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Knoblauch-Zehen jetzt stecken

Die einen hassen ihn wegen seines strengen Geruchs, die anderen mögen vor allem diesen intensiven Geschmack des Knoblauchs. Er lässt sich ohne großen Aufwand selbst anbauen.

Gärtnermeister Michael Hager mag Knoblauch. Foto: Lanin
Gärtnermeister Michael Hager mag Knoblauch. Foto: Lanin

Bartow. „Knoblauch kann jetzt noch gesteckt werden. Er überwintert dann und kann im Juli des nächsten Jahres geerntet werden“, sagt Gärtnermeister Michael Hager. Der Fachmann, der die Baumschule Hager in Bartow gegründet hat, ist selbst ein großer Liebhaber des Knoblauchs in der Küche. Die Alternative zum jetzigen Stecken wäre ein Märzstecken, „wie die normalen Zwiebeln. Dann wäre er im August, September reif“, fügt der 49-Jährige hinzu.

Die Pflanze sei wie alle Zwiebelgewächse (Allium) völlig winterhart. „Sie kann vor dem anstehenden Winter noch einwurzeln, am besten auf sandigem Boden ohne große Düngerbelastung“, erläutert der Fachmann. Das Einzige, was der Knoblauch wie alle Zwiebelgewächse nicht leiden kann, sei stauende Nässe. In gutem, lockeren Gartenboden oder in Komposterde fühlt sich die magische Knolle wohl.

Gute Knollen zum Stecken erkennt man an der Festigkeit. „Sehen Sie gut nach, ob irgendwo Schimmel oder Fäule zu sehen ist“, rät der Fachmann jenen, die ihre Knollen in Baumärkten kaufen. Sieben bis zehn Zehen sind es pro Knolle, „die alle fest und gesund sein müssen.“ Der Gärtnermeister selbst bestellt seine Knollen bei Chrestensen Samen- und Pflanzenzucht in Erfurt, wie er verrät.

Beim Einpflanzen ins Beet setzt man die Zehen in Reihe mit einem Abstand von ungefähr zehn Zentimetern. Zwischen den Reihen ist ein Abstand von zwei Handbreiten zu empfehlen. Die Zehen müssen circa fünf bis sieben Zentimeter tief gesteckt werden, ansonsten kann es passieren, dass sie später umfallen.

Die ursprüngliche Heimat des Knoblauchs ist übrigens Mittelasien – die Dshungarei in Nordchina, die Berge des Pamir, Altai, die Kirgisische Steppe und Teile Usbekistans. Dort wachse er heute noch wild.

Seit geraumer Zeit werde Allium sativum L. weltweit angebaut und kultiviert. Daher gelte, dass Knoblauch nicht gleich Knoblauch ist. „Es gibt Größenunterschiede hinsichtlich der Pflanzenhöhe, bezüglich der Anzahl der Knoblauchzehen und deren Größe sowie Unterschiede in Geschmack und Konzentration der Inhaltsstoffe. Je nach Sorte und Klima schmecken die Zehen eher scharf und herb oder auch nussig und mild“, heißt es in einem Kochbuch.

Eine Faustregel besage, je wärmer und ausgeglichener das Klima, umso besser sei die Qualität der Ernte. Bei Knoblauch aus feuchten und kalten Anbaugebieten müssen Einbußen in Ertrag und Geschmack in Kauf genommen werden.