Jennifer Rode und Clemens Fischmann:

Ein großes Herz aus Teelichtern

Die beiden Motorradfans Clemens und Jennifer wohnen inzwischen in Kiel, aber heiraten wollen sie natürlich in ihrer alten Heimat, am Neubrandenburger Belvedere. Der Antrag zeigt: Auch harte Biker stehen auf Romantik.

Der große Moment: Auf der Schrauberparty in einer Garage fragte Clemens seien Jennifer, ob sie ihn heiraten will.
privat Der große Moment: Auf der Schrauberparty in einer Garage fragte Clemens seien Jennifer, ob sie ihn heiraten will.

Meine Freund Clemens und ich besuchten beide das Neue Friedländer Gymnasium. Durch gemeinsame Freunde begegneten wir uns zum Schuljahresanfang 2005 - er war in der 9. Klasse und ich in der 11. - das erste Mal. Auf den Schulgängen und in unserer Freizeit trafen wir uns öfters. Ich verließ das Gymnasium nach dem Schuljahr, zog nach Anklam und begann dort, an der Grafik-Design Schule zu lernen. An den Wochenenden unternahmen wir viel gemeinsam mit unseren Freunden im Raum Neubrandenburg.

Zum Sommer 2009 hin chatteten Clemens und ich viel miteinander. Bis er mir zum Ende einer Feier einen Gute-Nacht-Kuss gab. Wir versuchten, so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen. Clemens machte sein Abitur und fing in Trollenhagen seine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme an. Zeitgleich habe ich meinen Abschluss in Anklam erhalten. Im Juli fuhren wir mit unseren Freunden nach Bremen. Dort machten wir es offiziell, dass wir ein Paar sind. Im November zog ich meiner Arbeit nach Waren (Müritz) hinterher. Uns blieben nur die Wochenenden. Vier Jahre lang.

Dann entschied sich Clemens für eine Laufbahn bei der Marine mit Stationierung in Kiel. Für mich stand sofort fest, dass ich mitgehen werde. Gesagt - getan, so zogen wir Ende August 2013 endlich in unsere erste gemeinsame Wohnung nach Kiel.

Wir sind begeisterte Motorradfahrer und haben seit 2009 kein Malchiner Motorradtreffen verpasst. Schnell stellte sich heraus, das unsere neuen Nachbarn auch Benzin im Blut haben. So kam es, das wir Teil der Gemeinschaft der "Schrauberbude" wurden. Durch gemeinsame Ausfahrten, Schrauben und anderen Unternehmungen wuchsen feste Freundschaften.

Auf der Schrauberbuden-Weihnachtsfeier am 29. November 2014 machten Clemens und ich den Ausschank am Tresen. Die Schrauberbude ist im Erdgeschoss eines Kieler Parkhauses. Dort feierten wir mit etwa 50 Leuten. Zur Weihnachtsfeier gehört auch immer ein kleines Kulturprogramm. So hieß es denn, dass wir in die 7. Etage des Parkhauses sollten. Oben angelangt, trommelte eine Samba-Gruppe. Es schallte sehr laut, die Stimmung war bestens und viele Leute begannen zu tanzen. Plötzlich ging das Licht aus und die fünf Trommler gingen voran auf das nächste Deck. Natürlich folgten alle - so auch Clemens und ich.

Vor uns erschienen hundert Teelichter. Die Samba-Truppe  blieben stehen, trommelte weiter, die ganze Gruppe blieb stehen - außer Clemens. Er betrat das riesige Herz aus brennenden Teelichtern. Ich konnte nicht mehr und stand wie angewurzelt da. Clemens winkte mich heran. Ich ging auf ihn zu, mit in das riesige, flammende Herz. Er umarmte mich, holte eine kleine Schachtel aus seiner Hosentasche, kniete vor mir nieder und öffnete die kleine Schachtel, in der ein silberner, funkelnder Ring lag. Ich nickte und brachte noch irgendwie leise ein "Ja" über die Lippen. Clemens zog mir meinen Freundschaftsring aus und den neuen Verlobungsring an. Wir umarmten und küssten uns.

Da die Sambatruppe währenddessen immer weiter trommelte und zwei Motorräder mit heulenden Motoren direkt neben uns standen, war an Reden nicht zu denken. So kam es dazu, dass jemand noch scherzhaft rief: "Was hat sie denn nu' gesagt?". Ich rief bloß ganz laut "JAAAA" zurück. Unsere ganzen Motorradfreunde umarmten und drückten uns. Danach sagte Clemens zu mir: "Lass mal unsere Motorräder wieder runter bringen". Da hab ich erst gemerkt, dass es unsere eigenen Motorräder waren, die dort mit Herzluftballons geschmückt standen. Später erzählte mir Clemens, dass er den Entschluss, mich zu fragen, schon auf dem Malchiner Motorradtreffen Anfang Mai gefasst hatte. Beim Feuerwerk sagte er noch zu mir: "Das wird unser Jahr, wart' ab."

Wir werden uns am 25. Juli 2015 auf dem Belvedere in Neubrandenburg offiziell das Ja-Wort geben. Danach fahren wir mit unserem Motorradkonvoi zum Gutshaus in Beseritz. Dort feiern wir unsere Traumhochzeit.

 

 

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