Spaß mit Hamster, Ratte, Chinchilla und Co. :

Was Halter von nachtaktiven Tieren beachten sollten

Je dunkler es ist, umso lauter raschelt es im Gehege. Hamster, Chinchillas und Farbratten gehören zu den nachtaktiven Haustieren. Doch wer alles richtig macht, kann auch mit diesen Liebhabern der Nacht viel Freude haben.

Hamster sehen putzig aus, sind aber nicht zum Schmusen geeignet.
Waltraud Grubitzsch Hamster sehen putzig aus, sind aber nicht zum Schmusen geeignet.

Tagsüber wach sein, nachts schlafen: Anders als Menschen sind einige Tiere genau andersherum programmiert. Sie werden erst richtig aktiv, wenn es dunkel ist. „Darunter sind auch eine Reihe von Nagern, die als Heimtiere gehalten werden, wie Hamster, Chinchilla oder Farbratten“, sagt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund. Wer sich ein nachtaktives Haustier anschafft, muss einiges beachten, damit es sich wohlfühlt und gesund bleibt. „Es ist wichtig, seinen Biorhythmus zu respektieren und ihn bei Haltung und Pflege zu berücksichtigen“. Das bedeutet vor allem, dass die Tiere ihre Ruhezeiten einhalten können. Je nach Art, sind die Nachtschwärmer tagsüber nur stundenweise wach oder schlafen bis zum frühen Abend.

Damit das möglich ist, hält man sie am besten in einem Raum, in dem es während des Tages ruhig und schattig ist. Ihr Gehege sollte mit einer Schlafhöhle und anderen Rückzugsmöglichkeiten ausgestattet sein. „Dort sollte man sie dann während ihrer Schlaf- und Erholungsphasen auch nicht stören, indem man sie streichelt oder aus ihrem Unterschlupf holt“, sagt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte. Warum eine ungestörte Tagesruhe so wichtig für nachtaktive Tiere ist, zeigt sich, wenn sie diese länger nicht bekommen: „Im Endeffekt ist es wie beim Menschen. Schlafmangel und andauernde Unregelmäßigkeiten im Schlaf-Wach-Rhythmus erzeugen Stress und können krank machen“, erklärt Behr. Betroffene Tiere können aggressiv werden und Verhaltensstörungen zeigen.

„Als Halter muss man auch berücksichtigen, dass sie vorwiegend nachts aktiv sind“, erklärt Daniela Rickert von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz. Das bedeutet, die Hauptfütterungszeit auf die Abendstunden zu legen, da die Tiere vor allem nachts fressen. Frischfutter wie Salat verdirbt außerdem, wenn man es den Tieren zu früh vorsetzt. Die Tiere brauchen nachts Auslauf und auch der Käfig sollte während dieser Zeit ausgemistet werden. Geeignet sind nachtaktive Haustiere vor allem für Erwachsene, die nicht allzu früh schlafen gehen. Kinder tun sich oft schwer damit zu akzeptieren, dass die Tiere tagsüber ruhen.

Darüber hinaus sollten die Halter damit klarkommen, dass die Tiere auch mal laut im Käfig herumturnen, während sie schlafen. Unabhängig von ihren grundsätzlichen Ansprüchen an die Haltung, unterscheiden sich nachtaktive Haustiere aber in vielen Punkten:

Hamster: Hamster sind Einzelgänger, die alleine gehalten werden müssen. Da sie sich sehr gerne bewegen und graben, sollte ihr Gehege mindestens 0,25 Kubikmeter groß sein und eine dicke Bodenschicht zum Anlegen von Gängen haben. Zur Grundausstattung gehören Verstecke und Beschäftigungsmöglichkeiten wie ein Laufrad oder Kletteräste. Groß kuscheln oder spielen wollen Hamster aber nicht.

Chinchilla: Chinchillas springen und klettern von Natur aus gerne. Deshalb brauchen die Nager, die in der Gruppe gehalten werden müssen, viel Platz.Die empfohlene Mindestgröße für ein Gehege sind drei Kubikmeter. Einrichten sollten Halter das Chinchillaheim dreidimensional, sprich mit Sitzbrettern auf unterschiedlicher Höhe, einem Nistkasten zum Schlafen und Elementen wie Steinformationen oder Ästen.

Farbratten:Farbratten sind auch tagsüber aktiv. Sie sind intelligent und verspielt. Ihr Zuhause muss mindestens 0,5 Kubikmeter groß sein. Es sollte mehrere Etagen haben und ihnen ein Schlafnest und Verstecke, sowie Spiel- und Klettermöglichkeiten bieten. Die Tiere genießen den Kontakt zum Menschen und spielen und kuscheln gern.

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