Männertreu, Stiefmütterchen und Co. :

Warum Pflanzen so heißen wie sie heißen

Wandelröschen, Männertreu oder Fleißiges Lieschen: Manche Pflanzen tragen besonders schöne Namen, und diese sind nicht ohne Grund entstanden. Was steckt hinter den Bezeichnungen?

Bleiwurz ist als Kübelpflanze beliebt.
Pflanzenfreude.De Bleiwurz ist als Kübelpflanze beliebt.

Essen. Pflanzen werden gerne nach ihren Entdeckern benannt oder nach Eigenschaften. Das kann die Blütenform, ihre Farbe oder auch ihr Duft sein. Vieles leuchtet direkt ein. Bei manchen außergewöhnlichen Namen fragt man sich aber: warum diese Bezeichnung? Das Blumenbüro in Essen hat ein paar Erklärungen zusammengestellt.

•  Stiefmütterchen

Der Ursprung seines Namens ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Er soll von der Verteilung der Blütenblätter kommen: Das unterste Blütenblatt – die Stiefmutter – verdeckt die beiden seitlichen Töchter, die wiederum die beiden obersten Blütenblätter – die Stieftöchter – verdecken. Eine weitere Erklärung beruht auf der Pflegeleichtigkeit: Das Stiefmütterchen ist eine sehr anspruchslose Pflanze, die es verträgt, stiefmütterlich behandelt zu werden. Aufgrund der Blütenform und -musterung wird es im Volksmund auch als „Blume mit Gesicht“ bezeichnet.

•  Fleißiges Lieschen

Botaniker bezeichnet es mit dem lateinischen Wort für ungeduldig: Impatiens. Denn die Samenkapseln platzen schon bei einer sanften Berührung auf. Im Volksmund ist die Pflanze als Fleißiges Lieschen bekannt. Es entwickelt von Mai bis Oktober immer wieder
neue Blüten.

•  Bleiwurz

Ein Irrtum war dieser Name. Im 17. Jahrhundert wurde die Bleiwurz entsprechend benannt, da man davon ausging, der graue Pflanzensaft helfe bei den damals weitverbreiteten Bleivergiftungen. Das war nicht so, der Name blieb dennoch erhalten. Botaniker sprechen auch vom Plumbago.

•  Männertreu

Diese Balkonpflanze erblüht nur von Juni bis Juli – wie eine kurze Sommerliebe. Das hat ihr den volkstümlichen Namen Männertreu eingebracht, was ein scherzhafter Vergleich mit der nicht lang anhaltenden Treue der Männer sein soll. Ihr botanischer Name Lobelia geht auf den Botaniker Matthias de L‘Obel zurück.

•  Wandelröschen

Diese Pflanze ist ein Chamäleon. Sie wechselt im Laufe der Blüte die Farbe. Zu Beginn der Blütezeit sind diese leuchtend gelb, dann werden sie orange und zum Schluss rot. Auch der botanische Name greift diese Eigenschaft auf: Lantana stammt vom Wort lentare für biegen ab.

•  Einblatt

Diese Pflanze hat viele Blätter und heißt trotzdem Einblatt. Die deutsche Bezeichnung leitet sich aber von der typischen Form des kolbenförmigen Blütenstands ab, der jeweils von einem weiß- oder cremefarbigen Hochblatt umrandet wird.

•  Maßliebchen

Die Zuchtform des Gänseblümchens trägt den botanischen Namen Bellis, was so viel heißt wie hübsch. Ihre Schönheit hat ihr schließlich auch den deutschen Namen Maßliebchen eingetragen.