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Irre Haifischjagd: Berliner Eisbären wollen Köln fressen

VonMichael Lachmannund Manfred HönelSpannend wie lange nicht ist die deutsche Eishockey-Meisterschaft. Die Puckjäger aus Berlin haben zwar auswärts ...

Eishockey, Play-off-Finale in der DEL zwischen den Eisbären und den Haien. Berlins Keeper Rob Zepp, hier gegen den Kölner Rok Ticar, will seinen Kasten heute unbedingt sauber halten. [KT_CREDIT] Foto: Henning Kaiser

VonMichael Lachmann
und Manfred Hönel

Spannend wie lange nicht ist die deutsche Eishockey-
Meisterschaft. Die Puckjäger aus Berlin haben zwar auswärts gewonnen, aber ihr Heimspiel gegen Köln verloren. Heute gilt es wieder auf fremdem Eis.

Berlin.Die Finalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft geht wieder bei Null los. „Wir haben jetzt eine Best-of-Three-Serie“, sagte Kölns Trainer Uwe Krupp, „jetzt wird es immer spannender, jedes Spiel ist entscheidend.“ Der Vorteil scheint allerdings nach dem 3:1-Sieg bei Titelverteidiger Eisbären Berlin aufseiten der Haie zu liegen.
Bislang gewann im Duell der beiden Schwergewichte stets das Auswärtsteam, dennoch ist das Kölner Heimrecht bei noch maximal drei ausstehenden Spielen nicht zu unterschätzen.
Berlins Coach Don Jackson sind solche Gedankenspiele fremd, er möchte aus dem bisherigen Auswärts-Phänomen keinen weiteren Trend herauszulesen. „Das ist eher etwas für Sportwetten, aber nichts für Trainer“, betonte der US-Amerikaner. „Mir ist es egal, ob wir zu Hause oder auswärts gewinnen. Hauptsache, wir sind am Ende Meister.“

Hauptstädter haben keine Angst vor der Statistik
Geht es nach der Statistik, stünde mit Köln der neue Titelträger allerdings schon fest. In 83 Prozent aller deutschen Play-off-Finalserien holte der Sieger des zweiten Spiels auch die Meisterschaft. Den Eisbären wird es herzlich egal sein. Schließlich gewannen die Berliner drei ihrer sechs Titel, obwohl sie 2008 gegen Köln, 2009 gegen Düsseldorf und 2012 gegen Mannheim die zweite Partie verloren. Um den angestrebten Titel-Hattrick fest zu machen, ist den Berliner allerdings klar, dass sie sich steigern müssen. Verteidiger Constantin Braun hofft auf mehr Konsequenz im Berliner Spiel: „Am Dienstag waren wir nicht so präsent wie beim Auftaktsieg und kamen nicht in unser Forechecking hinein.“ Dieses aggressive unter Druck setzen war im ersten Finale der Schlüssel zum Berliner Erfolg. „Da müssen wir wieder hin“, forderte Braun, „wir müssen Köln gleich wieder unser Spiel aufzwingen. Dann bin ich auch zuversichtlich, dass wir am Freitag gewinnen werden.“
Zuversicht auch bei Stürmer Laurin Braun: „Es steht jetzt wieder 0:0. Ich sehe den Zug zum Meistertitel für uns noch längst nicht auf dem Abstellgleis. Wir haben das erste Spiel in Köln gewonnen, warum soll uns das nicht erneut gelingen.“
Auch Braun sucht nach einer Erklärung, warum die Eisbären in dieser Saison fast immer auswärts besser spielen als vor den eigenen Fans. „Es wurmt uns schon, wenn wir unseren treuen Fans zu Hause zu wenige Siege bieten. Ich kann mir das nur so erklären, dass wir uns vor eigenem Publikum in der Absicht, besonders gut zu spielen, zuviel Druck machen. Dadurch geht manche Aktion daneben.“
Ein Manko sieht Braun vor allem beim Ausnutzen der Überzahlsituationen: „Die müssen wir auf alle Fälle besser nutzen. Da liegen derzeit unsere Hauptreserven. Dazu sind schnelle Kombinationen angesagt und Schüsse aus allen Lagen.“