Fußball-Knabenturnier beginnt:

Kein Event dieser Altersklasse ist größer

An diesem Sonnabend ist es wieder soweit, lädt der „Nordkurier“ – nun schon zum 47. Mal – zum großen Fußballknabenturnier der U13 ein. Bereits 1966 wollte Siegfried Iselt, damals Sportchef beim Nordkurier-Vorgänger „Freie Erde“, mit seinen Kollegen etwas Besonderes für den Fußball-Nachwuchs tun. „Nach einigem Überlegen fanden wir ein Turnier für die Jungen der Altersklasse U13, damals die D-Jugend genannt, als geeignet“, erinnert sich der frühere Journalist.

Auch Bayern Münchens Sportdirektor Matthias Sammer hat einst beim Knabenturnier in Neubrandenburg für Furore gesorgt.
Auch Bayern Münchens Sportdirektor Matthias Sammer hat einst beim Knabenturnier in Neubrandenburg für Furore gesorgt.

Kleine Brötchen wollten „Siggi“ Iselt und seine ehrenamtlichen Helfer nicht backen, deshalb lud man gleich zum ersten Turnier in die alte Dynamo-Halle von Neustrelitz die Teams der elf- und Zwölfjährigen von populären DDR-Mannschaften wie
1. FC Magdeburg, Dynamo Dresden, Hansa Rostock oder die beiden Berliner Vertretungen 1. FC Union und BFC Dynamo ein.

Zahlreiche Weltstars mischen bei Turnier mit

Zahlreiche, später weltbekannte Fußballstars, fanden ihre Namen zum ersten Mal mit dickeren Schlagzeilen in der Neubrandenburger Lokalsportpresse wieder. Andreas Thom (früher BFC Dynamo), Patrick Ebert (einst Hertha), Michael Ballack (Chemnitz), Serge Gnabry (aktuell Arsenal London) und eben Matthias Sammer sorgten schon mit elf und zwölf Jahren für Aufsehen.

Sein großes fußballerisches Können ließ der Dresdner Fußball-Knirps noch früher als alle anderen „Neubrandenburger“ durchblicken. Obwohl von den Vereinen für das Knabenturnier meist die elf und zwölf Jahre alten Jungen benannt wurden, schickten die Dresdner Nachwuchstrainer 1977 den noch nicht einmal ganz zehnjährigen Matthias Sammer aufs Parkett. Vor über 1000 Zuschauern zauberte der junge Bursche aus Sachsen, dass den Fans auf der Tribüne das Herz warm wurde. Bei der Siegerehrung hörte Matthias zum ersten Mal lauten Beifall nur für sich. Er wurde mit noch nicht einmal zehn Jahren als bester Techniker des Turniers ausgezeichnet.

Sammer wollte um jeden Preis auch nach Neubrandenburg

Und Dresden gewann das Turnier. Der heutige Münchner denkt als Erfolgsfußballer gern an die Tage als Fußball-Schüler zurück: „Ich habe zweimal am Neubrandenburger Turnier teilgenommen. Bei der zweiten Turnier-Teilnahme 1978 war ich kurz vor dem Turnier am Ellenbogen operiert worden. Meine Eltern wollten mich eigentlich nicht mitlassen. Ich quengelte zu Hause. Am Ende durfte ich doch mit.“

Sammer schoss als Schüler einmal in einer Saison 260 Tore. Die Tore von Neubrandenburg 1978 gehörten nicht dazu. „Mein Rekordjahr mit den 260 Toren war in der B-Jugend 1981, als ich 14 Jahre alt war“, erinnert sich Sammer ganz genau.
Obwohl der Dresdner inzwischen als Sportdirektor der Bayern weit weg vom Knabenturnier im deutschen Nordosten ist, steht er weiter zu solchen Events wie dem am Ufer des mecklenburgischen Tollensesees.

Seit Januar 1997 jagen jeweils zwölf Schüler-Mannschaften in zwei Staffeln inzwischen im Jahnsportforum dem Ball nach. Seither ist die Kicker-Show der Elf- und Zwölfjährigen immer mit 3000 Zuschauern ausverkauft. In Europa gibt es kein größeres Event für diese Altersklasse.

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