Neubrandenburger Tafel mit Sorgen:

Tausende noch auf Essen-Spende angewiesen

30 ehrenamtliche Helfer sorgen bei der Neubrandenburger Tafel dafür, dass jeder Bedürftige genug zum Sattwerden erhält. Das ist nicht immer einfach.

Christa Benzel kommt seit 15 Jahren jeden Montag zur Ausgabestelle der Neubrandenburger Tafel, um zu helfen.
Thomas Beigang Christa Benzel kommt seit 15 Jahren jeden Montag zur Ausgabestelle der Neubrandenburger Tafel, um zu helfen.

 Trotz guter wirtschaftlicher Bilanz in Neubrandenburg, trotz hoher Steuereinnahmen und und nicht steigender Arbeitslosigkeit - die Zahl der Viertorestädter, die immer noch auf Lebensmittelspenden angewiesen sind, wird nicht geringer. "2300 Frauen, Männer und Kinder kommen ohne uns nicht über die Runden", sagt Frank Münzberger, der Chef der Neubrandenburger Tafel. Regelmäßig jeden Montag, Mittwoch und Freitag kommen Münzberger und seine Helfer ins Schwitzen, wenn sich Bedürftige in der Neubrandenburger Oststadt in der Ausgabeschlange anstellen, um sich einen oder zwei Beutel Lebensmittel abzuholen. Dabei zeigt sich die Wartezeit durchaus unterschiedlich. "Am Monatsende herrscht hier richtig Drängelei. Klar, dann ist das bisschen Geld, mit dem die leben müssen, längst ausgegeben."

Regelmäßig werde die Tafel in der Viertorestadt mit Lebensmittel versorgt, deren Haltbarkeitsdauer gerade abgelaufen ist. Auch etliche Backstuben lassen sich nicht lumpen und beliefern die Lebensmittel-Ausgeber mit Backwaren vom Vortag.

Fixkosten allein liegen bei etwa 1000 Euro

Denn die Neubrandenburger Tafel, ein eingetragener Verein, schwimmt nicht im Geld. Allein die Fixkosten nähern sich Monat für Monat der 1000-Euro-Grenze. "Dabei kommen uns die Neuwoges als Besitzer unserer Immobilie und die Stadtwerke bei den Miet- und Stromkosten schon sehr entgegen", so Münzberger. Aber dennoch: Die Lebensmittel-Ausgabe kostet Geld, die drei Fahrzeuge der Tafel, mit denen das Essen eingesammelt werden muss, nehmen monatlich richtig Kilometer unter die Räder.

Auf die finanzielle Unterstützung durch die Stadt warten Münzberger und seine Leute noch, erst Ende März soll der Neubrandenburger Haushalt, in dem auch die Unterstützung der Vereine fest gezurrt  wird, beschlossene Sache sein.