Karolin Baktijev und Alexander Ibbeken aus Neubrandenburg:

Wenn Man(n) sich traut

Sollte Alexander gedacht haben, mit dem Heiratsantrag an sich wäre schon alles gelaufen, lag er falsch. In Karolins Familie muss der Brautvater noch ganz traditionell gefragt werden, ob er denn zustimmt. Anlass für eine weite Reise und weiche Knie...

Karolin Baktijev (26) und Alexander Ibbeken (26) aus Neubrandenburg
privat Karolin Baktijev (26) und Alexander Ibbeken (26) aus Neubrandenburg

Es war der Juni 2011, es sollte ein unvergessliches Lärz-Festival mit meiner besten Freundin werden, gute Stimmung war garantiert. Doch wie es nun einmal so ist, es kommt meist anders als gedacht. Meine beste Freundin teilte mir telefonisch mit, dass sie nicht pünktlich am Treffpunkt erscheinen würde, sie verspätete sich und so stand ich allein inmitten einer großen Menschenmasse und kämpfte darum, die gute Laune aufrecht zu erhalten.

Es war dort nur ein sehr schlechter telefonischer Empfang, aber das, was ich von dem Telefonat mit ihr verstand, war, dass sie einen guten Freund von sich schicken würde. Den hatte ich zwar noch nie gesehen aber egal, besser als allein irgendwo "unabgeholt" rumzustehen und zu warten!

Da war der Moment, das erste Aufeinandertreffen mit meinem Alex, dem Mann, der zukünftig mein Leben für immer ändern sollte. Natürlich wusste ich davon zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Wir verbrachten gemeinsam in der Gruppe ein sehr schönes unvergessliches Festival-Wochenende. Es vergingen ein paar Tage und Wochen, in denen Alex mir mehrfach zu verstehen gab, dass er sich freuen würde mich wieder zu sehen. Ich zögerte etwas, obwohl ich ihn ja inoffiziell sehr süß fand!

Nach langem Zögern trafen wir uns, wie es der Zufall so will, an dem Geburtstag meiner besten Freundin. Ab da an waren wir unzertrennlich und es entwickelte sich daraus bis heute eine sehr innige Beziehung.

Der Zufall brachte uns zusammen und was aus einem unvergesslichen Freundinnen-Erlebnis werden sollte, wurde zu etwas größerem, nämlich zur großen Liebe!
Wer denkt, die Geschichte sei hier schon zu Ende, sollte sich nicht täuschen...

Als mein Alex mir den Antrag gemacht hat, war es der schönste Tag meines Lebens, doch er wusste nicht, was noch alles ihn erwarten würde.

Ich lebe nun seit 15 Jahren in Deutschland, doch die muslimische Religion meiner Eltern - wir stammen ursprünglich aus Kasachstan - würde es wohl oder übel erforderlich machen, dass mein Freund traditionell bei meinem Vater um die Hand seiner Tochter anhält. Und wer meinen Alex kennt, der weiß, welch eine emotionale Herausforderung dies für ihn bedeutete.

Nun machten wir uns zu Weihnachten auf die lange Reise in das weite Dreiländereck nach Rhein am Weil zu meinen Eltern. Wir tasteten uns über die Feiertage so langsam an den entscheidenden Moment, die Nervosität stand uns auf der Stirn geschrieben und mein Vater ließ es sich mit versteinerten Miene nicht nehmen uns hinzuhalten...

Wir wurden auf die Ernsthaftigkeit unseres Vorhabens geprüft, es wurden ein paar Regeln genannt…  Und anstatt uns nun endlich zuzustimmen, meinte mein Vater abschließend: "Naja ich kann ja viel erzählen und sagen doch wenn meine "Chefin" (da meinte er natürlich meine Mutti) nicht das endgültige "Ja" gibt, war die ganze lange Rede umsonst!"

Als wir dann alle meine Mutti erwartungsvoll anschauten und sie uns natürlich sofort ihren Segen gab, umarmten wir uns alle und uns fiel ein riesen Stein vom Herzen!
Nun, mit dem Segen unserer Eltern, freuen wir uns auf die wohl größte Herausforderung für uns, nämlich die Hochzeitsvorbereitung!

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