Kleine Nager sind kein Kuscheltier:

Vier Irrtümer über Hamster

Dicke Backentaschen, weiches Fell und dunkle Knopfaugen: Hamster sind als Heimtiere beliebt. Ein langes Leben haben die Nager leider nicht. Manchmal ist dafür eine falsche Pflege verantwortlich.

Dsungarische Zwerghamster sehen süß aus, sind aber kein Spielzeug!
Caroline Seidel Dsungarische Zwerghamster sehen süß aus, sind aber kein Spielzeug!

Ein Hamsterleben ist kurz: Mit drei Jahren gilt ein Goldhamster bereits als Methusalem. „Zwerghamster leben im Durchschnitt etwas länger, werden aber auch kaum älter als fünf Jahre“, sagt Tierärztin Regine Rottmayer von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz.

Die kurze Lebenserwartung ist zum Teil genetisch bedingt. Doch hartnäckige Vorurteile über die Bedürfnisse der kleinen Nager können dazu führen, dass diese noch früher sterben.

Irrtum 1: Sie sind ideale Haustiere für Kinder

Manchmal wollen Eltern einen Goldhamster für ihr Kind kaufen. Davon rät Annette Burda, die Landesvorsitzende des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe in Nordrhein-Westfalen ist, ab. „Hamster werden zahm, wenn der Besitzer viel Geduld hat. Das ist bei Kindern meist nicht gegeben.“

Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund drückt es noch deutlicher aus: „Der Hamster legt keinen Wert auf den Kontakt mit dem Menschen.“

Irrtum 2: Haustiere sollten nie allein gehalten werden

Anders als beispielsweise Meerschweinchen und Kaninchen sind Hamster Einzelgänger. Vor allem Goldhamster können sehr aggressiv auf Artgenossen reagieren.

Irrtum 3: Sie brauchen nicht viel Platz

Von wegen! In freier Wildbahn leben Goldhamster in Gängen und Höhlen, die bis zu zwei Meter tief in die Erde reichen. Bei der nächtlichen Futtersuche legen sie oft lange Strecken zurück.

Das dürfte im Wohnzimmer schwierig sein. Um den Bedürfnissen der Tiere zumindest annähernd gerecht zu werden, empfiehlt der Tierschutzbund einen Käfig von mindestens 100 mal 100 Zentimetern Breite und 70 Zentimetern Höhe. Die Einstreu sollte 20 bis 30 Zentimeter dick sein, damit die Hamster graben können.

Wer auf der Suche nach einem solchen Hamsterdomizil eine Zoofachhandlung aufsucht, könnte eine Überraschung erleben. Viele der angebotenen Kleintierkäfige für Hamster sind nicht groß genug oder aus anderen Gründen nicht geeignet.

Zudem brauchen Hamster täglich Freilauf. „Dabei sollte man darauf achten, dass sich das Tier nirgends einklemmen, verletzen oder ein Kabel anknabbern kann“, sagt Rottmayer. Von sogenannter Hamsterwatte rät Rottmayer ausdrücklich ab. Denn das Material kann Fasern bilden, mit denen die Tiere sich möglicherweise Gliedmaßen abschnüren. Heu und Stroh eignen sich besser.

Irrtum Nummer 4: Sie sind Vegetarier

Wichtig für ein gesundes Hamsterleben ist tierisches Eiweiß. Das ist in vielen handelsüblichen Futtermischungen schon enthalten. Zusätzlich brauchen Hamster Frischfutter. Rottmayer empfiehlt Gemüse und Kräuter. Obst sollten Zwerghamster gar nicht bekommen, Goldhamster höchstens in kleinen Mengen.

Auch fetthaltige Saaten werden nur als Leckerbissen gegeben. Damit der Hamster sich keinen Vorrat kalorienreicher Snacks zulegt, sollte man seine Verstecke regelmäßig kontrollieren. Denn Hamster hamstern nun einmal. Das ist kein Irrtum, sondern stimmt tatsächlich.

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