Dirk Liebküchler (links) und Alexander Moritz vom Baugrundlabor Busse + Partner GmbH Neustrelitz prüfen die Dichte des Baugrunds. Foto: Strehlow
Hybridkraftwerk. Jetzt erst wird auf der alten Abdeckerei der Baugrund für den Neubau verdichtet. Bis Dezember soll das Millionen-Projekt stehen.
Von Monika Strehlow
Prenzlau. Um Monate hatte sich der Baustart des Hybridkraftwerkes der Enertrag AG, das 2010 produzieren sollte, verzögert. Nun sind Maschinisten und Experten von Baufirmen und Ingenieurbüros dabei, auf dem Gelände der alten Prenzlauer Abdeckerei den Baugrund für das von viel Öffentlichkeit begleitete Projekt vorzubereiten.
Die Bundeskanzlerin selbst hatte am 21. April 2009 mit Brandenburgs Landesvater und dessen Wirtschaftsminister den Grundstein gelegt für ein Vorhaben, das als Pilotprojekt gilt. Als „vielseitigstes Hybridkraftwerk der Welt“, das das Wasserstoffzeitalter einläuten soll, wurde es zum Beispiel von der Wirtschaftswoche gerühmt.
Doch die Finanzierung der rund 20 Millionen Euro-Investition ließ auf sich warten, sodass hinter dem Bauzaun vorerst nur die Natur Kraft entwickelte. Enertrag-Projektleiter Jens Christen begründet gegenüber dem Uckermark Kurier die Verzögerung mit der brandenburgischen Haushaltslage samt Haushaltsstopp – die Fördermittel kommen aus dem Forschungs- und Entwicklungsprogramm des Landes.
Die drei Elemente des Hybridkraftwerkes sollen bis Dezember stehen. Dazu gehören drei neue Windkraftanlagen von je 180 Metern Gesamthöhe in der „Tornower Reihe“ des Windfeldes Uckermark, die über ein Erdkabel mit dem Hybridkraftwerk in die Wittenhofer Straße verbunden werden. Bis Dezember sollen nach Jens Christen auch die Biogasanlage und der Elektrolyseur – der Wasserstofferzeuger – samt Wasserstoffspeicher fertiggestellt werden. Aus dem Methangas der Biogasanlage und dem Wasserstoff entsteht ein dem Stadtgas ähnliches Produkt, mit dem Prenzlauer Haushalte beliefert werden. Ziel ist es auch, einen für Automotoren geeigneten Kraftstoff herzustellen. Das Kraftwerk kann unabhängig vom aktuellen Windaufkommen betrieben werden.
Doch bis dahin bleibt noch einiges zu tun. Nachdem die Firma Otto Freerk im August Reste der Abdeckerei abriss, ist sie nun dabei, den Baugrund zu verdichten. Ständig kontrolliert wird Maschinist Hartwig Rohrbeck dabei von Dirk Liebküchler und Alexander Moritz vom Neustrelitzer Busse-Baugrundlabor. Derzeit untersuchen auch Archäologen die Baufläche nach Zeitzeugen. Erste spätslawische Siedlungsspuren konnten Christian Rauh und Holger Schmitt von der Wurzel Archäologie schon dokumentieren.