Gartenarbeit:

Wertvoll wie die Natur selbst

Peter Succo ist Hobbygärtner aus Leidenschaft. Er hat viel gelesen und macht sich die Formel englischer Gärtner zu eigen: „Investiere ein Drittel in Pflanzen und zwei Drittel in richtigen Boden“. Deshalb investiert er in Kompost, der ist für den Boden ganz wichtig.

Peter Succo ist immer wieder überrascht, wie gut Laubkompostieren funktioniert. An der Stelle, wo jetzt der kleine Haufen liegt, stand im vergangenem Jahr das Drahtgestell. Fotos: Ute Ziemann
Peter Succo ist immer wieder überrascht, wie gut Laubkompostieren funktioniert. An der Stelle, wo jetzt der kleine Haufen liegt, stand im vergangenem Jahr das Drahtgestell. Fotos: Ute Ziemann

„Jeder gute Gärtner macht irgendwo in die Ecke seines Gartens einen Haufen.“ Mit diesem Satz brachte einst Hans-Joachim Preil seinen Sketchpartner Rolf Herricht aus der Fassung. Doppeldeutigkeiten waren bei den beiden Programm. Aber jeder Zuhörer wusste ganz genau, dass ein Komposthaufen gemeint war.

Peter Succo macht nicht nur einen Haufen in seinen Garten. Der Hobbygärtner versucht sich gleich an drei Varianten der Kompostierung: den Mistkompost, den Laubkompost und den Mischkompost. Mit dem Laubkompost habe er gute Erfahrungen gemacht, erzählt der 72-Jährige. Da auf seinem fast 7000 Quadratmeter großen Grundstück im Herbst viel Laub anfällt, interessierte ihn die Möglichkeit Spezialkompost aus Laub herzustellen.

Unter seinen großen Linden baute er ein rundes Drahtgestell, das er mit Laub füllt. Dazwischen werden Erde und Kalk geschichtet – und fertig ist der Laubkomposthaufen. „Ich bin selbst überrascht, dass nach einem Jahr alles verrottet ist“, sagt er und greift mit einer Hand in die feine Komposterde.

Für den Mistkompost lässt er sich im Herbst eine große Fuhre Kuhmist bringen. Die lagert er ebenfalls unter den Linden. Schon im nächsten Frühjahr kann der verrottete Mist in die Beete eingearbeitet werden. „Für den Bodenaufbau ist Mistkompost deutlich besser als frischer Mist“, weiß Peter Succo. Unter den großen Bäumen verstecken sich aber nicht nur diese zwei großen Komposthaufen – dort findet sich auch so manches Biotop. Die Größe des Grundstücks macht es möglich, dass der Hobbygärtner Holz- und Strauchreste einfach sich selbst überlassen kann. Diese Biotope bieten beispielsweise dem Igel ein Quartier.

Mehr Arbeit macht natürlich der Mischkompost. Peter Succo hat dafür zwei Kammern angelegt: jede mit einer Größe von einem Kubikmeter. Als Material verwendet er Elemente aus Metall. Den Untergrund hat der Gärtner mit „Hühnerdraht“ ausgelegt, um die Regenwürmer, die sich im Kompost tummeln, vor Maulwürfen zu schützen. „Im Mai fange ich mit der Kompostierung an“, erzählt Peter Succo. Zunächst legt er eine grobe Schicht aus Ästen, die als Dränage dient, hinein. Darauf folgt der erste Grasschnitt, natürlich ohne Samen, betont er. und fügt hinzu, dass das Gras angetrocknet sein muss. Bei Familie Succo kommt fast alles auf den Kompost: Löwenzahn, der noch nicht blüht, und junger Brennnessel gehören genauso dazu wie Küchenabfälle. Er habe beobachtet, dass Regenwürmer Zwiebelschalen und Kaffeegrund besonders mögen, aber auch Teereste und komplette Filtertüten verrotten bei ihm. Allerdings rät Peter Succo ab, Kartoffelschalen von gekauften Kartoffeln auf den Kompost zu werfen. Die seien mit Antikeimmittel behandelt.

Das Material mischt er nach dem Trocken-Nass-Prinzip: je eine 20 Zentimeter dicke Schicht Kompostmaterial und eine dünne Schicht Erde. Nach fünf Wiederholungen ist ein Meter erreicht. Zwischen den Schichten gibt Peter Succo Kalk oder auch Schnellkomposter. Zur Bodenverbesserung mischt er Steinmehl darunter. Außerdem schwört er auf Humofix vom Kloster Fulda. Das ist ein Kräuterpulver, das als Kompostaktivator wirkt“, erklärt der aktive Gärtner.

Zum Abschluss kommt eine dicke Erdschicht, am besten Gartenerde, darauf. Dann packt er seinen Haufen ein. Mit alten Teppichen oder Strohballen. „Es muss aber immer Luft rankommen“, sagt er. Wenn es gut läuft, entwickeln sich nach kurzer Zeit Temperaturen von 60 bis 65 Grad. Nach zehn Tagen entfernt Peter Succo die Verpackung und schon nach zwei bis drei Monaten hat er richtig guten Kompost.