Bürsten, wischen, cremen:

Schönheitskur fürs Ledersofa

Die gegerbte Tierhaut ist sehr anspruchsvoll und empfindlich. Hin und wieder braucht sie daher eine Pflegekur, damit sie schön bleibt. Für das Sofa gilt dasselbe wie für Schuhe. Es sollte regelmäßig geputzt und eingecremt werden.

Jetzt aber schnell: Landet das Glas samt Rotwein auf dem glatten Leder, sollte die Flüssigkeit sofort mit einem trockenen Tuch aufgenommen werden.
Franziska Koark Jetzt aber schnell: Landet das Glas samt Rotwein auf dem glatten Leder, sollte die Flüssigkeit sofort mit einem trockenen Tuch aufgenommen werden.

Gerade auf dem Sofa ist Leder als Bezug sehr beliebt. 45 Prozent aller Polstermöbel sind mit gegerbter Tierhaut überzogen, hat der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef bei Bonn erfasst. Zwar gelten viele Varianten als robust und pflegeleicht, doch ganz ohne gelegentliche Schönheitskur für das Leder geht es nicht. So kann der Verbraucher verhindern, dass es speckig wird. Und es hält einfach länger.

Mit Glattleder bezeichnet man alle Lederarten, deren Narbenseite nach außen verarbeitet ist – also jene Seite, die einst behaart war. Die Oberfläche kann gefärbt werden und die Poren des Leders verschließen sich so. Die Alternative ist, das Leder naturbelassen zu verwenden. Dann sind die Poren offen. Solches Glattleder wird Anilinleder genannt. Es ist deutlich weicher. Rauleder wie Nubuk oder Velours haben eine aufgeraute Oberfläche. Sie fühlen sich samtig an.

Alle zwei Wochen sollte abgestaubt werden

Die Basispflege besteht bei allen Ledermöbeln aus dem regelmäßigen Abstauben. Wöchentlich bis alle zwei Wochen sollten Besitzer Staub und Flusen entfernen – bei Material mit geschlossenen Poren mit einem weichen Baumwolltuch. Für offenporiges Leder sind ein Staubsauger oder eine Kleiderbürste gut geeignet. Je nach Nutzung und Verschmutzung werden die Flächen darüber hinaus alle paar Wochen mit einem leicht feuchten Lappen abgewischt. Vorsicht bei offenporigen Flächen: Schon ein Wassertropfen kann das Material dunkel verfärben.

Zweimal jährlich

Ein- bis zweimal im Jahr empfiehlt Ursula Geismann vom VDM darüber hinaus eine Intensivkur mit Spezialprodukten. Diese gibt es extra für jede Lederart, üblicherweise Zwei-Komponenten-Mittel zur Reinigung und Pflege. Sie enthalten unter anderem Feuchtigkeits- und Fettanteile in einem Mischverhältnis, das auf die Vorbehandlung des Leders abgestimmt ist. Produkte für geschlossenporiges Leder gibt es in der Regel als Pflegecreme oder -milch zu kaufen.

Flecken mit dem Radiergummi wegrubbeln

Wer einen Fleck auf der Couch hat, sollte sofort reagieren. Je schneller dieser behandelt wird, desto besser. „Von pigmentiertem Glattleder kann man Flüssigkeiten sofort mit einem trockenen Tuch aufnehmen“, sagt Geismann.