Keine sonnigen Aussichten:

Solarstrom lohnt kaum noch

Die Förderung für in das Netz eingespeisten Solarstrom sinkt Monat für Monat weiter. Aber Verbraucher können noch davon profitieren, eine Anlage zu kaufen und Strom auf ihrem Hausdach zu produzieren – sie müssen ihn nur selbst verbrauchen.

Lohnt es sich noch oder sind die Zuschüsse vom Staat inzwischen zu schlecht? Wer plant, eine Solaranlage auf das Dach zu stellen, sollte gut rechnen.
Rolf Haid Lohnt es sich noch oder sind die Zuschüsse vom Staat inzwischen zu schlecht? Wer plant, eine Solaranlage auf das Dach zu stellen, sollte gut rechnen.

Wer aufs Budget schauen muss, wird derzeit zögern, sich für eine neue Photovoltaikanlage zu entscheiden. Die Zeiten, da mit Solaranlagen gutes Geld verdient wurde, sind für Neueinsteiger vorbei. „Noch vor einigen Jahren konnten Anlagenbetreiber mit einer Einspeisevergütung von 30 Cent pro Kilowattstunde und mehr kalkulieren“, sagt Christian Märtel von der Plattform Solaranlagen-Portal.com in Hamburg, die Fachbetriebe aus dem Bereich vermittelt. Damit erzielten sie ordentliche Renditen, wenn sie ihren Strom ins Netz einspeisten.

Denn für jede Kilowattstunde Solarstrom bekamen Anlagenbesitzer eine auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung. Für eine im Juli 2009 ans Netz gegangene Anlage sind das 43,01 Cent je Kilowattstunde, für eine im Juli 2013 neu gemeldete Kleinanlage gibt es 15,07 Cent. Daher rechnet sich eine Photovoltaikanlage mit Volleinspeisung kaum noch – denn die Einspeisevergütung sinkt weiterhin von Monat zu Monat. Im Januar gibt es nur noch 13,68 Cent für kleine Dachanlagen bis zehn Kilowatt-Peak und 12,98 Cent für jene mit zehn bis 40 Kilowatt-Peak.

Teurer als die Vergütung

Dagegen betragen die Stromgestehungskosten einer Anlage, also der Preis, zu dem eine Kilowattstunde über die gesamte Laufzeit von 20 Jahren erzeugt wird, 15 bis 18 Cent pro Kilowattstunde. „Wenn man den Strom, den man für 15 Cent erzeugt, nur für weniger Geld verkaufen kann, lohnt sich eine Volleinspeisung nicht mehr“, erklärt Märtel.

Jörg Sahr von der Stiftung Warentest rät beim Abwägen, drei Komponenten im Blick zu behalten: den Preis und den Ertrag der Anlage sowie die Höhe der Einspeisevergütung. „An der Einspeisevergütung kann der Verbraucher nichts ändern“, sagt Sahr. „Er hat es aber in der Hand, eine gute Solaranlage zu einem vernünftigen Preis zu kaufen.“

Selbstnutzung lohnt nur mit Speicher

Aber: Wer seinen Strom nicht ins öffentliche Netz speist, sondern so viel wie möglich davon selbst nutzt, macht unter Umständen immer noch ein gutes Geschäft. „Mit einer Solaranlage kann man den Strom preisgünstiger erzeugen, als wenn man ihn von seinem Netzbetreiber bezieht“, erläutert Märtel. Zur Zeit spart man damit etwa zehn bis elf Cent pro Kilowattstunde.

Der Haken ist aber: Die meisten Photovoltaikanlagen, die in den vergangenen Jahren gebaut wurden, verfügen über zu wenig oder gar keine Speicherkapazität. Ohne Speicher können nur etwa 20 bis 30 Prozent der Solarenergie selbst genutzt werden. Um diese Menge zu erhöhen, müssen Betreiber in Speicheranlagen investieren. Nur: „Das treibt die Stromgestehungskosten wieder in die Höhe, so dass der selbst erzeugte Solarstrom am Ende teurer werden kann als der normale Haushaltsstrom“, warnt Märtel.

Für einen Solarstromspeicher mit Blei-Technologie rangieren die Preise durchschnittlich zwischen 7000 und 9000 Euro. Die Lithium-Technologie koste etwa 10 000 bis 13 000 Euro. Diese Preise gelten für ein Fünf-Kilowattstunden-Speicher-System inklusive Installation (ohne Mehrwertsteuer). „Diese Technologie ist noch relativ neu, aber ausgereift“, sagt David Wedepohl vom Bundesverband Solarwirtschaft. „Wenn in Zukunft immer mehr Verbraucher diese Technik nutzen, wird sie auch noch preiswerter.“

Für Jörg Sahr von der Stiftung Warentest geht die Rechnung aktuell noch nicht auf: „Wer jetzt in Batteriespeicher investiert, muss wissen, dass sich das unter Renditegesichtspunkten im Moment nicht lohnt.“ Die Speicher seien einfach zu teuer.

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