Fußball-Knabenturnier:

1. FCN 04 bereitet sich akribisch vor

Die alten Trikots sollen der Glückbringer sein: Wenn die Fußballer des 1. FC Neubrandenburg beim 47. Knabenturnier des Nordkurier das erste Mal aufs Parkett laufen, werden sie die Trikots ihrer Vorgänger tragen. Es ist die Kleidung jener FCN-Mannschaft, die bei der 46. Auflage überraschend Platz sechs belegte. „Vielleicht ist es ein gutes Omen, wenn die Jungs diese Erfolgstrikots tragen“, sagt Trainer Roland Kujawa. Gemeinsam mit Heiko Schultze, einstiger Oberligakicker für die TSG Neustrelitz, betreut der 42-Jährige die FCN-Bubis.

Die FCN-Mannschaft für das 47. Fußball-Knabenturnier – rechts Peter Kuboth, Geschäftsführer im Autohaus Eschengrund, mit den Trainern Roland Kujawa (links) und Heiko Schultze
Die FCN-Mannschaft für das 47. Fußball-Knabenturnier – rechts Peter Kuboth, Geschäftsführer im Autohaus Eschengrund, mit den Trainern Roland Kujawa (links) und Heiko Schultze

Das Trainerduo bereitet die Mannschaft derzeit akribisch auf den Winter-Höhepunkt vor. Gleich sieben Mal werden die Neubrandenburger bei Hallenturnieren in der Region auflaufen, um die richtige Formation für das Spektakel im Jahnsportforum zu finden. Die wird auch vonöten sein, denn die Vorrundengruppe des FCN hat es in sich. Roland Kujawa erzählt, dass ihm bei der Auslosung der Schreck in die Glieder gefahren sei. FC Bayern, Dortmund, Werder Bremen, Stuttgart und Hoffenheim – leicht sieht anders aus. „Wir sind Anna Rüh aber nicht böse“, sagt Kujawa in Richtung des Diskus-Asses vom SC. „Die Hammergruppe“ habe vieles leichter gemacht, denn jetzt habe man wirklich nichts zu verlieren. „Klar möchten wir gern an den Erfolg unser Vorgänger anknüpfen. Aber mal ganz ehrlich, wenn wir uns in dieser Gruppe durchsetzen würden, dann hätten die Bundesligaklubs doch etwas falsch gemacht“, sagt der Cheftrainer.

Der FCN will das „Unternehmen Knabenturnier“ locker angehen, auch wenn Roland Kujawa weiß, dass dies nur schwer umzusetzen ist. In der Verbandsliga dominierte seine Truppe das Geschehen bis zu jenem Tag, als die Vorrunde für das Knabenturnier ausgelost wurde. Dann folgte ein mageres 1:1 gegen Greif Torgelow und das Aus im Landespokal bei Anker Wismar. „Die Jungs waren da mit ihren Gedanken schon bei Bayern und Dortmund“, sagt der Trainer. Einen Vorwurf möchte er seinen Fußballern nicht machen.

Justin Schultze mit Knabenturnier-Erfahrung

„Normal, schließlich dürfen sie am begehrtesten Hallenturnier in dieser Altersklasse in Deutschland teilnehmen. Vor allem dies soll jeder Spieler für sich mitnehmen“, meint der FCN-Verantwortliche. Die Mannschaft, aus der fast alle Spieler das Sportgymnasium besuchen, beschreibt er als „gute Mischung aus allem“. „Wir haben keinen Überflieger, aber die Jungs können Fußball spielen und auch kämpfen.“

Knabenturnier-Erfahrung besitzt mit Justin Schultze aber nur ein Spieler, er gehörte 2012 zu den positiven Erscheinungen, war in dieser Saison allerdings von großem Pech verfolgt. Wegen eines Wadenbeinbruches und einer Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber fiel Justin die komplette Hinrunde aus. Seit ein paar Tagen steht Schultze junior wieder im Training, ob er es rechtzeitig schafft bis zum Knabenturnier, bleibt fraglich. Ihm und seinem Co-Trainer steht noch eine besonders schwere Aufgabe bevor: Sie müssen aus dem 18-Mann-Kader jene zwölf Spieler auswählen, die beim Knabenturnier dabei sein werden. „Verdient hätten es alle“, sagt Roland Kujawa.