Melanie Florschuetz (29) und Nico Matznick (33) aus Prenzlau:

Ihre Lovestory begann auf dem Fußballplatz

Sie spielte schon in jungen Jahren leidenschaftlich gern Fußball, er wartete am Spielfeldrand. Nun sind sie schon lange ein Paar. An ihrem 30. Geburtstag wird geheiratet.

Melanie Florschuetz (29) und Nico Matznick (33) aus Prenzlau
privat Melanie Florschuetz (29) und Nico Matznick (33) aus Prenzlau

Mehr als ihr halbes Leben lang trat Melanie gegen das „Runde Leder”, spielte Fußball mit großer Leidenschaft. Wenn sie aber zurückdenkt, dann sammeln sich in ihr nicht nur sportliche Erinnerungen. „Ich war damals 14, wollte raus und suchte die Herausforderung”, sagt sie. Jeden Mittwoch trafen sie sich, die Mädchen und Frauen des Vereins. Eine der Neuen war Julia. Ihr Bruder Nico chauffierte sie regelmäßig zum Training. Oft, ja verdächtig oft, stand der große, stattliche junge Mann am Rande des Trainingsplatzes und schaute zu.

„Als meine damals schnell gute Freundin Julia fast beiläufig meinte, ihr Bruder Nico und ich würden bald ein Paar werden, zeigte ich ihr spontan einen Vogel und schimpfte. Niemals, er war überhaupt nicht mein Typ!”, erinnert sich Melanie heute.

So geschehen im Frühjahr vor nun fast zwölf Jahren. Was dann kam, war für alle Beteiligten nicht absehbar. Nico, damals 22 Jahre alt, begleitete seine Schwester Julia trotz auswärtiger Arbeitsstelle erst immer häufiger, bald sogar durchweg auf den Fußballplatz. „Monate vergingen, aber mein Herz merkte, da ist mehr als nur eine Fußballbekanntschaft. Doch was war das?”

Der inzwischen 16-Jährigen flogen immer mehr Schmetterlinge im Bauch herum. Zaghafte, meist versteckte kleine Flirts ergaben sich, schüchterne Gesprächsansätze, aber wirklich „geknallt” hat es (noch) nicht im Herzen des jungen Mädchens. Nico jedoch blieb eisern! Fast heimlich fand er ihre Telefonnummer über Freunde heraus, fasste sich ein Herz und tippte ihr eine Kurzmitteilung: „Hallo, hier ist Nico…" Und so begann sie, die Lovestory der beiden an diesem ersten Weihnachtstag 2005.

„Wir ließen uns alle Zeit der Welt, bastelten uns dusselige Alibis und taten weiter höchstens freundschaftlich.“ Das Mädchen wurde erwachsen, mit und ohne Ball, aber ihre Gedanken hingen längst durchweg bei Nico. „Heute weiß ich, dass ich schon damals der eigentliche Grund für seine quasi dauerhafte Anwesenheit beim Training war. Was ich dereinst noch vehement abstritt, gestehe ich heute ehrlich und voller Freude ein: Ich war und bin verliebt, wie am allerersten Tag!”, so Melanie.

Längst verbringen die beiden Prenzlauer jede freie Minute zusammen, wohnen gemeinsam in ihren vier Wänden, arbeiten schwer im Schichtdienst, und finden doch immer wieder Gelegenheiten, füreinander da zu sein. Elf Jahre vergingen, „fast wie im Flug…", erinnert sie sich gern zurück. „Diese vielen unendlichen Höhen, aber auch die Tiefen. Und doch: „Es gab keinen einzigen Tag, an dem wir zweifelten.”

Die längst gestandene Frau hat ihren Traumprinzen gefunden, oder besser: er fand sie und gab einfach nicht auf. Ganz klar: sie ist eher die Spontane der beiden, eher der aktive Part, beschließt oft schnell und aus dem Bauch heraus für sie zusammen. Nico dagegen ist vielmehr der ‚Kopf‘, überlegt lange und ‚drückt‘ sich vor Entscheidungen. Wie das halt so ist mit den Gegensätzen…

Mal lassen sich die beiden allen Raum, dann gehen sie sich wieder fürchterlich auf die Nerven. „Anders, als damals, fühle ich mich nach all den Jahren nicht mehr, wie vom Donnerschlag getroffen. Nein, für mich ist unsere Liebe die herrliche Ruhe, die Vertrautheit, die langsam wuchs und mich doch immer mehr trägt – es ist einfach wunderschön, nach wie vor. Für mich ist „mein” Nico irgendwie wie ein Gefühl‚ endlich ‚nach Hause‘ zu kommen und in Sicherheit zu sein”, sagt Melanie.

Das Mädchen wuchs heran und öffnete ihr Herz. Am 9. Juni „nullt” sie nun zum inzwischen dritten Mal, Zeit also für kräftige Veränderungen! Das, womit alles angefangen hat, den aktiven Fußball, wird sie auch aufgrund der vielen Sportverletzungen endgültig aufgeben. „Es tut zwar weh, ist aber längst beschlossene Sache und einfach nur notwendig.” Fast wirkt es wie das „kleinere Übel”, denn an diesem 9. Juni wird sich noch viel mehr ändern – diesmal weniger „mit dem Ball”.

Aus dem einst schüchternen und heimlichen Flirt soll eine Familie entstehen. Die Hochzeit im Prenzlauer Rathaus steht fest, nach den Formalitäten soll eine „Riesenfete” steigen. Zustande kam der Termin allerdings eher kurios: „Fast nebenbei fragte ich ihn vor zwei Jahren mal, er traute sich ja nicht.” Damals sagte Nico ganz spontan „NEIN”, allerdings nicht aus fehlender Zuneigung, sondern eher aus Angst, seine Freundin dadurch womöglich zu verlieren.

„Das war schon komisch, aber ich wusste ganz genau, was er meinte.“ Genau zwei Jahre später aber versuchte sie es erneut – völlig unromantisch über ‚WhatsApp‘: „Willst Du mich heiraten, nach genau zwei Jahren stehe ich immer noch an Deiner Seite und liebe Dich wie am ersten Tag...“ Und fast wie im Märchen folgte prompt sein „Jaaaa!!!” Auch Nico „will” – und den Termin hätten die beiden kaum besser wählen können. „All die ganz vielen Steine, die uns in den Weg geworfen wurden, haben wir gesammelt und uns daraus inzwischen ein Schloss gebaut – fest gemauert mitten in Prenzlau und alle sollen es sehen”, so Melanie.