Abzocke mit Türöffnungen:

Unter den Schlüsseldiensten tummeln sich schwarze Schafe

Ist der Wohnungsschlüssel weg oder die Tür ins Schloss gefallen, ist das ein Fall für den Tür-Notdienst. Verbraucherschützer warnen vor dubiosen Anbietern, die Betroffene mit Wucherpreisen übers Ohr hauen.

Einen Moment nicht aufgepasst und man hat sich ausgesperrt. Dies kann mitunter sehr teuer werden. Foto: Kai Remmers
Kai Remmers Einen Moment nicht aufgepasst und man hat sich ausgesperrt. Dies kann mitunter sehr teuer werden. Foto: Kai Remmers

Schüsseldienste sollen in der Not helfen, machen aber mitunter Ärger: Dubiose Anbieter zocken laut einer Erhebung der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern auch im Nordosten Kunden mit Preisen ab, die weit über dem üblichen Niveau liegen. „Die Wahrscheinlichkeit an ‚schwarze Schafe‘ zu geraten, ist hoch“, sagt Stefan Tietz, Berater bei der Verbraucherzentrale. Diese würden teilweise für ihre Leistungen bis zu 400 Prozent über dem Durchschnittspreis berechnen.

Fällt die Wohnungstür an einem Wochentag zwischen 7 und 18 Uhr ins Schloss verlangen seriöse Schlüsseldienste im Schnitt 70 Euro –wer dagegen an einen dubiosen Vertreter der Zunft gerät, ist mitunter 244 Euro los. „Da wird versucht, die Not der Menschen auszunutzen“, kritisiert Tietz.

Abzocke-Firmen gaukeln Ortsansässigkeit vor

Noch teurer lassen sich unseriöse Anbieter die Wochenend- und Nachtöffnungen bezahlen. Bis zu 500 Euro müssen Betroffene dafür berappen – üblich seien dagegen 100 bis 150 Euro. „Da ist die Lage eindeutig. Das ist Wucher“, kritisiert Tietz die gepfefferten Rechnungen. Die Abrechnungen seien auch gespickt mit unwirksamen Vertragsklauseln. Die „schwarzen Schafe“ zu erkennen, ist für Verbraucher schwierig. „Das ist ein freier Markt“, erklärt Verbraucherschützer Tietz. Die Firmen könnten die Preise frei bestimmen. Ein beliebter Trick: Abzocke-Firmen gaukeln in den gelben Seiten Ortsansässigkeit vor – die Anrufe werden aber weitergeleitet. Der Schlüsseldienst rückt aus einer anderen Stadt an und kann zusätzliche Kosten abrechnen.

In den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern liegt der kostenlosen Flyer "Das Geschäft mit Ihrem Notfall" aus. Dieser beinhaltet auch ein Kärtchen, welches mit Telefonnummern von seriösen Anbietern ausgefüllt und dann am schwarzen Brett ausgehängt werden kann.

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