Werkzeug:

Was Heimwerker wirklich brauchen

Was für Frauen die Schuhe, sind für den Mann die Werkzeuge. Ein Besuch im Baumarkt macht auch einfach Spaß. Aber mal ehrlich, wie viele Hämmer oder Schraubendreher braucht man wirklich? Und welche Elektrogeräte sind ein Muss. Eva Neumann hat ein paar Tipps für den Kauf zusammengetragen.

Hobby-Heimwerker brauchen nicht unbedingt in jeder erhältlichen Größe einen Schraubenschlüssel. Foto: M. Brichta
Mascha Brichta Hobby-Heimwerker brauchen nicht unbedingt in jeder erhältlichen Größe einen Schraubenschlüssel.

Was brauche ich wirklich?

Koffer mit Grundausrüstungen sind gerade für Anfänger verlockend. Außerdem überzeuge oft der günstige Gesamtpreis. Aber: Meist braucht man nur einen Bruchteil des Inhaltes. Michael Pommer, Trainer an der Do-it-yourself (DIY) Academy in Köln, rät: „Sets können als Orientierung dienen.“ Man sollte die Inhaltsliste durchgehen und das davon kaufen, was man wahrscheinlich am häufigsten braucht.

Wozu raten Heimwerkerexperten?

Mehrere Schraubendreher für Schlitz- und Kreuzschlitzschrauben und verschiedene Schraubenschlüssel dürfen nicht fehlen. Sie gibt es im Set. Bei Zangen und Sägen rät Peter Birkholz, Ratgeberautor für die Stiftung Warentest, zu Einzelprodukten. „Eine Beißzange, ein Seitenschneider und eine Kombizange mit seitlichem Drahtschneider reichen fürs Erste.“

Um ein Brett zu kürzen, braucht man eine Rückensäge oder eine kleine japanische Zugsäge, zum Kürzen von Schrauben oder Metallschienen eine Puksäge. Zum Entgraten ist eine kleine Feile gut. Dazu kommen noch zwei verschiedene schwere Hämmer, ein Cuttermesser mit Klingen zum Abbrechen, mehrere Spachtel, ein Entlüftungsschlüssel für Heizkörper, eine Wasserwaage und ein Zollstock oder ein Entfernungsmessgerät mit Laser. „Wer viele Deckeneinbaustrahler hat, sollte sich zudem einen kleinen Saugnapf zum Auswechseln zulegen“, ergänzt DIY-Experte Pommer.

Welche Elektrogeräte sind sinnvoll?

Unter den Elektrogeräten ist nur die Bohrmaschine unverzichtbar. „Sie sollte unbedingt über ein Schlagwerk, besser ein Hammerwerk und Rechts-Linkslauf verfügen“, erklärt Birkholz. Damit bohre der Heimwerker in jede Wand und könne sie auch zum Eindrehen von Schrauben benutzen. Dazu gehört ein Satz Stein- und Metallbohrer.

Was ist mit einem Akkuschrauber?

Akkuschrauber sind wegen ihrer schnellen und leichten Handhabung beliebt, lohnen sich aber nur für Viel-Schrauber. „Ein Akkuschrauber hält nicht ewig, denn sein Akku ermüdet irgendwann, und ungefähr nach fünf Jahren versagt er seinen Dienst völlig“, erklärt Birkholz. Ein Ersatzakku sei dann nur noch mit Mühe zu bekommen. Ambitionierte Heimwerker, die sich weitere Elektrogeräte anschaffen, könnten alle Modelle mit Akku kaufen und dabei auf Produkte von einem Hersteller setzen. „Dann kann man einen oder zwei Akkus für alle Geräte benutzen“, sagt Pommer.

Brauche ich Markenprodukte?

Wie bei jedem Produkt ist die Frage nach Qualität und Preis wichtig. Pommer rät, gerade bei der Grundausrüstung auf Qualität zu achten. „Gute Werkzeuge erkennt man oft am eingeprägten Herstellernamen – welche das sind, kann man beim Verkaufspersonal erfahren“, sagt Birkholz. Er findet, hochwertige Produkte seien ein Beitrag zur Arbeitssicherheit. „Denken Sie auch an Garantien und an ortsnahen Werkstattservice für Geräte“, rät Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren.

Was ist mit Schrauben und Nägeln?

Einen Minimalvorrat an Verbrauchsmaterialien wie Schrauben, Nägel und Dübel im Hobbykeller zu haben, ist ideal. „Schmiermittel sollte man vorrätig haben, für Fenster und Türen daneben
Gleitfett, für die Waschmaschine oder den Wasserhahn Ersatzdichtungen“, zählt Pommer auf. Klebebänder und strapazierfähige Kordeln sind für vieles zu gebrauchen. Silikon oder Spachtel hingegen werden am besten nach Bedarf gekauft. „Sie altern in der Kartusche. Als Pulver ziehen sie Feuchte an.“

Wie sieht es mit der Zeiteinteilung aus?

Mal schnell ist das Wohnzimmer nicht gestrichen, der Schrank neu lackiert oder der Parkettboden im Wohnzimmer abgeschliffen: Oft unterschätzen Heimwerker die Dauer einer Arbeit. Allein etwa das Ausräumen der Möbel im Wohnzimmer sollte mit gut zwei bis drei Stunden veranschlagt werden, sagen die Initiatoren der Aktion „Das Sichere Haus“. Heimwerker sollten daher vorher einen Plan mit allen Arbeitsschritten und deren Dauer schriftlich erstellen und sich besser noch etwas mehr Zeit dafür nehmen. Denn Zeitdruck führt zu Hektik, Überanstrengung, Konzentrationsschwäche und damit schließlich zu Unfällen. Die Initiatoren raten: Die zusammengezählte Stundenzahl, die sich aus der Dauer aller Arbeitsschritte inklusive Vor- und Nachbereitung sowie der Pausen ergibt, am besten mit 1,5 multiplizieren. Wichtig ist auch, sich zu überlegen, wo extra Zeitreserven eingeplant werden sollten – zum Beispiel könne beim Hantieren mit der Schlagbohrmaschine der Arm schneller schwer werden als gedacht.

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