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Nächstes Jahr ins eigene Beet

Auch bei jungen Menschen kommen Kleingärten groß raus. Selbstversorgung, Urban Gardening oder die Grüne Garten Guerilla der Großstädte sind angesagt, wie niemals zuvor. Wer sich also entschließt, seine eigene Scholle zu bestellen, sollte wissen, was er tut.

Ein Gartenbuch für Anfänger
Ein Gartenbuch für Anfänger

Zum nötigen Know-how kann sich der Nachwuchs im Beet gut im Buch „Garten-Starter“ belesen. Mit dem Erkenntnisgewinn: Staudengärtner sind die Lässigsten. Klar: Der Autor Sebastian Ehrl ist Fachmann dafür. Und Co-Autorin Jutta Langheineken bringt den wissenschaftlichen Überbau ein, als studierte Gartenbauerin. Fotografin Nadja Buchczik setzt Gärtnerei und Natur so in Szene, dass einen beim Blättern die Lust überkommt, zu Spaten und Hacke zu greifen.

 Gärtnern geht sogar ohne Garten! Gerade für den Anfang ist der Balkon als Labor für die eigenen Tomaten und Küchenkräuter oft ausreichend. Wer in Topf und Balkonkasten nicht genug krümelige Erde unter die Fingernägel bekommt, sollte zuerst überlegen, was er auf eigener Scholle erreichen will. Alles zugleich geht nämlich bestimmt schief. Also: Eigenes Gemüse anbauen? Gern. Doch das selbstgezogene Bio-Gemüse macht so richtig Arbeit.

Die Autoren raten deshalb anfangs mit wenig Beetfläche ausprobieren, was geht. Das bringt schnell Erfolgserlebnisse. Und die private Gemüseproduktion artet nicht in Stress aus. Obacht: Bereits zwei anfangs mickrige Zuccinipflanzen können schon so viele Früchte abwerfen, dass der Freundeskreis allergisch auf Garten-Geschenke reagiert. Im Zweifelsfall wird eine allzu üppige Ernte via Internet bei www.mundraub.org oder anderen Tausch-Portalen abgegeben oder gegen Leckers eingetauscht. Das ist cool.

Am meisten Spaß bereitet ohnehin gemeinsames Gärtnern. Die Stadtgärtner machen das vor. Unter dem Motto: Tetrapaks zu Blumentöpfen. Wer die Pflanzen nicht im Baumarkt kaufen möchte, kann bei www.tauschgarten.de ebenso fündig werden, wie bei einem Schwatz übern Gartenzaun.

Das Wichtigste überhaupt ist es, Erfahrungen mit Gleichgesinnten auszutauschen. Vieles an Wissen über den „Grünen Daumen“ findet sich schon mal in diesem informativen Nachschlagewerk für junge Neueinsteiger. Doch wie so oft: Probieren geht über studieren. Also: Ab ins Beet. Es lohnt sich. Der Garten ist ein Hobby, das sich super auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen lässt. Vorausgesetzt, der richtige Spirit ist vorhanden. Und vielleicht kommt der einfach beim Lesen?

 

Sebastian Ehrl, Jutta Langheineken: Garten-Starter - Das ultimative Einsteiger-Wissen, BLV Buchverlag, München, 2014, 168 Seiten mit 271 Farbfotos, ISBN: 978-3-8354-1260-6, 19,99 Euro