enden in der exotischen Welt Joachim Hantkes am Lychener Stadtsee. Sie erzählen vom Wachsen und Werden der Gärten und ergänzen jedes Gartenporträt mit einer „Persönlichen Notiz“ der Gartenbesitzer. Runhilde Lorenz sagt dort unter anderem: „Die Arbeit, die Bewegung an der frischen Luft, die Sonne, die Gerüche und die Farben vertreiben im Nu die Sorgen des Alltags. Das alles zusammen ist es, was für mich Gärtnern bedeutet.“

Ines Markgraf und Bernhardt Rengert haben außerdem Reisetipps und Nützliches zu jedem Garten hinzugefügt. Sie beschreiben Sehenswertes in der Nähe und wo es sich gut essen und trinken lässt. Jeder Garten hält im Buch zudem ein „Extra“ bereit, zum Beispiel Rezepttipps von Rosenbowle bis Pflaumenknödel.

Bernhardt Rengert, Ines Markgraf: Offene Gärten in der Uckermark. 2013. 168 Seiten. 24,95 €, Steffen.