Nürnberg (ddp). Bei Neueinstellungen setzten die deutschen Unternehmen verstärkt auf befristete Arbeitsverträge. Über alle Branchen hinweg hat der Anteil der befristeten Neueinstellungen im Jahr 2009 mit 47 Prozent einen neuen Höchststand erreicht, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitteilte. 2008 habe der Anteil noch bei 44 Prozent gelegen, 2001 erst bei 32 Prozent."Vor allem in der öffentlichen Verwaltung, aber auch in den Branchen Gesundheit und Sozialwesen, Erziehung und Unterricht sowie bei den Nonprofit-Organisationen sind Befristungen heute schon das Normaleinstellungsverhältnis", sagte IAB-Arbeitsmarktexperte Christian Hohendanner.
In der öffentlichen Verwaltung seien mittlerweile 68 Prozent der neuen Arbeitsverträge befristet. Bei Anstellungen im produzierenden Gewerbe dominieren laut Hohendanner dagegen immer noch unbefristete Arbeitsverträge. Trotz der durch die Krise gestiegenen Unsicherheit gebe es im produzierenden Gewerbe keine Zunahme des Anteils befristeter Neueinstellungen. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der befristet Beschäftigten mit rund 2,5 Millionen um etwa 150 000 niedriger als im Vorjahr, wie das IAB mitteilte.
Bei nahezu gleichbleibender Zahl der Beschäftigten insgesamt sei damit der Anteil der befristet Beschäftigten auf 8,8 Prozent gesunken. 2008 habe der Anteil mit 9,3 Prozent so hoch gelegen wie nie zuvor. Auch die Zahl der Übernahmen von befristeter in unbefristete Beschäftigung ging dem IAB zufolge zurück. Seien 2008 noch 52 Prozent der zunächst befristet angestellten Arbeitnehmer in eine unbefristete Beschäftigung übernommen worden, habe der Anteil im Jahr 2009 nur noch bei 45 Prozent gelegen.