CampusOpenAir in Wismar:

Der letzte Tanz der Festival-Saison

Das Wintersemester hat angefangen. Ja, das süße Lodderleben der vorlesungsfreien Zeit ist vorbei. In Wismar weiß man, wie man sich den Start so angenehm wie möglich macht: mit einem Festival. Am Wochenende lockte das nicht nur die Hansestädter auf den Campus.

Die Donots in Wismar
Georg Hundt Beim 16. CampusOpenAir in Wismar gab es auch ein Wiedersehen mit den Donots.

Studieren mit Mehrwert ist in Wismar nicht nur ein griffiger Slogan. In der Hansestadt ist es hübsche Tradition, alle Erstis, Mehrsemester, Bachelor und Master mit oder ohne Studienabschluss zum Wintersemester auf ein Fest zu laden, das seinesgleichen sucht. Das CampusOpenAir in Wismar tanzt damit jedes Jahr auch so ziemlich den letzten Tanz der Festivalsaison. Und auch am vergangenen Wochenende hat es ihnen zum Glück wieder niemand verboten.

Fünf starke laute Bands auf 5500 Feierwütige – eine Rechnung, die aufging.  Den Anfang machten die Geradeaus-Alles-Rocker von Subbotnik und die Hamburger Indierocker von Tonbandgerät. Beide lockten auch die letzten Bummler aus ihren WGs und Autos. Denn längst ist das CampusOpenAir ein Anziehungspunkt für Leute aus dem ganzen Norden. Gamze Karaoglu, Matviy Slezumskyy und Media Khalita kamen extra aus Lübeck nach Wismar. Was sie auf die Autobahn gebracht hat: die Lust auf eine heftige Feier.

In der stimmungsaufhellenden Spätabendsonne trafen sich vor der Bühne des Open Airs aber auch alte Freunde wieder. So guckte Lukas Moehrke, Bergbaustudent in Freiberg, Sachsen, bei seinen Kumpel Martin Greber, Wismarer Elektrotechnikstudent im dritten Semester vorbei. Sie feierten vor allem die herrliche Selbstironie des Rappers Weekend. Ein Kerl, der durch den bundesweiten Battlerapcontest VBT Splash 2012 mit punktgenauen textlichen Hieben und Raffiniessen bekannt geworden ist. Während sich
andere Rapper und Hip-Hopper im weichen Popmelodien verlieren, bleibt sich Weekend treu und hat das gleich mal auf der Wismarer Bühne unter Beweis gestellt.

Pauline Sommer und Vanessa Hanf, beide 23 und Masterstundenten Tax- and Businessconsulting, luden ihre Mädels Annika Lööch (25) und Marieke Burmeister (24) nach Wismar ein. In den ersten Reihen zeigten sie den Donots, dass mit ihnen feiertechnisch zu rechnen ist. 2008 waren die Ibbenbürener Rocklegenden schon mal auf genau dieser Bühne. Langweilig wurde es trotzdem nicht – im Gegenteil. Frontmann Ingo Knollmann & Co. strotzen vor Energie und lieferten das volle Programm: geilen Gitarrensound, wilde Sprünge und klare Haltung gegen Fremdenfeindlichkeit und Trollparteien. Heiß. So heiß, dass ein Teil des Publikums gern auf seine Schuhe verzichten wollte. Als ein Schuh auf die Bühne flog, folgten neunzehn weitere. Anlass genug für die Donots, sie für einen guten Zweck in einer Internetauktion zu verhökern.

Zum Abschluss der Feierei waren die Highlights damit jedoch noch lange nicht aufgebraucht. Die Akkus noch lange nicht leer. Denn Royal Republic ließen sich auch noch in Wismar blicken! Feinster Garagen-Rock‘n’Roll aus Schweden. Auf diese lässige Gang konnte man sich auf dem Campus offensichtlich gut einigen. Da blieb einem eigentlich nur übrig, selig „Tack“ zu sagen und zu tanzen.
 

Da sich die Spätsommersonne mittlerweile in die Nacht verabschiedet hatte, übernahmen Lichtinstallationen die Sache mit der Stimmung. Im Rahmen eines einwöchigen Semesterstartprojektes überließen Studenten des Architectual Lighting-Design nichts dem Zufall: bunte Farbspiele in den Fenstern der Hauptgebäude, Pfeile aus bunten Neonröhren, die die Wegrichtungen, und steile Lichtkegel an Fassaden, die andere Gebäude betonten. Daran beteiligt waren auch die Mouaz Ghandour (26) und Maria Purik (24), die aus Syrien und Russland stammen.

Das CampusOpenAir Wismar wurde abgefahrener Weise bereits zum sechzehnten Mal veranstaltet – von komplett ehrenamtlich agierenden Studenten der Hochschule Wismar, vereinigt im Allgemeinen Studierendenauschuss (AStA). Projektleiter Patrick Wiegand und Kevin Niemann versprechen schon jetzt eine heftige siebzehnte Ausgabe des mittlerweile legendären Studentenfestes. Yeah!
 

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