Winterklassiker aus Mexiko:

Weihnachtssterne lieben Wärme

Egal, ob mit Kugeln, Nußknackern oder Tannenzweigen arrangiert, fast keine Advents-dekoration kommt ohne die beliebte Pflanze aus. Hierzulande wächst sie nur im Topf, in der Heimat wird daraus schon mal ein vier Meter hoher Strauch.

Die verschiedenfarbigen Sorten des Weihnachtssterns lassen sich dekorativ von hell nach dunkel nebeneinander aufreihen. Foto: Stars for Europe
Stars for Europe Die verschiedenfarbigen Sorten des Weihnachtssterns lassen sich dekorativ von hell nach dunkel nebeneinander aufreihen. Foto: Stars for Europe

Seine schönen Blüten sind gar keine: Der oft intensiv rot gefärbte Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) hat eigentlich ganz unspektakuläre Blüten. Aber sie sind von auffälligen Hochblättern umgeben, erklärt der Florist Klaus Wagener aus Minden (Nordrhein-Westfalen). „Sie haben sich in der pflanzlichen Evolution aus Laubblättern zum Anlocken von Insekten entwickelt.“ Und das bringt Vorteile: Denn wenn die Pflanze schon längst verblüht ist, leuchten ihre Hochblätter noch und der Weihnachtsstern ist daher besonders lange hübsch anzusehen.

„Neben den Sorten in hellleuchtendem, mittlerem und tief dunklem Rot, gibt es weiße, beigefarbene, gelbe und leicht grünliche Sorten“, zählt Wagener auf. Auch Lachs, Rosa, Apricot und Rost sind zu haben. Außerdem gibt es zweifarbige Formen, deren Blätter panaschiert oder gescheckt sind. Der Weihnachtsstern ist – wie sein Name schon verrät – ein Klassiker der Adventszeit und im Winter. Er gehört in vielen Häusern zur Dekoration wie der Weihnachtsbaum. „Besonders gut ist die Wirkung, wenn man nur eine Farbe – zum Beispiel Rot – verwendet“, sagt Wagener. Mehrere Pflanzen können etwa auf der Fensterbank aufgereiht werden.

Aber der Deko-Experte rät auch dazu, Blütenfarben bunt zu mischen oder von hell bis dunkel anzuordnen. „Super sieht es aus, wenn man in einer großen, weiten Schale die Pflanzen nebeneinanderstellt und dazwischen Kiefern- oder Buchszweige steckt“, ergänzt der Florist. Auch Zapfen und Weihnachtskugeln passen dazu.

Im Süden als lebende Zaunpfähle genutzt

Der Weihnachtsstern stammt aus Mexiko, sein Lebensraum sind die tropischen Trockenwälder. Schon als die Pflanze dort von europäischen Botanikern entdeckt wurde, bezeichneten die Einheimischen sie als Weihnachtsblume. „Das Wolfsmilchgewächs wurde zur Pflanze unserer Weihnachtstage, weil es auch in seiner Heimat in diesen Wochen blüht“, erklärt Nils Köster, Kustos des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem.

Während der Weihnachtsstern es hierzulande nur zur kleinen Topfpflanze schafft, wird er in Mexiko sogar als Heckenpflanze verwendet, sagt Köster. Kräftige Äste werden einfach in die Erde gesteckt, wo sie leicht Wurzeln bilden. Die lebenden Zaunpfähle sind langlebiger als gefälltes Holz, weil dieses in dem tropischen Klima schnell verrottet. „Die Pflanze wächst als Strauch, der bis zu vier Meter hoch werden kann“, erklärt Köster. Der Aufbau ist locker.

Im Topf hängt die Haltbarkeit vor allem von der Qualität der Pflanzen beim Einkauf ab. „Die Blätter dürfen keine Flecken zeigen und sollten eine dunkelgrüne Farbe haben“, rät Thomas Borowka, Bereichsleiter Gewächshäuser im Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem.

Die farbigen Hochblätter sollten schön ausgebildet und gut durchgefärbt sein. „Die kleinen gelben Blüten in der Mitte der Hochblätter dürfen beim Kauf noch nicht geöffnet sein.“ Ganz wichtig ist, dass die Hochblätter nicht beschädigt sind. Ein Hinweis darauf ist auslaufender Milchsaft.

„Eine gute Verpackung für den Transport ist bei Kälte unerlässlich“, erklärt Borowka. Der Weihnachtsstern bevorzugt es nämlich etwas wärmer. In einem Zimmer mit Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad entwickeln sich die Pflanzen gut. Vor allem der Wurzelbereich sollte es warm haben. Ist die Luft zu trocknen, breiten sich Spinnmilben aus. Am besten stellt man deshalb Schalen auf, aus denen dann Wasser verdunstet.

Kaltes Gießwasser sorgt für Stress

„Beim Gießen verwendet man möglichst nie Wasser, das kälter ist als 16 Grad.“ Gut seien auch hier 18 bis 22 Grad. Kaltes Gießwasser sei ein Stressfaktor. „Man gießt immer nur nach Bedarf“, erklärt Borowka. Meist gebe der Hobbygärtner aber zu viel. „Dadurch entsteht Staunässe, die Blätter werden gelb, welken und fallen schließlich ab, wenn sie braun geworden sind.“ Die Pflanze vergammelt quasi von unten. Um das zu verhindern, entfernt der Hobbygärtner am besten nach dem Gießen überschüssiges Wasser aus dem Übergefäß.

Deko-Tipp: Will man die Rosetten als Schnittblumen verwenden, sollten die Pflanzen nicht ausbluten. „Man kocht Wasser auf und lässt es etwas abkühlen, damit man die Schnittstelle kurz hineinhalten kann“, erklärt der ehemalige Floristikweltmeister Wagener. Dabei gerinnt das Eiweiß im Milchsaft und läuft nicht weiter aus. Nun kann man einzelne Blüten auf Weingläser legen und hat im Handumdrehen eine Tischdekoration für die Weihnachtstage. Oder mehrere davon kommen mit
Zapfen und Nüssen in eine weite Schale.

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