Karin Mertins (30) und Martin Sieppert (31) aus Neuenkirchen:

Kniefall am nördlichsten Punkt Europas

Wie er den Anzug auf einer Wohnmobilreise von fast 3000 Kilometern vor ihr verstecken konnte, ist ihr bis heute ein Rätsel. Doch er hatte einen guten Grund für seine Heimlichtuerei.

Karin Mertins (30) und Martin Sieppert (31) aus Neuenkirchen
privat Karin Mertins (30) und Martin Sieppert (31) aus Neuenkirchen

Am 8. Juli 2016 starteten wir unsere Wohnmobilreise, getreu dem Motto “Der Weg ist das Ziel”, mit einem unserer besten Freunde. Die Idee dieser Reise war bis zur tatsächlichen Umsetzung ein Hirngespinst eines feuchtfröhlichen Männerabends.

Der Plan war, einmal zum Nordkap und zurück. Uns blieben nur knappe zwölf Tage für dieses Abenteuer. Neben stundenlangen Fahrten auf den Autobahnen Deutschlands, Schwedens, Finnlands und Norwegens, aufregenden Städten und wunderschönen Landschaften erreichten wir nach nur dreieinhalb Tagen und zirka 2800 Kilometern am Ende der atemberaubenden Europastraße 69 gegen 21 Uhr das Nordkap.

Nachdem wir das Areal des Nordkaps erkundet hatten, es kaum fassen konnten, das nördliche Ende Europas erreicht zu haben und uns an die Mitternachtssonne gewöhnt hatten, wurde ich (die Braut) unter einem Vorwand von unserem besten Freund vom Wohnmobil weggelockt. Warum mein zukünftiger Mann und unser Freund eine Zeit ausmachten, wann wir uns an der Weltkugel treffen würden, verwirrte mich, aber hinterfragt habe ich es nicht.

Als wir dann zur vereinbarten Zeit an der Weltkugel eintrafen, sah ich als erstes den Kragen eines weißen Hemdes an meinem Liebsten, leicht verunsichert steuerte ich auf direktem Wege zu ihm. Er erwartete mich bereits im Anzug (mir ist es bis heute ein Rätsel, wie die beiden es schafften, den Anzug meines Liebsten, ohne dass ich es merkte, mit auf die Reise zu nehmen) auf dem Plateau der Weltkugel. Er sprach von unserer gemeinsamen Zeit und dass es doch nun an der Zeit wäre, auf die Knie zu fallen, um mich zu fragen, ob ich seine Frau werden möchte. Eine andere Antwort als ein JA wäre mir nach neun wundervollen Jahren und diesem liebevollen Antrag an einem so traumhaften Ort nie eingefallen.