Feuer in der Küche:

Wenn das Frittierfett explodiert

Kochen ist eine alltägliche Aufgabe. Vorsichtsmaßnahmen werden kaum getroffen. Doch gerade am Herd entstehen die meisten Brände im Haushalt.

Es geht so schnell: Die meisten Brände haben in der Küche ihren Ursprung. Brennendes Fett sollte man niemals mit Wasser löschen. Foto: Institut für Schadenforschung
IFS Es geht so schnell: Die meisten Brände haben in der Küche ihren Ursprung. Brennendes Fett sollte man niemals mit Wasser löschen. Foto: Institut für Schadenforschung

Kochen ist gefährlich. Das muss man annehmen, wenn Experten wie Hans-Hermann Drews sagen: „Die meisten Brände (39 Prozent) haben in der Küche ihren Ursprung.“ Und fast jeder Zweite werde am Herd verursacht. Der Geschäftsführer des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) in Kiel nennt Zahlen von Überprüfungen seines Unternehmens, eine bundesweite Statistik dazu gebe es nicht.

Meistens sei menschliches Versagen Schuld am Feuer. Denn nur bei einem Prozent der Brände am Herd wurde bei der Schadensauswertung ein elektrotechnischer Defekt des Herdes nachgewiesen. Mehrheitlich fangen brennbare Gegenstände auf oder in unmittelbarer Nähe des Herdes Feuer (63 Prozent). „Deshalb sollte das Ceran- oder Kochfeld und das unmittelbare Umfeld niemals als Ablagefläche dienen“, erläutert der Experte.

Niemals Fett mit Wasser löschen

In 35 Prozent der Fälle brennen Fett und Öl. „Eine Pfanne mit heißem Fett sollte nie unbeaufsichtigt auf der heißen Herdplatte stehen“, sagt Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion Das Sichere Haus (DSH) in Hamburg. „Den Herd sollte man immer ausschalten und den Topf von der heißen Herdplatte ziehen, wenn es beim Kochen an der Tür klingelt oder das Telefon läutet.“

Kommt es zu einem Fettbrand, ist Wasser zum Löschen absolut tabu. Denn Wasser verdampft in Sekundenschnelle in dem einige hundert Grad heißen Fett, erläutert Woelk. Dadurch werde das Wasser zusammen mit dem siedend heißen Fett aus der Pfanne gerissen. Solche Fettexplosionen können schwere bis tödliche Brandverletzungen verursachen. Und der Brand weitet sich leicht auf die ganze Küche und auf die Wohnung aus.

Schnelles Handeln ist bei eine Brand nötig

Einen kleinen Fettbrand im Topf oder der Pfanne erstickt noch der Deckel. Gleichzeitig wird das Gefäß vom heißen Kochfeld gezogen, sagt Woelk. Allerdings gehöre dazu eine gewisse Portion Mut – doch schnelles Handeln ist hier wichtig: „Wenn in der Pfanne Fett brennt, greifen die Flammen schnell auf die Dunstabzugshaube über“, berichtet Ulrich Behrendt, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. Dies sei besonders dann der Fall, wenn der Fettfilter vollgesogen ist.

Jeden dritten Küchenbrand verursachen nach IFS-Angaben elektrische Defekte. „Damit Toaster, Wasserkocher, Kaffeemaschine und Co. nicht brennen, sollten diese Geräte nicht unbeaufsichtigt arbeiten“, sagt Behrendt. Auch die Krümelschublade des Toasters gilt es regelmäßig zu leeren. Bei Nichtgebrauch werden Geräte grundsätzlich ausgeschaltet und vorsichtshalber am besten sogar der Netzstecker gezogen. Das gilt für alle Geräte: „Denn nicht nur Billigware brennt“, betont Drews. Ein Markenname schütze nicht vor einem Brand. Um Flammen im Notfall schnell bändigen zu können, sollte in der Küche eine Löschdecke bereitliegen, rät Woelk.