Juliane Mruk und Arnold Pett aus Jarmen:

Ihren Korb gab sie nicht zurück

Wie umgarnt man eine Frau stilvoll, wenn sie für "Romantik-Quatsch" so gar nicht zu haben ist? Arnold hat diese Klippe für seine Juliane perfekt umschifft - im wahrsten Sinne des Wortes.

Juliane Mruk (31) und Arnold Pett (42) aus Jarmen
privat Juliane Mruk (31) und Arnold Pett (42) aus Jarmen

Das Angeln und Kennenlernen:

Arnold und ich lernten uns 2009 an der Universität in einem Seminar für Hebräisch kennen, da wir beide in Greifswald Religion studierten. Natürlich hatte ich von Anfang an ein Auge auf dieses hübsche Bürschchen geworfen. Da er wirklich ein ausgesprochen gut aussehendes Exemplar von Mann war, schrumpelte meine Selbstsicherheit auf ein Minimum zusammen. Jedenfalls dachte ich, dass sooooo ein schöner Mann entweder in festen Händen ist oder sehr viele, sehr schöne Frauen in kurzen Zeitabständen zur Auswahl hat.

Ich wusste: Um diesen Hecht an die Angel zu bekommen, muss ich mich schon ganz schön ins Zeug legen und gezielt reizvolle Köder auslegen in der Hoffnung, das Objekt der Begierde würde mich eines Tages nach dem Seminar zum Kaffee einladen. Ich selbst war viel zu eingeschüchtert, um ihn so etwas zu fragen! Jedenfalls unternahm ich so einiges, um mich ins rechte Licht zu rücken und meine attraktivste Seite vorzukehren. Jedoch passierte NICHTS bis zum Ende der Vorlesungszeit und die blanke Enttäuschung machte sich in der letzten Hebräischstunde in mir breit.

Nachdem die Sitzung beendet war, packte ich niedergeschlagen meine Bücher ein und wollte resigniert die Kurve kratzen, als mich Arnold endlich doch noch fragte, ob ich Zeit für einen Kaffee hätte. "Natürlich", sagte ich mit gelassener Stimme und ganz cool, als wäre es mir eigentlich egal: „Ja, warum nicht!“ Er sollte nicht denken, ich wäre leicht zu haben. Aber in mir herrschte das reinste Überraschungschaos und Gedankenwirbel vor lauter Freude und Überschwang!

Der erste Schritt war getan, aber der Hecht noch nicht ganz an der Angel. Mit Einfallsreichtum und Kreativität musste ich noch so einige Unterfangen starten, um dem Ziel näher zu kommen. Zum Beispiel: Wie erhalte ich Zugang zu seiner Wohnung, wenn das Bürschlein nicht den Schlüssel rausrückt und wie gelangt man trotzdem in die heiligen Hallen? Lösung: Unter Einsatz meines Lebens heimlich durchs offene Fenster klettern und den begehrten Mann versehentlich fast zu Tode erschrecken! Oder, wie bringe ich mich in Erinnerung, ohne dass ich allzu aufdringlich wirke usw.

Naja, nun gut! Schluss mit der Plauderei aus dem Nähkästchen! Die Angelei war erfolgreich und mittlerweile sind wir so einige Jahre glücklich zusammen. Hin und wieder erzählen wir uns gegenseitig von unseren anfänglichen Erlebnissen, Unternehmungen und Angelversuchen miteinander und lachen uns darüber kaputt. Denn nicht nur ich hab den Köder ausgeworfen, sondern auch mein lieber Arnold. Nur ich Trottel habe nichts davon gemerkt!

Die Verlobung:

Es reifte der Entschluss, nun doch mal endlich zu heiraten! Ich hatte aber noch gar keinen Bock darauf! Deshalb wurde erstmal eine Verlobung geplant, obwohl ich nicht viel davon halte, da jemand mal zu uns sagte: „Verloben heißt: Sicherstellen und weitergucken!“ Außerdem hatte ich echt Schiss vor dem Ring, weil mich Schmuck nervt und bei mir so einige Ringe schon verloren gegangen sind!

Zum andern vertrage ich diesen "Romantikquatsch" überhaupt nicht. Ich stelle mir dann einen lächerlichen Kniefall mit Blümchen und diesen abgedroschenen Worten „Willst du mich heiraten?“ vor oder wie ich beim Austrinken eines Champagnerglases den Verlobungstod sterbe, weil ich mich am darin enthaltenen Ring verschlucke! Nein, danke!

Ich hatte keinen blassen Schimmer davon, wie die Verlobung vonstatten gehen sollte!
Mein Arnold, wohlwissend um meine Antipathie gegen „Romantikquatsch“, hat vorgesorgt und die Untiefe gekonnt umschifft. Er charterte einen Katamaran und lockte mich auf das offene Meer. Dort kredenzte er mir glücklicherweise ohne viel Worte ein Körbchen mit dem Ring. Ich behielt erleichtert den Korb und gab ihn nicht wieder zurück! Daher kommt auch das Sprichwort: „Jemandem einen Korb geben!“ Da steckt ein sehr alter Brauch dahinter. Kann man bei Wikipedia lesen!

Dummerweise habe ich den Verlobungsring am selben Abend noch versaubeutelt, weil ich Holz für ein Lagerfeuer klein gemacht habe und dabei ist er abhanden gekommen und wurde, oh Wunder trotz der Dunkelheit alsbald wiedergefunden und der Verlobungstag gerettet!

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber an den Ring habe ich mich schon fast gewöhnt. Er nervt nur noch selten! Im August soll dann das Versprechen eingelöst werden.

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