Krankenhaus nimmt an Studie teil:

Herzenssache: Rund um die Uhr passt jemand auf

Nur erschöpft oder schon ein Herz-Problem? In der Mecklenburger Schweiz leben Herz-Patienten besonders gefährlich. Das soll ein neues Modell-Projekt ändern.

Chefarzt Dr. Christian Keuneke mit Schwester Ilona und Schwester Stefanie bereiten die Untersuchung eines Patienten vor.
Iris Diessner Chefarzt Dr. Christian Keuneke mit Schwester Ilona und Schwester Stefanie bereiten die Untersuchung eines Patienten vor.

Nicht zuletzt soll es Kosten sparen. Aber gleichzeitig den Patienten helfen. Wie ein Frühwarnsystem für Kranke funktioniert deshalb die weltweit größte Telemedizinstudie zur "chronischen Herzinsuffizienz". Menschen aus der Region mit diesem Krankheitsbild, das auch oft Herzschwäche genannt wird, können jetzt an dieser Studie der Berliner Universitätsmedizin teilnehmen. "Ich bin froh, dass wir uns daran beteiligen", sagt Dr. Christian Keuneke, Chefarzt der Inneren Medizin im Malchiner Krankenhaus des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums.

Bei dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt soll geprüft werden, ob tägliche Messungen zu Hause und die sofortige ärztliche Auswertung der Werte eben nicht nur Kosten spart, sondern auch Todesfälle verhindert und die Lebensqualität des Patienten verbessert.

"Patienten aus unserer Region, die an chronischer Herzinsuffizienz leiden und deswegen im vergangenen Jahr auch schon einmal im Krankenhaus behandelt wurden, können an dieser Studie teilnehmen", erklärt der Malchiner Chefarzt. In Berlin überwachen während der Studie Fachärzte und Pfleger die eingehenden Daten rund um die Uhr. "In dem Moment, wo die Kollegen im Telemedizin-Zentrum Auffälligkeiten bei den täglich übermittelten Werten entdecken, treten sie sofort mit den Patienten in Kontakt", erklärt Dr. Keuneke.

Dabei sei ein abgestuftes Vorgehen vereinbart. Das könne eine Dosisänderung bei den Medikamenten sein, natürlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt, aber auch eine sofortige Alarmierung des Notarztes. Etwa alle drei Monate gebe es Studienvisiten im Malchiner Krankenhaus. Mindestens zwölf, maximal 24 Patienten aus der Region könnten an der Studie teilnehmen.