Erste Camper:

Die Penis-Gruppe und Camp Heiterkeit sind schon da

Nur noch einmal schlafen, dann wird das Immergut Festival im Landestheater Neustrelitz eröffnet. Am Freitag gibt es dann die ersten Konzerte auf der Wiese am Bürgerseeweg. Einige Festivalbesucher haben diese Spannung scheinbar nicht mehr ausgehalten und sind schon vor Ort. Wir haben mal an ihre Zelt- und Bullitüren geklopft.

Anne Breitsprecher Das Camp Heiterkeit ist schon am Start.

Das Eber Pils steht nicht ohne Grund auf der Bank-Tisch-Kombi Marke Eigenbau von Micha, Benjamin, Mattes und Lisa. Der Eberkopf vom Bierlogo ziert auch die Fahne von ihrem Camp Heiterkeit. „Gibt's im Penny“, folgt prompt der Einkaufstipp für das offensichtlich heiter machende Brauerei-Produkt. Bereits seit 2007 parken die Rostocker mit ihrem blauen Bulli immer am selben Ort. „Am Ende der Bulli-Parkplätze und gegenüber der Zeltplätze, direkt am Weg, weil wir es so schön muckelig finden und man leicht neue Bekanntschaften schließt“, sagt Benjamin.

Nur zum Spaß sind sie nicht da, sie packen beim Immergut auch mit an. „Am Donnerstag sind wir Parkplatzanweiser und wir kümmern uns um den Müll am Sonntag“, erklärt der Hansestädter. Dazwischen wird gefeiert. Micha macht das offensichtlich am liebsten im Seidenpyjama, wie er vielversprechend erklärt. „Wirst du noch sehen, spätestens morgen“, sagt er und lächelt wissend. Die ersten Camper seien sie aber nicht gewesen und zeigen auf zwei Zelte und ein paar Stühle auf der gegenüberliegenden Seite.

Dort angeklopft, scheint erst einmal niemand zu Hause zu sein. Im Licht der Abendsonne nähern sich drei Herren. „Willst du zu uns?“ Die Campbewohner kommen offensichtlich gerade vom Golfen. „Solange wir hier fast alleine sind, muss man das doch ausnutzen“, sagt Jan und legt Schläger und Bälle beiseite. Flugs wird die Runde um einen Stuhl erweitert, Getränke gereicht. Hier ist nicht nur die Gastfreundschaft zu Hause, sondern auch ein gewisser Anspruch. „Einmal hatten wir sogar einen Räucherofen“, erzählt Kevin. „Ehrlich“, bestätigt ihn Eric, der Dritte im Bunde. „Im letzten Jahr haben wir Wildschweinbraten zubereitet und Seelachs in Weißweinsoße.“ Kaum zu glauben, aber der ernsthafte Blick duldet keinen Zweifel, die Männer wissen, was sie tun und wie man beim Immergut lange durchhält.

Es gab Jahre, da seien sie schon am Sonntag angereist. Überhaupt seien sie eigentlich immer die ersten Camper. Das Immergut steht seit etwa sieben Jahren für alle fest im Terminkalender. Für die drei war es einst das erste Festival überhaupt. „Wir kommen alle ursprünglich aus Strasburg und Pasewalk, da ist das Immergut auch einfach nah“, sagt Kevin. Ihren erstes unvergessliches Konzert-Erlebnis auf der Wiese am Bürgerseeweg? „Für mich waren das damals Tomte“, erinnert sich Eric. „Ja, für mich eigentlich auch – und Virgina Jetzt!“, sagt Jan. „Ich war von Friska Viljor völlig angefixt“, so Kevin.

Mittlerweile ist ihr Anfahrtsweg etwas weiter. Sie kommen aus Dresden, Berlin und Wismar – Kevin sogar geradewegs von einer Exkursion in Bayern. Abhalten lassen sie sich dadurch aber nicht. Auch wenn sich die Gruppe auf natürliche Weise etwas verkleinert hat durch Alter, Job und Nachwuchs. Auch Jan wird bald Papa, erklären seine zwei Kumpels. Allein deswegen muss dieses Wochenende gebührend gefeiert werden, denn schon im nächsten Jahr könnte sich die Penis-Gruppe dadurch wieder minimieren.

Penis-Gruppe?! Ja, das sei ihr Name, sagen sie und holen Fahne und T-Shirt mit eben jenem Namen hervor. Ja, diese Herren sind vorbereitet – auch und insbesondere für die Feierei. Neben Bier, haben sie auch Looping Louie dabei und einen Tisch bestens geeignet für die Strafschnaps-Strichliste. Denn im Falle des Nicht-Reagierens muss bei dem umfunktionierten Geschicklichkeitsspiel getrunken werden - natürlich. Vorauf sie sich in diesem Immergut-Jahr besonders freuen: Maximo Park – und das Hansa Spiel, sind sich die Herren einig. „Ach, und wo wir Looping Louie gerade aufgebaut haben...“

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