Neu im Kino:

Lost in Siena: Die Augen des Engels

Amanda Knox, der „Engel mit den Eisaugen“, wurde in letzter Instanz frei gesprochen. Womöglich wird die Mordtat niemals aufgeklärt werden. Wenn sich ein engagierter und unangepasster Filmemacher wie Michael Winterbottom („The Road to Guantanamo“) diesem Stoff widmet, darf der Zuschauer keinen auf Hochglanz polierten, reißerischen Thriller erwarten, der Behauptungen aufstellt und die Sensationslust bedient.

Daniel Brühl als Thomas mit Kate Beckinsale als Simone in einer Szene des Kinofilms "Die Augen des Engels".
Concorde Filmverleih/dpa Daniel Brühl als Thomas mit Kate Beckinsale als Simone in einer Szene des Kinofilms "Die Augen des Engels".

Der Regisseur Thomas Lang (Daniel Brühl) hat vor einiger Zeit einen Hit gelandet, aber danach nicht mehr viel zustande gebracht. Als er vom Prozess gegen die amerikanische Studentin Jessica Fuller erfährt, die ihre Mitbewohnerin getötet haben soll, ist sofort sein Interesse geweckt. Der Filmemacher begibt sich auf Recherchereise nach Siena, wo er auf die Journalistin Simone Ford (Kate Beckinsale) trifft, eine intime Kennerin des Falls. Thomas hinterfragt die unterschiedlichen Thesen zum Tathergang und weiß am Ende gar nichts mehr. Während die Produzenten in Erwartung eines wahrhaft mordsmäßigen Thrillers die Rollen im Gedanken bereits mit namhaften Schauspielerinnen besetzen, zweifelt Thomas am Zustandekommen des Filmes. Dann schließt er die Bekanntschaft der lebensfrohen Studentin Melanie (Cara Delevingne), die ihm lehrt, die Dinge des Lebens mit anderen Augen zu sehen.

Nein, der Titel des Filmes spielt nicht auf Amanda Knox an. Winterbottom sorgt für ausgleichende Gerechtigkeit, in dem er seine Aufmerksamkeit wie auch den Film selbst dem Opfer der Tat widmet. Als Inspiration diente das Buch „Angel Face“ der Journalistin Barbie Latza Nadeau, die im Film von der Kate Beckinsale-Figur repräsentiert wird. Die realistische, also mitunter etwas langatmige Handlung wird von bizarren Alptraumsequenzen gebrochen. Es ist ein sperriger, aber ein interessanter Film. Super-Model Cara Delevingne erweist sich als Glücksgriff. Sie ist nicht nur schön, sie versprüht auch jene Energie, die ihre Rolle zwingend benötigt. Wenn Delevingne jetzt die richtigen Entscheidungen trifft, steht Joan Collins´ Patentochter einer großen Schauspielkarriere nichts im Wege.       

Verleih: Concorde      
Bundesstart: 21. Mai 2015      
Genre: Drama
Mehr Infos unter: www.augendesengels-film.de

Wertung

Anspruch: 4
Spannung: 2
Action: 1
Humor: 1
Erotik: 1

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