:

Kaum eine Ernte ohne Ausländer

Ohne Erntehelfer aus Osteuropa geht nichts auf den Erdbeerplantagen in Mecklenburg-Vorpommern. Auch zum Spargelstechen, zur Salaternte oder im Herbst zum ...

Auch zum Pflücken von Erdbeeren kommen viele Arbeitskräfte aus Osteuropa nach Brandenburg. Die Verdienstmöglichkeiten sind oft deutlich attraktiver als im Heimatland – und die Helfer entsprechend motiviert.

Ohne Erntehelfer aus Osteuropa geht nichts auf den Erdbeerplantagen in Mecklenburg-Vorpommern. Auch zum Spargelstechen, zur Salaternte oder im Herbst zum Äpfelpflücken beschäftigen die großen Anbauer Männer und Frauen aus Polen, Rumänien oder der Ukraine.

Probleme, genügend Saisonarbeiter zu finden, gibt es nicht, ganz im Gegenteil: „Wir haben 2000 Bewerbern aus Polen absagen müssen“, berichtet der Betriebsleiter vom Erdbeerhof Glantz in Hohen Wieschendorf (Nordwestmecklenburg), Jan van Leeuwen. 600 Polen haben einen der begehrten Jobs auf den 160 Hektar großen Erdbeerfeldern ergattert.

Viele kommen schon seit Jahren

Warum die Pflücker-Jobs so beliebt sind, könne er nicht sagen. „Ich gehe davon aus, dass wir irgendwas richtig machen“, sagt van Leeuwen. Wie viel er den Erntehelfern zahlt, will er nicht sagen. Nach Angaben der Erzeugerorganisation Mecklenburger Ernte ist ein Stundenlohn von etwa sechs Euro für Erntehelfer tariflich geregelt. Manche Betriebe koppelten die Entlohnung zudem an die tägliche Arbeitsleistung.

„Viele Betriebe haben sich über Jahre einen festen Arbeitskräftestamm aufgebaut“, erklärt der Obstanbauberater Rolf Hornig von der Landwirtschaftsberatung LMS. Die meisten Erntehelfer bleiben ein bis zwei Monate. Sie finden für die Zeit meist in extra von den Betrieben errichteten Bungalows eine Bleibe. „Die Unterkünfte sind alle auf relativ hohem Niveau“, sagte Hornig.

Schätzungen zufolge sind pro Saison an die 4000 osteuropäische Erntehelfer im Land beschäftigt. In Neverin in der Nähe von Neubrandenburg kommen viele Spargelstecher aus Rumänien – aber auch aus Deutschland. „Wir führen aktuell keine spezielle Statistik mehr über ausländische Saisonarbeitskräfte in der Ernte, da durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit die größte Gruppe – die Polen – ohne Arbeitserlaubnis in Deutschland arbeiten kann“, sagt der Sprecher der Regionaldirektion Nord der Bundesarbeitsagentur, Horst Schmitt. Aktuell würden nur noch wenige Erntehelfer gesucht – im Land liegen laut Schmitt nur noch 130 Stellenangebote vor. Die Zahl habe sich im Vergleich zum Mai 2012 nicht verändert.