Steffen und Julia Niehusen:

Nach langem Hin und Her doch zusammengekommen

Steffen und Julia brauchten mehrere Anläufe, bis sie zueinander fanden. Die Geschichte ihrer Liebe hat Steffen sogar in einem Rap-Song verarbeitet. Inzwischen sind beide aber schon lange miteinander glücklich. In diesem Jahr soll nun die kirchliche Hochzeit gefeiert werden.

Steffen und Julia Niehusen
privat Steffen und Julia Niehusen

Ich lernte Julia irgendwann im Jahr 2003 kennen, obwohl sie nur fünf Kilometer von meinem Heimatort entfernt wohnte. Fast jeder meiner Kumpels interessierte sich damals für sie, ich zunächst aber nicht. Dies änderte sich dann bei einem Discobesuch im Januar 2004. Ich verliebte mich Hals über Kopf in sie und dafür war nur ein einziger Blick von ihr an diesem Discoabend notwendig. Ich suchte Kontakt zu ihr, sah sie immer am Wochenende in der Clique, wenn ich aus Rostock oder Schwerin von der Lehre nach Hause kam. Ich freute mich immer so unfassbar aufs Wochenende und war jeder Mal ziemlich bestürzt, wenn ich sie dann doch nicht sah.

Irgendwann kam ich an ihre Telefonnummer und schrieb ihr SMS. Sie schien nicht abgeneigt. Wir trafen uns dann auch insgesamt zwei Mal still und heimlich. Ich war so voller Euphorie. Bei unserem zweiten Treffen verabschiedeten wir uns, wir sahen uns lange in die Augen und wollten uns erstmals küssen. Doch just in diesem Augenblick klingelte ihr Mobiltelefon. Aus dem Kuss wurde dann nichts mehr.

Wenige Wochen später, es war am 6. Juni 2004 zum Schützenfest, ging ich am Abend noch zur Disco. Dort traf ich auch Julia. Ich legte meinen Arm um sie, wollte sie küssen. Sie wich mir aus. Ich fragte, was denn nun mit uns sei und sie gab mir eine Abfuhr. Wenige Wochen später hatte sie einen anderen Freund. Ich war traurig und sehr verletzt. Für fast zwei Jahre ging ich ihr aus dem Weg und redete kein Wort mehr mit ihr.

Zu Silvester 2005 sprachen wir dann das erste Mal wieder miteinander. Sie entschuldigte sich für das, was passiert war. Ich sagte, dass sie mir nun egal sei und mich die Vergangenheit auch nicht mehr interessierte. Dies stimmte so zwar nicht, aber ich merkte, dass ich sie damit traf. Wir hatten keinen weiteren Kontakt.

Im November 2006 trafen wir uns dann auf einer Geburtstagsfeier von drei Kumpels wieder. Wir unterhielten uns wieder gut und sie forderte mich mehrfach zum Tanzen auf. Wir verstanden uns toll. Silvester 2006 waren wir auf der gleichen Silvesterparty, auch hier tanzten wir wieder zusammen und flirteten.

Anfang 2007 haben ich ihr dann auf einer Karnevalsveranstaltung am Rosenmontag in derselben Diskothek, in der sie mich 2004 abblitzen lies, den Laufpass gegeben. Danach herrschte wieder Funkstille.

Im April 2007 trafen wir uns wieder und fanden dann auch zusammen. Am 11. Mai 2007 waren wir dann nach einem Autounfall offiziell ein Paar. Julia ging dann ab September 2007 in Schwerin in die Ausbildung. Mich zog es zu meiner zweiten Ausbildung nach Hamburg. Wir führten zunächst eine Fernbeziehung und sahen uns leider nur am Wochenende. Die Abschiede am Sonntag waren immer sehr traurig.

Zu Weihnachten 2007 schenkte ich Julia dann einen selbst geschriebenen und aufgenommenen Rap-Song zu unserer Liebesgeschichte. Im Januar 2008 suchten wir eine gemeinsame Wohnung zwischen Hamburg und Schwerin. Ich zog dann aber im März 2008 zu Julia nach Schwerin in unsere erste gemeinsame Wohnung. Nun hieß es für mich jeden Tag zur Ausbildung pendeln. Morgens um 5.00 Uhr aufstehen, um 6.02 Uhr ging es dann mit dem IC von Schwerin nach Hamburg und abends wieder zurück. Hauptsache, wir waren zusammen.

Dies ging so bis Juli 2010. Nachdem wir beide unsere Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen hatten, zogen wir zusammen nach Hamburg in unsere zweite gemeinsame Wohnung. Beruflich lief alles super. Und im Dezember 2013 wurde Julia dann schwanger. Wenige Monate später ergab sich dann für mich die Möglichkeit, über einen Tausch in Mecklenburg Arbeit zu bekommen. Diese Chance packten wir beim Schopfe. Seit dem 1. Juli 2014 sind wir wieder Mecklenburger.

Kurz zuvor, in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni 2014, weckte ich Julia aus ihrem Schlaf und kniete mich mit einem Blumenstrauß mit sechs roten und einer weißen Rose (zusammen insgesamt sieben Rosen für sieben gemeinsame Jahre) vor ihr hin. Ich fragte sie, ob sie denn wüsste, welcher Tag heute sei und holte einen Verlobungsring hervor. Es war bereits Mitternacht; Julia war zunächst noch im Halbschlaf. Sie wusste natürlich nicht, welche Bedeutung dieses Tag hatte, woher auch. Es war also der 7. Juni 2014 und genau 10 Jahren zuvor hatte ich von meiner Julia in einer Diskothek die Abfuhr meines Lebens erhalten. 

Hier sei zu erwähnen, dass ich den Antrag bereits seit Oktober 2013 plante und recherchiert hatte, an welchem Tag 2004 das Schützenfest stattgefunden hatte. So konnte ich das Datum genau ermitteln. Im Oktober 2013 hatte ich bereits Karten für ein Udo Lindemberg Konzert am 8. Juni 2014 in Düsseldorf gekauft und wollte meiner Julia eigentlich am 7. Juni 2014 den Antrag auf der Hohenzollernbrücke (Liebesschlösser) in Köln machen. Doch da konnte ich noch nicht ahnen, dass Julia zu aller Freude schwanger werden würde. Der Entbindungstermin für unsere Tochter war für Ende August 2014 datiert.

Spontan entschieden wir uns im Juli 2014, am 15. August 2014, noch vor der Geburt unserer Tochter, standesamtlich zu heiraten. Obwohl mir die kirchliche Trauung mehr bedeutet und sich Julia immer eine große Hochzeit mit allen Freunden und einem schönen weißen Hochzeitskleid gewünscht hatte, war es uns dennoch wichtig, verheiratet zu sein, bevor das Kind zu Welt kommt, damit wir alle einen gemeinsamen Familiennamen tragen können. Daher heirateten wir still und ganz heimlich nur im engsten Familienkreis im Standesamt von Neubrandenburg, ohne große Fete und ohne viel Tamtam, dafür aber hoch schwanger.

Unsere kleine Tochter Klara erblickte dann Anfang September 2014 das Licht der Welt. Die kirchliche Trauung mit großer Hochzeitfeier soll nun am 15. August 2015 stattfinden. Unsere Klara soll dann auch getauft werden. Aber auch bei der Hochzeitsplanung für 2015 gab es bereits erste Probleme. Die ausgesuchte und gebuchte Lokalität, die wir im August 2014 für 2015 reserviert hatten, teilte uns am 14. November 2014 mit, dass sie die Feier nicht ausrichten könnten. Alle anderen bekannten Schlösser und Gutshäuser waren zu diesem Zeitpunkt bereits komplett ausgebucht. Wir haben aber doch noch eine angemessene und schöne Möglichkeit gefunden, unsere Hochzeit und die Taufe unserer Tochter standesgemäß zu feiern und sind voll in den Planungen.

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