Waltraud Ihlenfeldt und Ekkehard Schön:

Abflussrohr gegen (Traum-)Frau getauscht

Mit einem seltsamen Handel beginnt die Geschichte von Ekkehard und Waltraud. Aber so kam der ehemalige Bauleiter an die Telefonnummer seiner Herzdame. Beide haben im Leben schon einiges erlebt. Und jetzt steht bei den beiden Ü-60ern die Hochzeit an.

Waltraud Ihlenfeldt und Ekkehard Schön
privat Waltraud Ihlenfeldt und Ekkehard Schön

Mein Name ist Ekkehard Schön und ich werde am 7. März 2015 61 Jahre alt. Von 1982 bis 1999 habe ich in der Magdeburger Ecke, das letzte Jahr in Burg, Als der gewohnt. Dort besaß ich als "Altersvorsorge" ein kleines Mietshaus mit 4 Wohneinheiten, eine davon bewohnte ich. Das Haus habe ich eigenhändig um- und ausgebaut.

In dieser Zeit habe ich als technischer Leiter in einer Sanitär- und Heizungsfirma gearbeitet. Mein Nachbar, der nebenan wohnte, hatte Anfang November Geburtstag. Mehr als "Guten Tag" oder "Guten Weg" hatten wir bis dato nicht miteinander gewechselt. Er lud mich zu seiner Geburtstagsfeier ein. Eine Herrenparty - eine Flasche unter den Arm geklemmt und hin. Von den anwesenden fünf Männern, kannte ich nur meinen Nachbarn. Da ich nicht menschenscheu bin, kamen wir aber recht schnell ins Gespräch.

Irgendwann sagte einer der Gäste dann zu mir: "Du bist doch Klempner. Ich brauche für meinen Waschbeckenabfluss einen Bogen, kannst du mir den besorgen?". Da ich noch Restbestände von meiner Haussanierung in der Garage hatte, ging ich zu mir nach nebenan und holte ihm das Teil. Ich legte es auf den Tisch und fragte ihn, ob es denn das Richtige ist. Er entgegnet "Ja prima, was kriegste denn dafür"?
Ich antwortete: "Lass stecken". "Was brauchst du denn?, fragte er. Da war mein Schlagwort: "Geld und ne Frau". "Geld hab ich selber nicht", entgegnete er. "Aber ich bin zur Kur gewesen, da hab ich eine Witwe kennengelernt. Das ist was für dich, die rufen wir jetzt an."

Gesagt getan. Zu doch schon vorgerückter Stunde und nicht mehr ganz nüchtern, hat er dann bei ihr in Neubrandenburg angerufen und mir den Telefonhörer übergeben. Das Ganze war für mich zu dem Zeitpunkt noch ein Scherz.

Doch es blieb kein Scherz.

Wir telefonierten in den nächsten Wochen recht häufig miteinander, dabei verspürte ich immer mehr den Wunsch, sie kennenzulernen. Ende November habe ich mich dann mit einem Strauß roter Rosen auf den Weg nach Neubrandenburg gemacht, um sie persönlich zu treffen.

Da wir uns gegenseitig nicht unsympathisch waren, beschlossen wir, die Weihnachtsfeiertage und den Jahrtausendwechsel gemeinsam zu verbringen.

Es ging auf Weihnachten 1999 zu. Ich hatte als Bauleiter eine größere Baustelle bis Weihnachten fertigzustellen, hatte dabei täglich 14 bis 16 Stunden gearbeitet - und erhielt am 21. Dezember 1999 meine Kündigung nach 10-jähriger Betriebszugehörigkeit mit sofortiger Wirkung. Es sollte wohl so sein. Ich hatte noch Resturlaub bis zum Jahresende und fuhr am 23. Dezember 1999 nach Neubrandenburg, wo meine Freundin auch schon sehnsüchtig wartete.

Wir verbrachten Weihnachten und die Jahrtausendwende gemeinsam.

Da lernte ich auch ihre beiden erwachsenen Kinder kennen, von denen eines behindert ist.

In dieser Zeit haben wir uns richtig verliebt und beschlossen, es gemeinsam zu versuchen. Da ich ja nun arbeitslos war, ging die Überlegung dahin, dass ich nach Neubrandenburg komme und dort neu anfange.

Meine Freundin wohnte in einem Neubau in der 6.Etage (88 Treppenstufen). Als ich ihr dann sagte, dass meine geliebte Werkstatt aber nicht in ihren kleinen Keller passt, beschlossen wir, uns ein Eigenheim zu suchen. Dieses bezogen wir dann im Mai 2000.

Inzwischen haben wir viele Höhen und Tiefen gemeinsam durchlebt, Krankheiten überstanden und zwei Enkel (9 Jahre, 4 Jahre) bekommen.   

Nachdem wir es nun mehr als 15 Jahre miteinander versucht haben, kam meine Lebensgefährtin (62 Jahre) im Mai 2014 spontan auf die Idee, mir einen Heiratsantrag zumachen. Ich war sichtlich gerührt und habe "Ja" gesagt. Jetzt werden wir am 30. Mai 2015 heiraten.

Nachdem wir dieses dem Rest der Familie mitgeteilt hatte, meinte unsere Enkeltochter, dass wir ein verrücktes Paar wären, weil doch eigentlich nur junge Leute heiraten, aber sie findet es trotzdem toll und hat uns ganz doll lieb.

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