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Ein Magyaren-Star führt Hertha-Talente

In Berlin macht ein Fußball-Star vergangener Jahre die zwölfjährigen Hertha-Jungs für das 47. Knabenturnier der U13 in Neubrandenburg fit. Pal Dardai war bis vor zwei Jahren Mittelfeld-Motor der „Alten Dame“ aus Berlin. Jetzt wechselte Dardai – 61facher ungarischer Nationalspieler und in weit über 250 Bundesligaspielen für Hertha im Einsatz – in den Trainerstab.

„Ich weiß jetzt, wie gut ich es als Profi hatte. Drei Stunden konzentrierte Arbeit und dann den ganzen Tag frei“, begrüßt uns der 34 Jahre alte Ungar und ergänzt dann: „Heute bin ich zehn Stunden auf den Beinen. Training, Betreuung der Jungs, Besuche bei den Eltern und in der Schule und dann noch mein Studium.“

Der einstige Magyaren-Nationalkicker besitzt zwar den Trainer A-Schein. Aber das reicht ihm nicht: „Im Sommer schließe ich mein Studium als Fußball-Lehrer ab.“ Dardai plant trotzdem, auch im nächsten Jahr noch die U13 der Herthaner zu betreuen. In den letzten Wochen hatte er das Training für einige seiner Jungen von vier auf drei Tage in der Woche gedrosselt. „Die Jungs hatten wichtige Arbeiten in der Schule zu schreiben. Dafür brauchten sie Zeit. Nicht alle können große Fußballspieler werden, deshalb müssen alle fleißig für eine Berufsausbildung lernen.“

Sohn Savin war schon in der Viertorestadt dabei

In Neubrandenburg werden die Herthaner trotzdem mit einer starken Mannschaft antreten. „ Wir werden kämpfen. Mit Alimir Berkan und Niels Stübing können wir wieder zwei besonders talentierte Jungs aufbieten.“

Pal Dardai reist zum ersten Mal zum Knabenturnier nach Neubrandenburg. Er kennt die Veranstaltung dennoch bestens: „Im vorigen Jahr hat mein ältester Sohn Savin im Jahn-Sportforum mit gespielt. Er war ganz begeistert und schwärmte von dem Erlebnis. 3000 Zuschauer. Für die Jungs ist das ganz ungewöhnlich.“

In der Vergangenheit ließen eine ganze Reihe Herthaner ihr Talent in Neubrandenburg aufblitzen, kamen indessen nur selten in Herthas Profiteam an. Pal Dardai ist feste überzeugt: „In Zukunft wird sich das ändern. Trainer Jos Luhukay baut mehr junge Spieler in das Zweitliga-Team ein. Das ist holländische Philosophie.“ Vielleicht erlebt Dardai dann den Aufstieg eines seiner Jungen in die Bundesliga auf der Tribüne im Olympiastadion, denn der Ungar ist festen Willens zu bleiben. „Berlin ist eine wunderbare Stadt. Für meine Kinder ist das gut. Ich bleibe mindestens noch zehn Jahre in Berlin, dann ist Bece, der Jüngste meiner drei Söhne 16. Dann kann ich mich nach einem Trainer-Job in einer anderen Stadt umsehen.“