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Unparteiischer trägt Last der Verantwortung

In den höchsten Fußball-Klassen des Landes ist auch Diana Räder-Krause unterwegs. Seit 1996 ist die 41-Jährige als Schiedsrichterin ehrenamtlich tätig. In der Kreisklasse hat sie einst begonnen und pfeift inzwischen bis zur Verbandsliga. Seit einigen Jahren gehört die aus Grimma in Sachsen Gebürtige auch zum Kreis der Knabenturnier-Referees. Kurz vor dem 47. Fußball-Knabenturnier des Nordkurier beantwortete Diana Räder-Krause die Fragen von Roland Bandow.

Seit 1996 ist die 41-jährige  Diana Räder-Krause als Schiedsrichterin ehrenamtlich tätig.
Seit 1996 ist die 41-jährige Diana Räder-Krause als Schiedsrichterin ehrenamtlich tätig.

Sie sind von Beruf Diplompädagogin und arbeiten beim TÜV Rheinland als Sozialpädagogin, betreuen Jugendliche während der Ausbildung. Schiedsrichterin sind Sie ehrenamtlich. Wie verkraftet man das, so Wochenende für Wochenende immer wieder unterwegs zu sein?
Gut. Weil es großen Spaß macht – und der Spaß am
Ende meist überwiegt. Nur manchmal wird mir der Spaß an der Sache genommen.
Erklären Sie das bitte genauer ...
In der Regel wissen sich die Männer auf dem Platz zu benehmen. Allerdings kommt es zum Beispiel in der Landesklasse schon vor, das Spieler oder Zuschauer brutal ausfallend werden, in einer Weise beleidigen, dass man am liebsten alles hinschmeißen möchte. Ich sage dann immer, dass es doch nur ein Spiel ist in einer großartigen Sportart. Und dass man doch über alles reden kann. Jeder Mensch macht mal einen Fehler und es gibt immer wieder knifflige Entscheidungen – im normalen Lebensalltag und ebenso beim Fußball. Aber, ich
betone dies nochmals, man kann über alles reden, in Ruhe, so wie es vernünftige Menschen machen. Schließlich muss es jemanden geben, der als Unparteiischer die Verantwortung trägt. Und wir machen dies schließlich ehrenamtlich.

Genießen Sie als Frau nicht doch etwas mehr Rücksicht und Respekt?
Sollte man meinen. In der Regel ist es auch so. Toi, toi, toi! Trotzdem gab es schon Partien, wo sogar meinem Ehemann auf der Tribüne Angst und Bange wurde – eben weil Leute auf mich losgingen. Bisher ging alles gut.

Was wünschen Sie sich in dieser Hinsicht für die Zukunft?
Dass vor allem die Ordnungskräfte – falls nötig – hart durchgreifen. Sie sind besonders für den Schutz des Schiedsrichters da – auch wenn die Heimmannschaft an diesem Tag verloren hat. Manchmal wünsche ich mir ebenso etwas mehr Zivilcourage aus dem Umfeld, von den Leuten am Rande des Platzes.

Was waren Ihre bisher schönsten Erlebnisse als Schiedsrichterin?
Als Linienrichterin beim Pokalendspiel in Wismar mit dem FC Hansa. Und dann durfte ich in diesem Jahr in der zweiten Runde des Landespokals die Partie Güstrow gegen den FC Hansa leiten. Ein tolles Erlebnis vor viel Publikum.

Ein großes Publikum werden Sie auch wieder am
5. Januar beim 47. Fußball-Knabenturnier des Nordkurier haben.
Darauf freue ich mich schon sehr. Gerade auch als Schiedsrichter saugt man diese wunderschöne Atmsphäre regelrecht auf. Es ist eine einmalige Veranstaltung, die jungen Spieler haben sehr viel Spaß und nehmen ein Erlebnis fürs Leben mit.