Große Fliesen und Spiegel:

Tipps für das kleine Bad

Nicht viel Platz für Dusche und Co.? Ein winziges Badezimmer kann nun mal nicht größer gemacht werden. Das bedauern viele Mieter. Aber es kann größer wirken – so geht es.

Gutes Licht, helle Farben und Glas lassen auch einen kleinen Duschraum freundlich wirken. Foto: Aqua Cultura/ultramarin
Ultramarin Gutes Licht, helle Farben und Glas lassen auch einen kleinen Duschraum freundlich wirken. Foto: Aqua Cultura/ultramarin

Schon längst ist das Badezimmer kein stilles, dunkles Örtchen mehr. Hochwertige Ausstattung, technische Raffinesse und Design spielen eine immer größere Rolle. So wird aus dem Bad ein Wellness-Tempel mit Wohnzimmercharakter. Auch kleine Bäder lassen sich schön in Szene setzen.

Wirkung: Ein kleiner Raum kann mit ein paar Tricks größer wirken. „Besonders wichtig sind großformatige Fliesen, die die Flächen in einem kleinen Badezimmer homogener erscheinen lassen, weil weniger Fugen das Auge stören“, erläutert Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft in Bonn. Als weiteren Tipp für optisch mehr Größe nennt er einen großen Spiegel. Der vermittele ein Gefühl von Tiefe, da er den Raum quasi verdoppelt. Die Dusche sollte möglichst bodengleich sein und mit einer transparenten Glasabtrennung versehen werden.

Raumaufteilung: Oftmals wird in Bädern auch viel Platz verschenkt. Bei einem Umbau kann mit Hilfe einer Vorwandinstallation vieles anders angeordnet werden. Hier werden Metallkonstruktionen raumhoch oder halbhoch vor eine bestehende Wand gesetzt. Statt an der Wand entlang zu planen, kann eine in den Raum gezogene T-Wand vor dem Kopf den Waschtisch beherbergen, während man in den dahinter entstehenden zwei Bereichen Dusche und WC unterbringt. Für so eine Aufteilung muss der Raum möglichst quadratisch sein.

Stauraum: Handtücher, Kosmetika und das Duschzeug – in kleinen Bädern ist Stauraum besonders wichtig. Stephan Krischer von Aqua Cultura, einer Vereinigung von Badeinrichtern aus Deutschland und der Schweiz, rät, Waschbecken möglichst flächenbündig in die Waschtischplatte zu integrieren. Das schafft nicht nur Abstellfläche, sondern nimmt optisch weniger Raum ein als ein Aufsatzbecken. Darüber hinaus lassen sich Vorwände, deren Hohlräume nur teilweise von Technik belegt sind, für flächenbündig integrierte Staufächer nutzen.

Licht: Für die Grundbeleuchtung des Zimmers sollte eine Deckenleuchte sorgen, die das Licht diffus im Raum verteilt, erläutert Jürgen Waldorf, Geschäftsführer der Brancheninitiative Licht.de in Frankfurt am Main. Strahler können zusätzliche Highlights des Bades punktförmig ausleuchten. „So kann man einen Akzent setzen und beispielsweise einen Kunstgegenstand oder eine Nische mit schönen Accessoires plastisch hervorheben.“ Das sorgt auch in einem kleinen Bad für wohnliche Atmosphäre.

Hingucker: Entscheidend für die gelungene Inszenierung des Traumbades ist die Dosierung der Highlights. „Man sollte den Raum keinesfalls überfrachten, sondern eher kleine Akzente setzen“, findet Krischer. „Das kann eine schön tapezierte Wand oder ein Mosaik sein.“ Alle anderen Flächen sollten optisch beruhigt werden.

Ideen entwickeln: Wer keine Vorstellung hat, wie sein Traumbad aussehen könnte, sollte sich umsehen: Im Fachhandel gibt es Badaustellungen mit verschiedenen Stilwelten. Alternativ bieten Herstellervereinigungen Serviceseiten im Internet an.

Aber Besitzer müssen ihre Wünsche realistisch einschätzen – in einem kleinen Bad ist einfach nicht alles umsetzbar. Das kann der Besuch eines Fachmanns klären. „So weiß man auch, ob sich der Traum von einer bodengleiche Dusche überhaupt realisieren lässt“, sagt Wischmann. Und vor der Beratung sollte man sich beantworten können: „Wie viele Personen werden das Bad nutzen? Möchte ich eine Wanne oder reicht mir eine Dusche? Wie groß ist das Budget?“

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